Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987284
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4002229
 
Qaß Sierbt III ßivetbeß {sanft 
ä  z. nüberfebbarift feitiangem Die an Denmamenßoetbe anEnüpfenDe 
3  ß Qiteratur, unD noch immer will Der (ätrom Don Qieuerfdyeinungeit 
a    nicht fpäriiier fließen, gefcbweige Denn rerfiegen. SeDeS Sabr 
{ä {i} 11;;  befrbert uns eine Süße von Cädmftwerfen, Die aus Dem Cötreben 
gi   Q  geboren werDen, neues DDer neugeficbteteß äliateriai gu Dem 
E2 E;  k  ßebenß: unD CämaffenäbilDe Des Sbicbterß beigutragen, oDer Diefem 
Q ä    Q5iID in Eritifcberföetracbtung einen neuen 3ug abgugewinnen. 
E;  X4 Qlngeiirfmä Diefer Llberprobuftion ift eä nur natürlich, wenn Die 
31A    51 (äoetbegemeinbe miätrauifdygeworbenift unD fcbarf nnterfcbeiDer 
 gwifcben Den (ärgeugniffen überftiegenen äpür: unD (äammei: 
eiferß, Die berechtigter Qlblebnung verfallen, unD folmen (Sfrfrbeinungen, Die wirflici) 58a: 
acbtenäwerteö DDer gar bocbwimtigeä gu fagen haben, unDinfDIgeDeffen in einer reicbbaltigen, 
nad; quaiitatirer iBDilftänDigPeit ftrebenDen (Sjoetbebibliotbef nicht febien Dürfen. 
Qer Siadnreiä, Daä Die Qlrbeit Wiüllerß gur Iegteren Rategorie gehört, ifi Ieicbt 31: 
führen. Qbwobl unter allen QBerEen (Sjoetbeä geraDe Der "Sanft" Die umfängiimfie Qiteratur 
gegeitigt bat, ifi Daä DDrIiegenDe Qäurb Der erfie eingebenDe QBerfucb, Die Qäegiebitngeit Deä 
unfterblimen ßieDidytä gur Siecbtäwißenfwaft flargniegen. ßbaä Diefer SBerfud; aber nicht nur 
neu ifi, fDnDern aud) Daß Sntereffe unD Die Qlnerfeitnung Der (äoetbegemeinbe in bobem 
Maße DerDient, ergibt fiel) fofort, wenn man Die Qlbfidyten Des ißerfafferß etwaß näher 
ins Qluge faßt. 
59er nabeIiegenDe (EinwanD, Daä Siecbt unD ßicbtungfvöilig wefenäfremD feien unD jeDer 
Qäerfuci), gwifcben beiDen ßegiebungen bergufteilen, Sweifel unD äfßiberfprurf) DerDiene, 
wirD fcbDn Durcb beDeutfame frühere ßerfume in Diefer Diirbtung wiDerIegt. (SISgI. 5. (E8. 
Safob Girimm, äBon Der iDDefie im Üierbt, 1816; D. (Sjierfe, Cber Jjumor" im Qeutfciyen 
Üierbt, 1871 unD 1886; fjofepi) Robler, öbafefpeare Der Dem {Serum Der Suriäpenbeng, 
1883; SDerfelbe, Qäerbredyertnpen in Öbafefpeareß Dramen, 1903; ipietfcber, Siurift unD 
Fbirbter, 1881 ufw.)  
{Die bauptfawe Diefeä Qinwanbeä, Den "Srrglauben an Die Qrocfenbeit Der Suriftlerei", 
weifi äliüller mit (Sntfmiebenbeit gurücf. Zbie iurifiifciye (Zecbnif fwleppe gwar mancbeä 
ärocfene mit fiel); Don Der äßißenfmaft gelte Das aber Durcbauß nicht. 
über Daä iBerbäItniG Deß ßiecbteä gu Runfi unD Cbicbtung fagt Qliüller: "Qlßie Die 
Qunft beberrfdyt wirD von Dem QicbtgeDanPen Deä Cäcbönen, waItet in Der Dierbtß; 
wiffenfciyaft Der Deß (öerecbten. (Sir ifi, wie Der Deä Qlßabren, (öuten, Cämönen, nur mit 
ficf) felbft Dergieiwbar unD trägt in fid) feinen SIBert. 6D mögen fcbon um Deäwillen 
illbnlimfeiten gwifrben Runfi unD Diecbt gu finDen fein. Qlber mebr noch: Siecbt unD 
Siunfi entfiieäen einem unD Demfelben Llrquell  Der (Dbantafie (CiinbilDungßfraft), 
worunter wir Die Kraft Der Slienfmenfeele Derfteben, unmittelbar eDIe unD würDige QSDr: 
fiellungen 3a biIDen. 
i-- 
 
