Bauhaus-Universität Weimar

452 Schisfshygieine  Schiffsklassisikation 
ST)ifsht1gieine, die Gesundheitspflege auf Si-hiffsjmige, der Lehrling auf Schiffen, der 
Schiffen. Da die Schiffe für eine große Anzahl Men- Seemann werden will. Seine Lehrzeit dauert in 
schen voriibergehend oder.auf längereZeit als Weh- der Handelsmarine je nach der körperlichen Ent- 
nun en dienen, so gelten bis zu einem -gewissen Grade wicklung und fachniännischen Ausfassung2-3Jahi-e. 
die Forderungen, die, vom gesundheitlichen Stand- Er wird dann zum Leichtniatro en oder Jungmann 
pun t an Bau und Eint-ichtun,gen von Wohnungen (s. d.) befördert und kann gewöhnlich nach vierjäh- 
äi stellen sind,auch für die -Schiffe. So verlangtman riger Seefahrtzeit den Dienst eines Vollmatrosen 
 r Wohnräume auf S-chiffen. genügenden Raum- versehen, um, wenn er die nötige Vorbildung be- 
inhalt (fiir Pafsagiers-ci)iffe mindestens Z ab-m pro Ehr, nach Besuch der Navigationsschule (s. d.) und 
Kopf), ausreichende Luftungsanlagen, regulierbare estehen der vorgeschriebenen Priifungen Steuer- 
.6eizanlagen, entsprechende  eleuchtiing u.s.w. Eine mann und -Schiffer zu werden. Der in die deutsche 
besondere Sorgfalt ist auf die Abortan agen, auf die Kriegsmarine eintretende S. soll in der Regel 15IJz, 
Rein-lichkeit der Wohn- und Sihlafräume, auf die weder junger als  noch älter als 18 J. alt sein. 
Ein:-iFhtung und den Betrieb der Schiffsküihen und Die Einstellung erfolgt anfangs April. Die S. 
auf die Verforgung mit gutem Trinkwasfer3iu ver- bleiben etwa 3 Wochen am Lande behufs Einklei- 
wenden. Bei großen Paffagierschiffen müssen säume dung und erster Anleitung, worauf sie aus einem 
und Persona für ;?rankenpflege, ferner die Mög- Schiffsjungenäehulsä)iff (s. Schulschiffe) eingeschifst 
lichkeit ärztlicher Hilfe vorgesehen sein. (S. Schiffs- werden. Die ihulschiffe machen während der ersten 
arzt.) Zur Überwachung der sanitaren Verhältnisse Wochen übun sfahrten in der Ostsee und dann eine 
auf S .ifse3i find die H-afenbehörden Zistandig, zu Auslandreise Eis Ende März des nächsten Jahres. 
E-pide1niezeiten müssen jedoch eigene ehörden für Nach der Rückkehr vom Urlaub (bis zu 1 Monat, 
die liberwaihun der Gefundheitspflege auf Schis en bei freier Reife) be innt die infanteristische Aus- 
in den größern gafenorten stationiert werden. Sol- bilduiig bei der Schiffs-jungendivision in griedriihs- 
-her Art ist z. B. der conseil so.uitaike me-iriti1ue et ort, die bis zum Herbst dauert. Na Beendi- 
qu-kiintenii1te zu Alexandria.  Vgl. Buslev, Die gung der Landausbildung werden S. zu Matrosen 
esund3eitlichenEinrichtungendermodernenDampf- oder Torpedomatrofen ernannt und den Matrosen- 
schiffe ( erl. 1897); Pluinert, GesundheitZFflege auf divisionen oder Torpedoabteilungen überwiesen. Zu 
Krie sschisfen (2. Aufl., Wien 1900); rchiv für Junge (unter 17 J.) oder in ihrer körperlichen Ent- 
Schifss- und Tropenhygieine(seit1897, Lpz.). wictlung oder seemännischen Ausbildung Zurück- 
Schiffsäonrncil, ein nach der Bestimmung des gebliebene können vor der Ausbildun zu Lande 
Deutschen  Es. 519 und 520) auf noch ein Jahr an Bord.bel,assen und nagi  jähri- 
eden-iSchiffe für jede eise zug1hrendesTageliui-h. ger Dienstzeit zu Schiffs1ungenun-teroffizieren ek- 
Hn dieses sind alle erheblichen egebenheiten, die sich nannt werden. Wer die feemännische bez. allge- 
eit Beginn des Einnehm-ens der Ladung oder des meine Reife nicht erlangt, wird entlassen. Die als 
Ballastes bis zur Beendigung der Reise zutragen, S. Ein3ktretenen dienen als Entgelt für die er- 
gewisfenhaft einzutragen. Jnsbesondere müssen von haltene usbildung, einschließlich der Ausbildun s- 
ag zu TaLgzeingetragen werden Beschaffenheit von und der gesetzlichen 31ährigen DienstHeit, I Jahre 
Wind und etter, der gehaltene Kurs und die zurück- (11f, Jahr als S., Z Jahre gesetzliche ienstzeit und 
elegten EtBgernungen, die er1nittelte Breite und 41s2ffsür die Aus-bildung); die 2Jahre aufdem Sihul- 
Zän e, der I asserftand bei den Pumpen, die durch schi und die noch ein weiteres halbes Jahr bei der 
dassotermittelteWassertiefe,jedes Annehmen eines Schiffsjungendivifion Gebliebenen dienen 10 bez. 
