Bauhaus-Universität Weimar

Spinnerei 
Das aus BE, noch heraushängende abgerisTene Präparation) liegt darin, daß das sog. englische 
Bandende wird der Kammwalze wieder genähert Verfahren zu der schrittweisen Verfeinerung der 
und gleichfalls ausgekümnit. Alsdann wird der VorgespinstfädenMaschinen miZlügelspindeln ohne 
abgerifsene Bart durch die Waisen nach einem selbständige Spulendrehung ( aterprincip), das 
Trichter und den Abziehwalzen befördert, wodurch og. deutsche Spindelbäiike (Fl er), das sog. fran- 
die Bärte wieder zu einem' zusammenhän enden zösis che Streckbänke (bo1)ir1oiz-J mit Würgelwerken 
Bande vereini t werden. Die Nadeln der Zaum- anwendet. Ja Deugchland wird heutzutage haupt- 
walze werden Es-Irtwährend mittels einer Kragen- sächlich das sranz. erfahren benutzt und beträgt 
walze c und einer Bürstenwalze il (Fig. ZU) gereinigt, die An ahl der nacheinander angewendeten Streckun- 
während die Haare von erstem wiederum durch gen (LlZas s a en) 5-11. 
einen Hader e abgetrennt werden. Das Feins)pinnen erfolgt sowohl auf Water- 
Jn Fig. 6 ist eine Kämmmaschine engl. Kon- spinnmaschinen, wie Taf. l-l, Fig..11, eine solche 
struktion nach dem Princip C-artwrights, Sh- aus der Säok)sicLc7l7en Maschinenfabrik in Chem1iit3 
tem Nvble, dargestellt. Dieselbe arbeitet nicht darstellt, als an aufSelfactors. Beide Systeme 
mit Walzenkäminen, sondern mit Ringkämmen, unterscheiden sich von den für die Baumwoll- 
wesZ1alb die ganze Maschine ringförmig angeordnet spinnerei gebräuchlichen, in der Hauptsache nur durch 
ist. mGrunde der beiden ausrechtstehenden Spin- den wegen der Faserlänge erforderlichen Abstand 
dein rotieren zwei Kammringe, welche Zahnkränze und durch die Anzahl der Streckwalzen.  
tragen, die in einen solchen an dem sie umschlieszen- Halbkammgarne(Sagetten-oderSai)ettgcirne, 
den Kammring eiiigreifen, so daß sich der letztere Strick-, Stick- oder TaPisserie- und Struinpfwirker- 
samt den Bandwickeln um die Achse der Maschine gar-ne) werden aus mittellangen Wollen meist ähn- 
dreht. Die Zuführung der Wol1bänder erfolgt, wie ich wie Kammgarn (s.  mit Hinweglassung -der 
Fig. S' zeigt, durch eine Röhre r, welche abwechselnd das Spinnen sehr verteuernden Kämmmaschine, 
den Kämmen ein Stück Band darbietet und dann oder ähnlich wie Streichgarn, jedoch mit Hinweg- 
durch einen Stempel S von unten emporgehoben lafsung des get-reuzt.en Aiiflegens erzeugt. 
wird, wodurch der mittels einer Leistemsestgehaltene Sehr oft wird die Schafwolle mit Baum- 
Wolibart abreiszt, so daß die Faserbärte des zuge- wolle vermischt; es geschieht dies hauptsächlich 
führten Bandes ein Stück weiter hervorgezogen zur Erreichung eines billigern Erzeugnisse-Z. Diese 
werden und dann über die Kamme zu stehen kom- Garne b.-zeichnet man mit dem I anien Vigogne. 
irren; beim Niedergang der Röhre legen sich die Anfängli fügte man der S-chafw,olle 5, dann 10, 
Bärte wieder in die Kamme. Das Kämmen des 1H u. s. w. Prozent Baumwolle bei, heute kommen 
hintern Endes der Bärte erfolgt bei der Trennung Vigognegarne vor, welche 70, 80, 90, 1a 95 Proz. 
der beiden Kamniringe. Weiterhin werden die Fa- Baumwolle aufiveiseii, und nur das übrige ist 
fern durch AusLZiehwalzen aus den Ringen entfernt Sihafwolle. -(Die, Menge der beigemischten Baum- 
und zu einem ande vereinigt; an andern Stellen wolle läßt sich leicht bestimmen, indem man aus 
erfolgt das Aus-heben der in den Nadelki;immen einer abgewoge-nen Menge Vigogne die Wolle durch 
zurückgebliebenen kurzen Fasern, der Kämmlinge. Kochen mit Kalilauge herauslöst.) 9.2ur.aus Baum- 
Durch "g. 6" ist der Aufwickelapparatver- wolle besteht das in 1itiigster Zeit viel begehrte 
anschauli t, welcher außer zwei Trichtern t und,t, Jmitatgarii (s.   Über Kunstwolle s. d. 
zum Zusammenführen der Fäden aus einem Ein- Für viele Zwecke. muß das Garn noch gezwik-It 
ziehwalzen- und einem Streckwalzenpaar, e bez. s- WEkdEN- d- h- zwei UND ,MEhM,S Fäden werden 
besteht, nach deren Passieren das gekämmte Band durch starkes Drehen zu einem einzigen vereinigt. 
auf einen durch zwei Walzeiiw bewegten Wickel ge- Hierfür braucht man die D.upl1er- oder Zwirn- 
bracht wird. Die von der Kämmmaschine abge- maschin-en, von welchen in Taf. II, Fig.-L, eine 
Fgenei1 Bänder (Kamin zu enannt) werden auf Konstruktion der Sächsischen Maschinenfabrik veran- 
1iieUfen oder PlättmafclEinen durch Seifen- sihaulicht ist. Auf derselben werden z. B. 1e vier 
bade: entfernt, durch ein WaHerk-ad voi1sicindig ge- Fädenz11 einem Gezw,1riI zx1scimme11g,edteht, welches 
reinigt (wobei öfters, namentlich für den Kammzu aus -eine Spule der in Fig. 4" .gezeichneten Form 
des.5andels, ein geringes Blctuen statthat) und durig aufgewickelt wird. Dieses.Aiifwickeln erfolgt in der 
dampfgeheizte Verzugswalzen mäßi entkräuElelt. abgebildetcn Maschine mittels des sJiingmechanis- 
.Zur weitern Vorbereitun der FZammwo e für muss, also ähnlich wie bei den Nin spiniimaschinen; 
die S. werden mehrere verschiedene Vorspinn- es sind indes auch viele ZwirnmasiZiiieii im Betrieb, 
verfahren angewendet, die sich, nach den Ländern, die auf Spindeln mit Waterfliigel spulcn. Mehr- 
wo sie sich vorherrschend entwickelt haben, als engl., farbige Garne und Noppeiigiirne werden auf den 
dEYtsc)es ,UUd fk(Mz. Spim1versahren bezeichnen Zwirnmaschii1en durch Vereinigung verschiedenarti- 
laffen. Die wesentlichste Eigentiimlichkeit der drei get Garne oder durch Einfügung besonderer Me- 
verschiedenen Vorspinnverfahren (Vorbereitungen, chanismen hergestellt.
        

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