Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987295
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4005406
 ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
Mai. Um diese Zeit waren bereits 300 MillionenDollar 
der Reservebanknoten gedruckt und im Keller des 
Bankgebäudes untergebracht worden. An das Schatz- 
amt tratjetzt die Aufgabe heran, dieses Geld mitallen 
Sicherheitsmaliregeln abzuholen, im neuen Raume 
aufzustapeln und die Stapelung so vorzunehmen, daß 
jedes Paket leicht auffindbar und schnell bei der 
Hand ist. Für den Umzug wurden besondere Kasten- 
wagen gebaut. Diese Wagen wurden unter Leitung 
eines Aufsichtsbeamten durch Arbeiter in den Bank- 
keller gebracht und der Inhalt sofort nach dem Schatz- 
amte telephonisch gemeldet. Je vier der Kastenwagen 
wurden dann in einen Möbelwagen geschoben und 
unterBewachung nach dem Schatzamte gebracht. Dort 
wurden die Kastenwagen geöffnet, entladen und ihr 
lnhalt aufden vorher bestimmten Platz gebracht. Jede 
Ladung enthielt etwa zehn Millionen Dollar, der Um- 
 zug dauerte etwa 14 Tage. Mittlerweile ist die Reserve 
gewachsen und beträgt zurzeit 506 Millionen Dollar, 
womit ihre gesetzmäßige Höhe erreicht ist. Es dürfte 
hiermit der höchste Geldbetrag der Welt, der auf 
einer Stelle zusammenliegt, erreicht sein. Um einen 
vorstellbaren Begriff von der gewaltigen Höhe dieses 
Betrages zu erhalten, möge die Angabe dienen, daß 
bei einer Tagesausgabe von 500 Dollar es etwa 
2800 Jahre dauern würde, bis man die Summe aus- 
gegeben hätte, man hätte also beinahe 1000 Jahre vor 
Christi Geburt mit der Ausgabe anfangen müssen, 
um jetzt zu Ende zu kommen. Mit dieser Reserve 
beträgt der gesamte Schatz, der in dem Amte nieder- 
gelegt ist, ungefähr 700 Millionen Dollar. Dieser 
Riesenbetrag steht den Nationalbanken jederzeit zur 
Verfügung, sobald sie die nötigen Sicherheiten beim 
Schatzsekretär der Vereinigten Staaten hinterlegen. 
Das Gesetz von Altrich-Freland bestimmt, daß die 
gewöhnlichen Banknoten und die Notreserve in der 
Druckausführung einander genau gleich sein müssen. 
Der einzige Unterschied besteht demnach in der Art 
der Deckungl Sobald eine Bank von der Notreserve 
Gebrauch machen will, muß sie einer Vereinigung 
von mindestens zehn Banken beigetreten sein, welche 
über ein Gesamtkapital von nicht weniger als fünfMil- 
lionen Dollar verfügt. Dieser Vereinigung hat sie die 
Sicherheiten, die in staatlichen, landwirtschaftlichen 
oder städtischen Anleihen, oder auch in sicheren 
industriellen Papieren bestehen können, zur Prü- 
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Abbildung 3. Schwingende Sicherheitstür  
fung vorzulegen. Nachdem die Vereinigung ihr Ein- 
verständnis ausgesprochen hat, wird das Sicherheits- 
papier der Regierung in Washington nochmals zu 
einer zweiten Genehmigung vorgelegt und, wenn die 
Deckung als ausreichend befunden wird, erhält die 
Bank sofort das nötige Kapital aus der Notreserve. Das 
so entliehene Geld wird bis zu seiner Rückgabe durch 
die ausgebende Bank mit einer besonderen Steuer 
belegt, welche fünf Prozent beträgt und monatlich 
um ein Prozent wächst, bis es die Maximalhöhe von 
zehn Prozent im Jahre erreicht hat. Bisher ist noch 
keine Ausgabe aus der Notreserve erfolgt. 
Die Regierung bleibt für den Rückkauf aller Natio- 
nalbanken haftbar, ebenso für den sicheren Trans- 
port bis zur Ausgabebank. Auch Noten, die auf den 
dafür vorgesehenen Stellen die Unterschrift des 
Bankpräsidenten und Kassierers der Ausgabebank 
noch nicht tragen, müssen vom Schatzamte als voll- 
wertig ausgezahlt werden. 
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