Lotsen, Veränderungen im Personal der Schiffs- Its, Jahre. Die nähern Bestimmungen enthält die 
besatzun , die im Schiffsrat efaszten Beschlüsse, die Marineordnung (s.  Die Verpflichtung für eine 
Be chreisung aller dem SihisP oder der Ladung zuge- so lange Dienstzeit muß beim Eintritt eingegangen 
to enen Unfälle, die auf dem Schiff begangenen werden. Seeosfizier kann ein S. nicht werden, wohl 
a aren Handlungen, die veräängten Dis-cip inar- aber Boots- oder Steuermann, Feuerwerks-, Tor- 
tra en, sowie dieGe urts- und terbefalle. Die Ein- peder-, Zeugosfizier oder ahlmeister.  
tra ungen sindvorzunehnien vom Steuermann unter An der Spitze der der nspektion des Bildungs- 
Sluffi(ht des Seht ers; bei Verhinderung des Steuer- wesen der Marine uiiterste enden S chiffsfung en- 
inanns vom Schi er selbst oder unter feiner Aufsicht division steht ein Stabsoffi ier der Marine als 
von einem von i m zu bestinimenden Schiffsmann. Commandeur. Sie bildet während der Dauer der 
Das S. ist vom teuermann und Schiffer uunter- Landausbildung der S. in,der Regel soviel Com- 
sihieiben. Es dient zur Kontrolle des Sihifiers und pagnien unter je einem Kapitan oder Oberleutnant 
ist eins der wichtigsten Beweismittel über die Reise- zur See, als Schulsihisse an der Abgabe von S. an 
begebenheiten. Es ist deshalb Pflicht des Schiffers, die Division beteiliFt sind. 
bei einem Seeunfall alles zur Rettung des S. aufzu- S iffskaruss e , s. Karufsel1.  
bieten, wie auch Z. 11 der Deutschen Strandun2s- S igskessel, s.Dampstessel3 und Taf.l, Fig.6. 
ordnung vom 17. Mai 1874 dem Strandvogt e- C i Stint-irrer, f. Sihiffstnakler. 
sonders zur Pflicht macht, das S. an sich zu neh- S isfsklassifikation, die Feststellung des 
nien. Der Jnhaltdes S. unterliegt der freien richtet- Grabes (der Klasse) der Seesähigleit der Handels- 
lichen BeweiswUrdigung (s.Beweis,.1uristisch). Nach schiffe. Die S. soll die Grundlage für die Höhe der 
-5ciiide1sgeseybu-:h J. 52x können die Landesgesetze Seeveiguherungsprämien bilden; sie wird von pri- 
bestitmuen, daß -auf kleinern. Fahrzeugen (Küsten- vaten lassifiiationsgeselgchaften ff. Llohd) als Er- 
xz13tei;n u. dgl.) die Führung eines S. nicht erforder- werbsgefchaEt ausgeübt. iese Ge ellfohaften galten 
I. sei, Ebenso -ist ein S. naä) dem ReicBsgeset3 über in allen grö ern See(?afen der Erde be andere  chiff- 
die privatrechtlichen Verhältnisse der innenschiff- bausachverständige( xpe-rten), die die Besitht1gtMg 
f0brt vom 15. Juni 1895 (iii der Fassung der Be- der Schiffe, insbesondere bei Unsällen und Havarien 
kU7,MkMM,bUI1g V-Im ?0. Mai 1898) auf Binnen- und nach Ausführung von Reparaturen vornehmen. 
HEXEN Mc)k EVfssVstItcb- Neue Schiffe werden seht meist unter Aufsicht der
        

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