Bauhaus-Universität Weimar

Pl)ysiokratisiiiiis  Physiologie 127 
P yfiognomik  1886); Mantekgazza, Phl1-skv.ldgk8  1lksPVÜ11gUCh gIZlCI7,k1ede1t- 
P yfiogiiomik und Miniik (Lpz. 1890): S raup, tend mit Phyük oder F)-iaturlehre, gegenwärtig der- 
Kateihismus der Mimik (ebd. 1892); Geßmann, 1enige Zweig.der experimentellen Naturwissen ihast, 
Die "ormal-Diagnose (Berl.1894; 2. Aufl.  welcher Ach die Untersuchung der regelmäßigen oder 
Die Zörperformen u. s. w., ebd. 1896); ders., Kate- normalen Veränderungen in den sog. belebten Kör- 
chismus der Gesichtslesekunst (ebd. 1896); Ledos, pern oder OrszaniL-me,n, den Tieren und Pflanzen, 
Te-iit6 de la p11ysiognomie hun1aine (Par. 1894); zur Aufgabe est. Die krankhaften Veranderungen 
Bot-ee, Erwies physi0g11omiques (ebd.   gehören in das lintersucl)ungsgebiet der experimen- 
 teilen Pathologie.    
Kunst, den innern Körper- und Geistes-ziiftand eines Die P. trennt man nach der Verschiedenheit ihrer 
Kranken aus den Veränderungen der Ges"ichtszüge zu Objekte in die Tier- oder Z v ophy siologie, deren 
ers chlief3en, vgl. Baiimgärtner,Kraiikenphyfiognomil Gegenstand die Erforschung dernormalen Funktionen 
(2. Aufl, Stuttg. 1841-43; mit Atlas-); Morisoii, des tierischen und menschlichen Körpers bildet, uiid 
The hysiog11omy otmenta1(1iseases (L.ond.1840). in die Pflanzen- oder Phytophysiologie, die 
PZysiokratismii-S (vom griecls. ptiys1s, Natur, Lehre von den Verrichtungen der ebenden Pflanze. 
und Icratein, herrschen, d. i. Herrschaft der Natur) DieTi-erph,ysiologie, oft auch nnrP.genannt, 
oder ph siokratisches System (auch Agri- zerfällt wieder in die allgemeine P., die sich mit 
kultiirsystem), die von Ques-nah (s. d.) aus- Erniittelnng der allgemeinen Lebeiisfunktioneii und 
gestellte und von Du Pont de Nemours, Mercier der durch dieselben erzeugten Wechselwirkinigen der 
de la Riviere, Mircibeau, Letrosne, Baudeau ii. a. organisd)en Wesen beschäftigt, und in die s peeielle 
weiter aus-gebildete, auch von dem in vieler Be- P., die von den einzelnen Lebens-vercrjcl)tiingen han- 
ziehung originelleii Turgot aiigenoiiii11ei1e Volks- delt und eingehend die vegetc-iiiven Funktionen des 
wirtschaftliche Theorie, welche sich gegen die damals Tierkörper-Z, welche dieser mit der flanze genieiii 
herrschenden Anschauungen des Merkantilsysteiiis hat(C"rnähriing, A.tmuiig,F-ortpflanzung), sowie die 
is. d.) wandte und die Quelle des Nationalreichtums aiiimaliscbeii Verrichtungen, di-e nur dem-Tiere zu- 
niiht im auswärtigen Handel, sondern ini Grund kommen (Muskelthätigkeit, Sinnes-empsindnngen, 
und Boden und im Ackerbau suchte. Nur die Land- psychische Thätigkeiten),- erforscht. Die verg ei- 
wirtschast ist nach dieser Lehre im stande, als Ge- chende P. beschäftigt sich mit den- Lebensersihei- 
scheut der Natur einen ttberschus; von Produkten n-ringen des gesamten Tierreichs. Die Ps?chophy5k 
über den zu ihrer Erzeugung notwendigen Auf- (s.  die Physiol. Erforschung der seeli chen und 
wand zu gewinnen; sie allein also liefert ein sog. geistigen.Thätigkeiten, bildet den Übergang von der 
((p1-0stuii net)), welä)es den Unterhalt der-übrigen, P. zur Psychol-ogie  Die Untersuihungsmetho- 
nichtlandwirtschastlichen Bevölkerung möglich macht. den bestehen einerseits in der mikroskopischen Unter- 
Nur die Lcindwirte bilden daher eine wirklich pro- iuchung der tiei-ischen Gewebe und Zellen, anderer- 
