Bauhaus-Universität Weimar

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Veen 
184 Veen  Vega 
Veen, niederläiid. für Fehn s. Bruch (Sumpf). (Lpz. 1794),  Anleitung zur 3eitkundev (Wien 
Beut, Hochfläche, s. Hohes Wenn. 1801)- und ((Natürliches Maß-, Gewi(hts- und 
Veeti, Martin van, holländ. Maler, s.Heemskerk. Münzsystem)) (hg. von Kreil, ebd. 1803; neue 
Veendani, Fehnkolonie, s. Fehn- und Moor- Aufl. 1824).  Vgl. KaueiH, Georg Freiherr von V. 
kolonien.  (im ((Organ der militärwiisenschaftli(hen Vereine D, 
Veendam, Dorf in der niederländ. Provinz Bd. Z, Heft 1, Wien 1887). 
Groningen, an einem Kann-l, welcher in das FILiii- Vega, Lope Felix de Vega Carpio, spanischer 
schoter-Diep einmündet, mit lebhafter Schiffahrt, draniat. Dichter, geb. 25. Nov. 1562 zu Madrid, 
Schiffswerften und (1899) 10 996 E.  besuihte anscheinend schon im zehnten Jahre die Uni- 
 versität Aleala. Das älteste erhaltene seiner Schau- 
und Moorkolonieii. spiele, c(Bl verändern amante)), ist in seinem drei- 
Vega  fruchtbare Ebene. zehnten Jahre geschrieben und auf-gefücZrt. über sein 
Beste, a, Stadt auf Hain, s. La VeFa. Jünglingsalter geben die panegyristis e-Biographie 
Vega, Garcilaso, eigentlich Garcias aso de la Moiitalvans und die eigenen Bekenntnisse, zum Teil 
V, span. Dichter, eb. 1503 zu Toledo. 1529 befand in der Form Poet. Selbstverkleidung, ein aus Wahr- 
er Ach unter den (span. Kriegsvölkern, die zu dem heit und Dichtung gemischtes, in denUmrissenwider- 
kaiserl. Heer gegen die Türken stießen. Wiederholt spruchsvol1es Bild; klar sind wechselvolle Erlebnisse, 
ist er nach Jtalien gekommen. Auf dem Feldzug eine glänzende und glückliche Naturanlage von un- 
gegen Tunis, 1535, wurde er schwer verwundet, be- erschöpflicherLebensfreudigkeit, die beinichtsweniger 
gleitete 1536 den Kaiser in die Provence als Reiter- als untadliger Führung doch nie dem Gemeinen 
oberst und starb 20.Sept.1536. Seine Leiche wurde verfällt. 1582 nahm er am Zuge gegen die Azoren, 
1538 nach Toledo gebracht. V.s erhaltene GediFhte 1588 an dem der Armada teil; eine Aus-Weisung 
ungassen eine Anzahl Sonette, 5 Canzonen, I Epistel, brachte ihn 1585 auf längere Zeit nach Valentin, wo, 
2 legien und Z Eklogen, letztere nach Umfang und wie in Madrid, eine der ersten festen Bühnen bestand 
Etwa t das Wichtigste. Trotzdem sich das genaue-ste und wo er seine Bühnenkenntnis erweiterte. Bis 
tudium der ital. und lat. Vorbilder bis in die klein- 1595 war er Sekretär des Herzogs von Alba, dann 
sten Details nachweisen läßt, erreicht V. den Ein- des Herzogs von Lerma; seit 1605 ward der Herzog 
druck vollkommener Einfachheit und Natürlichkeit. de Sessa sein Gönner und Freund. Jhm pflegte er 
Sie xnd oft gedruckt worden, kommentiert1574 von in. teilweise erhaltenen Briefen die Madrider Neuig- 
 anchez, 1580 von Fern. de Herrera, 1622.von keiten zu melden und vertraute ihm jene merkwürdige 
amayo de Vargas, 1765 von Azara. Neuerdings Liebeskorrespondenz, die neuerdings die Legende 
erschienen Ae im 32. Bande der ((Bjblioteca de aus vom heiligen Leben seiner spätern Jahre zerstört hat. 
