Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987295
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3681554
 ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
zember hielt Herr Baß einen Vortrag über: Neuzeitliche 
Buchkunst und Bibelausstattung. Eingangs seiner Ausfüh- 
rungen schilderte er den philosophischen und ästhetischen 
Wert der Bibel und betonte, daß dieselbe nicht nur als 
ein religiöses Erbauungsbuch anzusehen sei, sondern auch 
ein bedeutendes literarisches Erzeugnis darstelle. Aus die- 
sem Grunde sei sie auch zur Ausstattungsbuchkunst be- 
sonders geeignet, was schon die 42zeilige Gutenbergbibel 
und das Psalterium beweisen. Leider sei in den folgenden 
Jahrhunderten eine Verflachung in der Ausstattung einge- 
treten, während in den letzten Jahrzehnten der Bibelaus- 
stattung wieder mehr Beachtung gewidmet wird. Wir ver- 
fügen jetzt über einige Prachtwerke, wie z.B. die Bibel der 
Reichsdruckerei von Sattler bearbeitet und die Dorersche 
Bilderbibel, einejubiläumsausgabe derWürttembergischen 
Bibelanstalt.  
Zittau. In der Generalversammlun g der Typographischen 
Vereinigung am 25. Januar 1913 wurde berichtet, daß das 
abgelaufene Geschäftsjahr ein arbeitsreiches gewesen sei. 
Die Rechnungslegung ergab, daß Einnahmen und Ausgaben 
mit M308.1l bilanzieren und ein Überschuß von M 93.81 
verbleibt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder blieben in 
ihren Ämtern, mit Ausnahme des Vorsitzenden, an dessen 
Stelle Herr Hirsch trat. An gleichem Abend lagen noch 
zwei Rundsendungen des Verbandes der Deutschen Typo- 
graphischen Gesellschaften, sowie zahlreiche Neueingänge 
auf.  
Zossen. In der Sitzung der Graphischen Vereinigung am 
6. Februar 1913 hielt Herr A. Crackow einen Vortrag über: 
Rotationstiefdruck, unter besondererBerücksichtigung des 
Dr. Mertensschen Verfahrens. An Hand eines reichen 
Anschauungsmaterials gab Herr Crackow ein umfassendes 
Bild von dem jetzigen Stande des modernen Tiefdruckes, 
wie auch seiner Vorläufer, etwa in dem Sinne wie dies be- 
reits im Archiv für Buchgewerbe Band 49 Heft 10, Fort- 
schritte im Zeitungsillustrationsdruck ausführlich behan- 
delt worden ist. 
Zürich. Am 7. Dezember 1912 besichtigte der Typogra- 
phische Klub die Klischeeanstalt von A. Sulzer 8z Co. in 
Zürich. ln der Abteilung Retusche interessierte besonders 
die Handhabung des Aerograph, eines Apparats, mit dem es 
möglich ist, aus einer monotonen Photographie ein wir- 
kungsvolles Bild herauszuarbeiten.  ln der Sitzung am 
1l._]anuar 1913 sprach Herr HansMiiller aus SLGallen über: 
Druckarbeitenberechnung und Papierkenntnisse. Die Kla- 
gen über Preisdrückerei und Schmutzkonkurrenz verstum- 
men trotz des neuen Druckpreisetarifes nicht, wer sich 
nicht dazuverstehen könne, angemessene Preise zu fordern, 
habe ja schließlich selbst den Schaden zu tragen, doch ar- 
beite er auf keinen Fall zum Wohle des Gewerbes. Beim 
Berechnen umfangreicher Werke liefere der Tarif ein so 
gutes Unterlagsmaterial, daß man mitSicherheit einen der 
Arbeit entsprechenden Preis festsetzen könne. Das Haupt- 
erfordernis, um erfolgreich konkurrieren zu können, Sei 
aber eine gute technische Einrichtung, die auch ein ratio- 
nelles Arbeiten bzw. Zusammenarbeiten der einzelnen Be- 
triebe untereinander sichere. Ferner spiele die Papierfrage 
für den Drucker eine große Rolle, ein für den Druck unge- 
eignetes Papier rufe unnötige Verzögerungen hervor, der 
Kunde müsse schon bei der Auftragerteilung darauf auf- 
