Bauhaus-Universität Weimar

244 Politische Litteratur 
nach Frankreich, verlegt. Der Verjüiigiiiigsprozeß nennen sein Sohn, dann M. Bakucki, Narzymsti, 
der Litteratur Verlies parallel dem Gang der Litte- Kasimir Zaleski, Blizii'iski u. a. 
ratur bei den andern europ. Völkern. Jn den beiden Roman und Novelle, die heute die schöne Littera- 
ersten Deeennien herrschte zwar noch die pseudoklassi- tiir beherrschen, waren zuerst histor. Gent-es, Nach- 
sehe Richtung vor; ihr Mittelpunkt blieb Warschau, ahmungen des W. Scott, so die Werke voii Niem- 
ihre Träger waren der Ästhetiker L. Osinski, die cewicz, F. Bernatowicz (((Naiecz)), deutsch von 
Drainatiker Aloizy Feliiiski  Haupt- Schnaase, Lpz.1834; ((Pojata-), deutsch, ebd. 1834), 
Werk (cBarbara Radziwilowna-); deiitsch von Orion Graf Fr.Skarbek, die ersten Romane von Kraszeivski, 
Julius, Berl. 1831) und L. Kropinski, außerdem  
der Erzbischof Woi-onicz, Nienicewiez, der mit der Jgnaz Chodzko, daneben setitimentale(L. Kropii"iski) 
neuern Richtung vermittelnde Brodziiiski, die Ko3- und humoristische (Skarbek). Durch erstaunliche 
mian u. a. Den wissenschaftlichen Brennpunkt bil- Fruchtbarkeit, Vielseitigkeit, Fluß der Darstellung 
dete die Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften, beherrschte Decennien lang Krciszewski dieses- Gebiet, 
1801 durch Czacki, Albertrandy, Dmochowski u. a. neben ihm Korzeniowsti, Kaeztowsti, hierauf Mil- 
gestiftet, mit reichen Samnilungen durch Staszyc kowski (Jejs) u. a. Die höchsten Stufen des moder- 
u. a. ausgestattet (ße wurde 1832 aufgehoben und nenpoln. Romans bezeichnen die Werke von H.Sien: 
ihre Bibliothek nach Petersburg übergesührt) und kiewicz und L-rzeszkowa; neben ihnen End Zacha- 
die seit 1801 neu organisierte Universität Wilna riasiewicz, Batiicki, Prus (Giowacki), Gawaleioicz, 
mitden beiden Sniadecti, Eusebius Skowacki,Grod- Gomiilicki, Lozii"iski, Csoinsli, Reymont, Siero- 
deck u. a. Aber die Bekanntschaft mit der deutschen szewfki, Tetmajer u. a. Ei nennen; im humori- 
und engl. Litteratur, der Einfluß Werthers, der stischen Genre Jan Lam,8 ilczi)iisti u. a. 
Balladen- und :)ioinanzeiidichtiing des W. Scott, Jii der Geschichtschreibung hatte schon,A. Na- 
Byrons und Sbalespeares riefen eine litterar. Revo- ruszetvicz im 18. Jahrh. den Grund für die -Kritik 
lution als Vorläuferin der politischen von 1830 her- gelegt; sein Werk nahmen auf Lelewel, Jedr-zes Mo- 
vor. JmKainpfe zwischen der klassisehen und derro- raczewsti, Theodor Morawski, Aug. Bielotvski, 
mantischen.Dichtung blieb die letztere Siegerin; Karl Szajnocha, ?ulian Bartoszeivicz, Heinrich 
Führerin diefemKainpfewar Mickieivicz, neben ihm Szmitt, Theodor E) arbutt (((Geschichte Litauens-)-) 
Malezewski, Goszczyi"iski, Zaleski, Odyniec, Chodsko, u. a. Diese Werke zeichnen sich ans durch Vorliebe 
die Afthetiker Mochnackiund Grabowski. Die Kata- für die reVublikanischen Institutionen des alten 
strophe von 1831 wies der Poesie neue Bahnen; vor Polens, Verherr-lichung seiner Geschichte iind Tra- 
den großen Dichtern der Emigration, Miekiewiez, ditionen. Von. dieser -einseitigen Auffassung wurde 
Siowarki iind Krasii"iski, verblas3te die Thätigkeit in die voln. Gescisicl)tsforsdsuiig- durch die neueste histor. 
der Heimat, eines Bielowski und Siemietsiski in Ga- Schule besreit:, Je  Szusski, Michael Bobrzy1"iski, 
lizien, des Generals Franc. Morawski im Posen- Kaz. Jarochowski, St. Smolka, L. Kubala, Wal. 