t()1-es espas101es-).  Nach wechselndem Aufenthalt in Madrid, Toledo, 
Vega, Georg, Freiherr von, Mathematiker, Sevilla lebte V. seit 1610 in eigenem Haus in der 
Xb. 1756 in dem Dorfe Sagoriya im Herzogtum Hauptstadt. Seit etwa 1590 war er für ganz Spa- 
rain, studierte auf dem Lyceum zu Laibacl) und nien der unbestrittene Bühnenherrscher, der (cgött- 
wurde nach beendigten philos. Studien als Navi- liche)) Dichterfürst. Sein Eintritt in den Priester- 
glationsingenieur angestellt. Später ging er zur stand 1614, nach dem Tode seiner zweiten Gattin, 
rtillerie über. Nachdem er als Schriftsteller auf- änderte weder die Beziehungen zum Theater noch 
getreten war, wurde er zum Unterleutnant (1784) das Liebes-leben; man verzieh dem Günstling der 
und Lehrer der Mathematik im 2. Feldartillerie- Nation. Für die Widmun der ccC0rona tr-tgjca-, 
regiment befördert. Bei dem neu errichteten Bom- ein l)istor. Gedicht zur Egrenrettung der Maria 
bardierkorps erhielt er als Hauptmann die Stelle Stuart, ward er 1627 von Papst Urban VIII. zum 
eines Profelssors der Mathematik; 1800 wurde er Doktor der Theologie und Ritter des Johanniter- 
zum Oberst eutnant des 4. Artillerieregiments er- ordens ernannt. Die Dramen seiner legten Jahre 
nannt. Jii den Feldzi'igen gegen die Türken sowie sind frisch und naiv wie die ältesten. Er starb 
gegen die Franzosen diente er mit Auszeichnung 27.Aug.1635 zu Madrid. 
und wurde 1800 in den Freiherrenstand erhoben. Die z)-ruchtbarkeit V.s ist zum Sprichwort gewor- 
Am 26. Sept. 1802 fand man ihn bei Nußdorf tot den. Man hat von ihm zwei Epopöen: c(Ange1iea-) 
in der Donau, und erst 30 Jahre nachher stellte es und cscI-a J er11su1en conquisiada)); fünf mr)tholog. 
sich heraus, das; ein Müller ihn ermordet hatte. Gedichte; vier größere histor.Gedichte: es-.n1sjdroy, 
V. war der erste, welcher die Analyse in den (cI-a Dr:-ig0nte-.)), (cI-a Co:-one. irä.gica)) und c(l-a. 
Artilleriesihulen einführte. Seine c( Vorlesungen vix-gen de laAlmuden-in; ein komisches Heldengediiht 
über die Mathematik)) (Bd. 1, 7. Aufl. von Matzka, unter dem NamenTomedeBurguil1os: (cL-rGatoma- 
Wien 1850; Bd. 2, 8. Aufl. 184-8; Bd. 3, 5. Aufl. qui-H; mehrere beschreibende und didaktische Ge- 
1839; Bd. 4 2. Aufl. 1819) waren durch ihre ver- dichte; eine Unzahl von Sonetten, Romanzen, Oben, 
ständliche Schreibart zu Lehrbüchern wohl geeignet. Elegien, Episteln  mehrere Werke teils in Ver- 
Grös3OtJ1 RuZm erwarb sich V. durch die Heraus- sen, teils in Prosa, und acht Novellen, welche in den 
Sake seiner C( ogarithmentaseln)) 2 Bde., Lpz.1'783), bei Sancha erschienenen 0(0bt-IS  (21 Bde.- 
wel-che -an Korrektheit und Reichi;altigkeit vor allen Madr. 1776-79) und abermals in einer Auswahl 
Be1chze1tigen2E;rös3ern Tafeln den Vorzu verdienen. im 38. Bande der c(Bib1ioieca de aut01-es espaüo1esp 
ie neuern uflagen seit 1840 hat Hülße bäsorgt. (ebd.. 1856) enthalten sind.   
Um für gewi)hnlichere Rechnungen die kleinen lacq- Doch nicht darin, sondern in seinen Schauspielen 
schen und Wolf-schen Tafeln entbehrlich zu machen, besteht sein Hauptruhm. Bis 1631 hat er nach 
deren Fehler viele Jrrungen veranlaßten, gab V. eigener Rechnung über 1500 Comedias und eine be- 
sein s( ogarit,hmisch-trigonometr. Handbuch-V (Lpz. deutende Anzah von Autos, Loas und Entremeses 
1793 u. d.; seit 1840 ebenfalls von Hülße, seit x856 verfaßt; gegen 500 davon nnd erhalten, ungefähr 
von Bremiker besorgt)heraus. Außerdem veröffent- 320 in der ammlung seiner ((Oome(1ias)) (28 Bde., 
Ii(hte er ((Thesaurus logarithmorum compIetusv Madr. 160-t-47); 112 Stücke hat Hart3enbusch in
        

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