merksam gemacht werden. 'M' 
befanden, zeigten die künstlerische Vollkommenheit dieser 
modernen Erzeugnisse, die die Feinheit der alten Kupfer- 
drucke jetzt schon erreichen und später vielleicht noch ein- 
mal übertreffen werden. DerVortragwurde durch Herrn Wolf 
noch ergänzt, der eine eingehende Beschreibung des Flach- 
tiefdruckes gab. Hierauf besprach Herr Reuscher verschie- 
dene technische Neuerungen; so systematische Typen, die 
kürzlich auf den Markt kamen und den Vorzug haben, daß 
das Ausschließen durch den Fortfall der lllg Punktspatien 
und Viertelgevierte wesentlich vereinfacht wird. Es wurde 
aber im anschließenden Meinungsaustausch betont, daß 
sich nicht immer das Schriftbild eines Buchstaben in das 
Punktsystem zwingen lasse, da seine Stärke von andern 
Umständen abhängig sei. Das Gesamtbild der Schrift müsse 
unter dem Eindruck einzelner vergewaltigter Buchstaben- 
bilder unbedingt leiden. Übrigens sei die Idee durchaus 
keine neue. Günstiger urteilte man über den schon vor 
Jahren hergestellten systematischen Ausschluß, der nur 
Punktstärken aufweist, also Drittel nicht kennt, dafür aber 
in allen Graden Viertel- und Halbpetitausschluß enthält. 
Ein interessanter Meinungsaustausch entspann sich bei 
der Besprechung verschiedener automatischer Plattengieß- 
maschinen, wie der Senior- und Junior-Rotoplate, ferner 
der Citoplate, deren Aufbau und Arbeitsweise Herr Kiihnast 
beschrieb.- In der Sitzung am 23. November besprach 
Herr Schrader eine Sammlung Buchhändlerprospekte. Er 
ging von den ersten Anfängen derselben aus, wo zumeist 
nur Angaben über Titel und Preis vermerkt wurden. Erst 
in jüngster Zeit sei es üblich geworden, die Prospekte reich, 
ja oftmals kunstvoll auszustatten, was auch an einigen aus- 
gestellten Arbeiten ersichtlich war. Anschließend besprach 
Herr Schrader die elektroautomatische Fahrkartendruck- 
maschine, die neuerdings auf verkehrsreichen Bahnhöfen 
verwendet wird. Am gleichen Abend waren noch Neujahrs- 
kartenentwürfe der Graphischen Gesellschaften Hannover 
und Kiel ausgestellt. -mm- 
Nürnberg. Die Typographische Gesellschaft hat für das 
Winterhalbjahr l9l2jl3 einige sehr interessante Vorträge 
angesetzt. Zwei derselben sind schon gehalten worden, und 
zwar der erste von Herrn Wiedemann, der über: Der Tief- 
druck und die Künstlertechniken sprach und ausführlich 
den Hand- und Maschinentiefdruck erklärte. Herr Fischer 
hielt den zweiten Vortrag über: Die Notwendigkeit der Buch- 
druckerfachschulen. Erwies auf dieVorteile dieserSchulen 
und die Erfolge hin, die bei einem gut durchgearbeiteten 
Lehrplan zu erreichen sind.  
Stuttgart. In der Sitzung des Graphischen Klub am l0.No- 
vember 1912 hielt Herr Professor Schiller einen Vortrag 
über: Die Entstehung und den Werdegang der Schrift. Er 
ging von den bildlichen Darstellungen der alten Ägypter 
und Römer aus und schilderte die Weiterentwicklung bis 
zur Neuzeit. Als Ergänzung des Vortrages wurde am näch- 
sten Sonntag die KgLWürttembergische Landesbibliothek 
besucht. Hier gab Herr Professor Löjfler einen Überblick 
über die Entwicklung der Buchdruckerkunst, und Herr 
Kanzleirat Lemzzenau über das Zeitschriftenwesen. Eine 
übersichtlich zusammengestellte Ausstellung alter und 
neuer Bücher, sowie Zeitungen unterstützten die Ausfüh- 
rungen der beiden Herren wesentlich. Die Schätze der 
Bücherei, insbesondere die umfangreiche Bibelabteilung, 
riefen großes Interesse hervon- In der Sitzung am l5.De-
        

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