diiktive Klasse. Neben ihnen stehen die bloßen Grund- seits in der Anwendung aller.experinientellen Hilfs- 
eigentümer, an welche die Pächter das produjt net mittel. der Physik und Chemie. Die milroskopisch.e 
abgeben. Die kiewerbe- und handeltrcibende Bevöl- Untersuchung bis auf die Zellen ausz-iidehne.n ist 
kerung aber bi det die cic1iisse sterile:), weil sie keine nötig, weil .ich an ihnen bereits alle die Verände- 
neuen Güter schafft, sondern mir gegebene Stoffe um- rungeii.abspielen, welche dem uiibewafsneten Auge 
wandelt oder in den Verkehr bringt und deren Wert als Leistungen des Korpei-s oder seiner Organe er- 
iiiir um den Wert der während der Bei-arbeitung der- scheinen.  ie Anipendiin.g iiaturwissensclJaftlicher 
zehrten Bodenprodukte erhöht. übrigens soll nicht Methoden ist zulässig, weil die Gültigkeit-des Ge- 
nur die Landwirtschaft, sondern auch. Industrie seyes der Erhaltung der Energie oder Arbeit für die 
nnd Handel iiach der Physiol-ratischeii L-ihule, die törverlicl)en Lebeng;iiiis3eriingen -der Tiere und des 
in dieser Beziehung durch die sreihäiidleriscbeii An- ;1Jtenschen nachgewiesen ist. Die P. ist daher be- 
üchteii Goumays is. d.) beeinflußt war, volle Frei- strebt, die betreffenden LebeiigZäußeriuigen aufphyfik. 
heit der Bewegung erhalten. Da alle Staa.tsaus- uiid chein. Vorgänge ziirilckzufi"ihren. 
gaben schließlich aus dem pr0duit net bestritten Die Pslanzenphysiologie hat die Auf abe, 
werden müssen, so ist es nach den Physiokraten am alle diesenigen Vorgänge in den lebenden pflanz- 
zweckmäsziasten, den ganzen Staatsbedarf mittels lieben Org(inismcn zu untersuchen, die sich bei der 
einer einzigen Steuer (imp6t iiniqi1e), nämlich Ernährung, beim Wachstum und beider Fortpflan- 
einer Grundfteuer, direkt von denjenigen zu er- sung derselben abspielen. Da die erstem beiden 
beben, welche den Reinertrag unmittelbar in -Em- Prozesse wesentlich them. oder phyßk. Natur sind, so 
            
en , iiamen i in( i er e an - na nie on emie un i u en u en. at 
teten Unproduktivität der gewerblichen und kommer- wird auch die fäortpslanziing auf solche Vor- 
giellten Arbeit; docih bleibt sie vZi griä;3er histi:Z. Be- gäng;2 sitzt(-kZusü regt-seiki, doch ist dies zur Ze3n;)cl) 
en un , eines-tei s a B er ter e u einer eore- iin1n" i  muier in ann man von einer  er 
fischen gGesamtaiiffasfung he-Z voll-8wirtschaftliä)en Fortpslanziing reden, denn auch die Beobachtung 
Prozefses iind andererseits wegen des außerordentlich der dem eigentlichen sexnellen Akte vorausgehendeii 
bedeutenden Einflusses, welchen ne aus Adam Sniith Erscheinungen der Bestäubung, Besruihtung sowie 
 und sein.System ausgeübt hat. Eine Sainm- die Weiterentwicklung der befruchteten Eizelle in 
lM1g der SihiHten Que-3nay-J und anderer Phhßo- ihren ersten Stadien find and) Gegenstand der P-. 
iraten wurde S Teil der Guillauminschen c(Gol1ec- insofern dabei ftoffliche Veränderungen oder Ein- 
ijoa des F-jneL1k)aux economistes  von Daire wirkungen äußerer Kräfte u. dgl. stattfinden. 
bei-ausgege en S cPhysiock-need (2 Bde., Pan Die Ernährung der Pflanzen beliebt haupt- 
 PsiF" ?xäZW "2llP M- M;  di; M 
neu an.un at.  un ein oen,oer  a 
Vgl.Guyot, I.;2uesi1ay etYIiPhysi0cratie(Par.1z96). Wasser ausgenommen und verarbeitet werden. Die
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.