Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987295
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3682841
 ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
e Um Papier beschreib- oder bedruckbar zu machen, 
     ,    ist es notwendig, es gegen das Eindringen von Flüssig- 
 dlgt; keiten widerstandsfähig zu machen. Diesen Vorgang 
 bezeichnet man als Leimen des Papiers. Die alten 
  efxz-j," Papiermacher haben sich zu dem Zwecke des Tier- 
     f, leimes bedient,woraufauch die Bezeichnung Leimung 
  M _t  i" ß    zurückzuführen ist. Das Papierblatt wurde in eine 
    "ßeejij- solche Leimlösung getaucht und dann getrocknet. 
     Dadurch überzog sich das Blatt mit einer dünnen 
          Schicht Tierleim, die nach dem Trocknen das Papier 
    o!  beschreibbar macht. In beschränktem Maße und für 
    besondere Fabrikate findet diese Art der Leimung 
   auch heute noch Anwendung, ist aber in der Haupt- 
Abbndung 31_ Plankmenfänger sache heute ganz durch ein andres Mittel verdrängt, 
(Maschinenbauanswlt H- Füllrwm Wßrmbwnn i-Schi) nämlich durch die vonIlligAnfang des l9._]ahrhunderts 
 erfundene Harzleimung, die es erst ermöglichte, das 
Linie andre Zwecke. So dienen manche Füllstoffe, wie Papier schon im Stoff, das heißt im Holländer, zu 
Blanc fix, dazu, ein besonders schönes Weiß im Papier leimen, 
zu erzielen; ferner verringern sie das bei den meisten Zu dem Zwecke wird aus Harz (Kolophonium) durch 
Druck- und Sßhreibpapieren nnerWünSCnte Dllfen- Kochen mitAlkalien (kaustische oder kalzinierte Soda) 
seneinen des Papiers, Wesneib man Z- B- bei den eine wasserlöslicheVerbindung,dasharzsaureNatron, 
ietZt Viei verwendetenDiinndriieiipepieren senr hoben hergestellt, das unter der Bezeichnung Harzseife oder 
Erdengeneitln erreienen siient(4O Prozent dndmebr), Harzleim auch in den Handel kommt. Während man 
bei den Dieiidriieiipapieren (das beißt Papiere mit früher reines harzsaures Natron zur Leimung ver- 
miigiiebster Diene bei geringem Gewient) Verwendet wendet hat, hat sich in neuerer Zeit immer mehr 
man leichte, voluminöse Füllstoffe und arbeitet mit die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß die günstigste 
inögiieiist senweeiier Pressung auf der Papier" Leimung mit einer Seife erzielt wird, die aus einem 
ninsebine, endiien geben die Fiiiistoiie dern Papier Gemisch vonharzsauremNatronundFreiharzbesteht. 
eine gewisse Weienneit iind ineenen es inppigi was Zum Gebrauche wird die Harzseife in Wasser auf- 
mitunter reent angenehm ist: 1- B- bei Programm" gelöst, und zwar so, daß auf ein Liter etwa 20 bis 40 
Papieren usw'9 die beim Biii-ttern mögiienst Wenig Gramm kommen. Je nachdem, ob Seife ohne oder 
Geräusch machen sollen. Die Füllstoffe besitzen also mit Freihafz angewendet wurde, erhält man eine 
beute einen großen, papierteennisenen Weri- klare oder weiße milchige Lösung (brauner oder 
weißer Leim). Dieser Leim wird dem fertig gemah- 
   lenen Faserbrei im Holländer in solcher Menge zu- 
   n. gesetzt, als zur Erreichung des gewünschten Leim- 
ie   grades erforderlich ist. Man rechnet im allgemeinen 
 s}     i!  für gut geleimte Papiere (Schreibstoffe) drei bis fünf 
     Prozent Harz. Druckpapiere, die noch eine gewisse 
  7'    Saugfähigkeit besitzen müssen, werden je nachdem 
ff  i  _f_ _ nur ein Viertel bis drei Viertel geleimt; Rotations- 
f      druck wird häufig fast gar nicht geleimt. Nur Papiere 
"i l s   f für Flachdrucktechniken erfordern oft Ganzleimung, 
     da sie häufig auch beschrieben werden sollen. Der 
    ewgnrntti-    Zusatz von Harzleim allein genügt jedoch nicht, um 
  Leimung des Papiers zu erzielen. Das Harz muß 
  i  vielmehr, wenn der Leim mit dem Stoffe innig ge- 
    mischt ist, in wasserunlösliche Form übergeführt, 
 54;     gefällt werden. Das geschieht durch Zusatz von Alaun 
 ii ß "j  oder schwefelsaurer Tonerde, wodurch eine wasser- 
  unlösliche Fällung von Tonerde und Freiharz entsteht, 
    '  die teils die Hohlräume der Fasern ausfüllt, teils die 
  "   e  Fasern mit einer feinen Membran umhüllt, so daß das 
 Papier nach dem Trocknen gegen Flüssigkeiten, be- 
Abbilduna 32- Rotierender Zylinderknorenfänger sonders gegen wäßrige, bis zu einem gewissen Grade 
(MaschmwbammsiaiiHiüimeitwarmbiun" ischi") widerstandsfähig, also geleimt und beschreibbar ist. 
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