Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987295
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3682343
 ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
Sammelsendung demMuseum zumGeschenk machte, in Siam aus, wenn man die siamesischen Schreib- 
was eine wertvolle Bereicherung nach den verschie- stolfe und das siamesische Schreibmaterial betrachtet. 
densten Richtungen darstellt. Viele Einzelpersonen Weiche Fettkreide benutzt noch heute vielfach der 
und Vereine haben endlich größere oder kleinere SiamesezumBeschreibenseineseigenartigenSchreib- 
Geschenke beigesteuert, so Regierungsrat Ahnert, stoifes. Aus Cochin und von der lnsel Ceylon sind 
Professor Eichler, Fräulein Hartung und andre. Dr. Palmblätterbücher von seltener Schönheit und Größe 
Schramm endlich hat 200 Bände Schriftliteratur der bereits vorhanden, von denen das eine die Predigten 
verschiedensten Schriftgebiete für das Museum als Buddhas aus dem „Suttah Pitaka" enthält, einge- 
Geschenk überlassen. DieAbteilungKunstschrzftwird ritzt mit Schreibstengeln auf langen, breiten Palm- 
miteiner hübschen Sammlung eröffnetwerden können, blättern. Tamulische Übungshefte für Schüler in Form 
da Kunstmaler und Graphiker Wagner-Berlin, der von Palmblättern sind daneben zu sehen, ferner 
Leiter der ersten Internationalen Schriftausstellung in kunstvoll geformte Singhalesische Schreibstifte, ein 
Dresden, dem Ministerium des Innern eine größere Horoskop (ebenfalls singhalesisch) usw. Diese Ab- 
Sammlung von Schriftarbeiten der verschiedensten teilung wird in zwei Sälen eine großzügige Schreib- 
Schriftkünstler als Geschenk überwiesen hat, die dem- maschinenausstellung angegliedert erhalten, die alles 
nächst auf Wunsch des Herrn Wagner und unter Zu- auf diesem Gebiete Vorhandene enthält einschließ- 
stimmung desMinisteriums des Innern an unserneues lich der verschiedensten Diktiermaschinen, wie Par- 
Schriftmuseum kommen werden. Durch Überlassung lograph und Stenophon. Große Schreibmaschinen- 
dieser Sammlung wird für die Abteilung der Kunst- fabriken,wie Seidel8cNaumann,dieWanderer-Werke, 
schrift eine ansehnliche Grundlage geschaffen, auf die Triumph-Werke, haben bereits ihre Erzeugnisse 
der tüchtig weiter gebaut werden kann. Die Vertreter unentgeltlich zur Verfügung gestellt, zum Teil sogar 
der Kalligraphie endlich sammeln gegenwärtig, was größere Summen in Aussicht genommen, um diese 
zu sammeln ist, um,wie wir hoffen, bis Anfang August Gruppe in einer der Deutschen Schreibmaschinen- 
dem Museum eine hübsche Sammelgabe als Geschenk industrie würdigen Weise auszugestalten. 
übergeben zu können. 4. Die Bibliothek der Schriftkunde, der die Aufgabe 
3. Die technische Abteilung, die die Schreibwerk- zufällt, die ungeheuer zerstreute Literatur auf all den 
zeuge vom grauen Altertum bis zur Neuzeit zeigen genannten Gebieten zu sammeln und zu registrieren, 
wird, und das Schreibmaterial, auf dem geschrieben vor allem aber eine möglichst lückenlose Biblio- 
wurde und auf dem geschrieben wird (Pinsel, Rohr- graphie auf dem Gebiete der Schriftkunde zu ermög- 
spatel, Kalami, Kreide, Bleistift, Federn usw., so- lichen. Hier kann jeder mitarbeiten, der will, indem 
dann die Schreibstoffe, wie Palmblätter, Baumrinde, er die Museumsleitung sofort auf Literatur über 
Felle usw.). Diese Abteilung erfreut sich vor allem Schriftkunde hinweist, nicht nur auferschienene oder 
der Mitarbeit des Mannes, der den Begriff der Tech- erscheinende Werke, sondern auf jeden einzelnen 
nik der Schrift zuerst aufgestellt hat, selbst ein reich- Aufsatz, ja auf kleine Notizen, die unter Umständen 
haltiges Schriftmuseum besitzt und im Deutschen zu verfolgen für die Museumsleitung von großem 
Museum in München die Abteilung „Technik der Wert und Interesse sind. Die Zusammenarbeit vieler 
Schrift" eingerichtet hat, des Fabrikanten Rudolf ist um so nötiger, als die hierher gehörigen Aufsätze 
Blanckertz in Berlin. Sie hat aber insbesondere durch in den allerverschiedensten Zeitschriften der aller- 
die technische Schriftsammlung, die das Ministerium verschiedensten Wissensgebiete zerstreut sind. Jeder 
deslnnern dem Schriftmuseum übergebenwird,einen aber, der auf dem in Frage stehenden Gebiet etwas 
wertvollen Grundstock erhalten, an dessen Ausbau veröffentlicht, sollte in seinem eigensten Interesse 
Gesandtschaften und Konsulate, Missionsstationen  durch das Schriftmuseum wird demnächst eine 
und internationale Verbände mitarbeiten. Bis jetzt Zeitschrift „Die Schrift" als Beilage zum „Archiv für 
sind die Abteilungen Japan und China, Nordafrika, Buchgewerbe" herausgegeben, die alles genau regi- 
Indien und Siam am besten ausgebaut. Japanisches striert  und im Interesse des Gebiets, das er be- 
Schreibzeug (PinseLTusche,WassernäpfchemPapier- arbeitet, es als eine Ehrenpflicht ansehen, wenigstens 
sorten, verschiedene Schreibutensilien, Bücher usw.) ein Exemplar sofort nach Erscheinen an diese Zentral- 
sind zu sehen und geben einen guten Einblick in das stelle der Schriftkunde geschenkweise abzugeben. 
Schreibgeschäftder dortigen Schreibkünstler, die eine Am l. August dieses Jahres soll das Museum er- 
so große Rolle im Volksleben spielen. Mit Interesse öff'net werden. Schonjetzt bietet sich aber für Schrift- 
wird man aber auch die Schülertafeln und Kalami aus freunde Gelegenheit, den Grundstock der Sammlung 
den verschiedensten Koranschulen Nordafrikas be- im Buchgewerbehaus in Leipzig zu sehen, und zwar 
sichtigen, wie sie beschrieben werden mit einer aus täglich von 9 bis 1 Uhr, nach besonderer Anmeldung 
verbrannter Wolle hergestellten Flüssigkeit, wie sie auch zu jeder andern Zeit, da der Leiter des Schrift- 
nach Gebrauch abgewaschen und mit Tonerde be- museums den größten Wert darauf legt, mit vielen 
strichen werden. Und so ganz anders sehen die Dinge Interessenten in persönliche Beziehung zu treten. 
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