Ilaä Üiecht ift alfo Der Sbichtnng  fie gehört ja mit gur Rnnfi  minber fremb, 
015 55147399 iäelfadlfllnß wähnen mag. Ilnb gumal bei fRoman unb SDrama Finnen 
tanfenbfältige Qäerührungen mit bem {Recht nnb Qäegiehnngen in ihm nicht anäßleihen. 
5Denn ßeibß Qidßllnßäarfßn ftellen ben Wienfchen bar in feiner Qharafterentmicllitng nnb 
Föetätigung, feinen Qlnlagen, Kräften, Qöefirebnngen nnb Üchicffalen . . .  . Sbaä Erben 
beß emenfchen aber verläuft iag für iag im Qäannfreife beä Üiechtä, beffen Cäatgungen baß 
Sieheneinanber ber (Eingelroefen nnb ihrer ßerhänbe ermöglichen unb regeln, bie Qäefugniffe 
999911651141"??? aßßrenie", M? Qelellfmaftlime Drbnung gemährleifien . . . .   
Üioch flarer erfichtlich, als bie allgemeinen Qöegiehungen gmifchen iRecht unb Dichtung, 
ifi Das hefßnberß Sßefbältniß beß "äaufi" gut Üiechtämiffenfclyaft. Qioethe nnb fein äaufi, 
beibe haben Eliewtäfiubien getrieben. 3m (Derfönlimfeitähilbe bes äauft treten freilich 
baß philofophifche unb baß theologifche Element viel ftärfer hervor, als Das inriftifme. 
(Sjoethe aber hatte fich, wenn auch ohne rechte Sieignng, mit ber Diechtämiffenfchaft 
Ißßßrßlifd) w") Pfaffild) i" lßlfbem imaäe hefaßt, baß eine große Qlngahl von Üiechtß: 
begriffen {ich in feiner Qiebanfexiwelt heimifch gemacht haben muäte. Cbiefen Qöegritfen im 
"fgaufi" nachgnfpiiren, bie Qlnfnüpfungäpnnite anfgugeigen, an benen mir auß (sjoetheß 
liebenswert in iuriftifchen, namentlich rechtßgefchichtlichen Sbeen gelangen, ifi baG ßiel, 
Dem 9Jiüller in feiner Qlrbeit gnftreht. (är fagt barüher im 
iB v r m v r t 
"(Einer ßicbtung, Die wie Qioetbes "Sam?" Den Qlienfcben famt feiner Umwelt IebenDig 
vor Qlugen führt, Eann Das fRecbt fo menig wie Dem (irDenDafein feIbet ntangein. iDian 
Darf alfo im SDratna Die (Erfcbeinuttgen unD (äebiIDe Des {Rechts anffumen unD geigen, 
obne Den ßortvurf poeßemorDenDer Öinnbuberei fürchten gu müffen. 
ßicberlid) lobnt es, 3,11 prüfen, ob Der Cbicbter bemußt von gemißeti Siednsboritellungen 
ausgegangen fei. Zbarüber hinaus aber geitattet Der Cbauerwert Des äunßiverfs Die frage, 
was es, unabhängig von ermeislimer Qibiicbt Des Gwßpfers, an recbtsgefcbicbtlicbett 
Qlttfiängen unD UberbIeibfeIn birgt; ob Siecbtsgebanfen es web! gar befiimmenD Durd): 
malten.  Sbiefer Qlufgabe iinb Die foIgenDen Fölätter gemiDntet. Üie menDen iicb an 
jeDen GJDetbefreunD.  SDen Üiicbtiuriüett möchten iie Das äfßeltgebiwt von etlicben 
Cöeiten anfrbauen IaiTen, Die er bisher weniger beachtet bat. 53er Snrift möge gufeben, 
ob Unterhaltung im Eäereicbe feines (fyacbes Denn mirflicb ausgefcbloßeti fei. LInD follte 
Der eine oDer anDere binmeis autb Die Qiufmerffatnfeit Des ßorfwers berDienen,  Das 
ßeßte war Das äömßerrungene. 
ibie Qäeftimmuttg für fo nerfdyiebene Sireife nötigte IeiDer Dagu, einen (Zeit Des Gtofes 
in "llnmerfungen gu bermeifen. Qiutb erfcbien es guweiien geboten, Dem ßange Der 
Jjßanblung ein Gtücf gu folgen unD Dabei manches 5a berühren, was mit Suriiierei 
wenig gu tun bat; boifentlid) finDet man, Daß Dennod) nicht miDer Das ßpridywort vom 
Cäcfmtet unD feinem Qeifien gefünDigt ifi." 

        

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