schen, eines Jul. Korsak, A. G-roza, Odyniec u. a. in Kalinla, A. Pawii"iski u. a. D-ie.Quell'enkunde för- 
Riissisch-Polen. In-jenen drei großen Dichtern er- derten A. Ketrzyiiski, Th. Wosci,echo.ioski.u.  die 
reichte die voln. Poesie ihre Höhe. Nach Abstreifung innere Geschichte Th. -Kerzen, Piekosiiigki, Lozi1"iski 
der romantischen Uberschweiiglicbkeiten nnd Ver- u. a.; die Rechtsgeschichte Maciesowski, Held, Habe 
irriingen wurde sie jetzt wahrhaft national. Sie u. a. Die Geschichte der Re-volution v-on 1830 ist 
verklärt die Vergangenheit (ci-Herr Thaddäus-)s), besonders von der Eniigra.tion bearbeitet worden, 
tröstet oder straft die Zaghaften und Feigen und wie Mochnacki, Wrotnotpsti, K. A. -VVfMMU1, Mie- 
zeigt der künftigen Entwicklung die höchsten Jdeale roskawski u. a., der Ausstand voii 1,863 von Aga- 
(inessianistische Poesie) in Sprache, Bildern und thon Giller u. a. Die Menioi-reiilitteratur fließt 
Gedanken, deren Reichtum und Vollendung, Pracht reichlich für die Zeit von 1760 bis l820,(Memoiren 
und Fülle, Tiefe und Schwung vorher nicht geahnt, des Königs Stani5,laus August, Kitoi-oicz, Ochocki, 
nachher nic:ht übertroffen werden konnten. Nach dem Ogii"iski u.  spc":"irlicher für die folgenden (Wodzieti, 
Verstuminen dieser großen Dichter, besonders seit Kosmian u.  Geogr. und ethnogr. Studien oder 
den sechziger Jahren, tritt der Einfluß der Poesie bloße Reisebilder verfaszten Winc. Pol, Tripplik1 
zurück. Ihre edentendsten Vertreter sind nunmehr (überseyer), Gitler, Sienliewic ii. a.  
Zalesti, Winz. Pol, St)rokomla, Ujesski, Lenarto- Die erste poln. Litteratiirgeschichte schrieb Beni- 
wicz, Deotyma, dann Zielitiski (ccDer Kirgise- und kowsii (2 Bde., Warsch. 1L:Z14); die aussührlichste 
((Die Steppen-); deutsch Lpz. 1858), Norwid U. a., unternahm M. Wiszniewski (10 Bde., Krak. 1840 
unter den neuesten Asnyk und K"onopnicka (letztere  bis 1648 reichend), dann Bitt denselben Zeit- 
hat auch ein modernes VolkgZiepos-. geschasfen), Tet- kaum, Macie5owsli (3 Bde., D arsch.- 1851-52). 
majer, Kasvrowicz, Zulan)sti. Die fatir. Poesie ist Neben diesen iiellenwer-ken nnd zahlreiche Bearbei- 
nur durch einzelne glänzende Schöpsiingen vertreten tungen .von Var-toszewicz, Zdanowicz-.Sowii'iski, 
(-JJlickieivic.z und L-tow-acki). Fabeln, zumal- poli-  
Asche, schrieben Gorecki.und- Franc. Morawski. L-emb.1890), Spasowicz (ru siseh geschrieben in Py- 
Jn der dramat. Poesie tritt, abgesehen-von den pin und Spasolv-icz, ((Geschichte der-slaw. Littera- 
Werken der drei grossen-Dichter, das histor. und tnrenv; übersetzt ins Polnische, Deutsche und Fran- 
moderne Drania gegen die Komödie zurück. Unter zöfls(he), Tarnowiki (5 Bde., Krakaii 1900) u. a. zu 
den Draniatikern sind Korzeniowsti,' Magnuszen)ski nennen. Von deutschen Werken ist am besten: Brück- 
(geft. 1845), als überset3er Kamii'iski (gest. 1855, ner, Geschichte der P. L, (Lpz.1901); erner giebt 
Direktor des Leniberger Theaters) zu nennen, dann es eine solche von Lipnicki (Mainz 1873) und Nitsch- 
Malecki und Szusski, unter den neuesten Sroie- mann (Lpz.1883). Litterarhistor. Mono.grciphien 
         
szeivski, Snkiewicz, Rydel, Wyspiefisti, G.abriela ivicz, Chmieloroski, Tat-noivfki, Bruclner u. a. Skiz- 
Zapolska u. a. Jn Komödie und Posse bleibt un- zen und S-tndien.Chmielow ki, N-ehring, Grabowski, 
übertroffen Gras A. Fredro; neben ihm sind zu  Chlebowski, Belcikotoski u. a. Die bervorragendsten
        

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