Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987284
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3997914
 ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
Gedankenlosigkeit eingerissen sei, nicht nur im schrift- machen müßten, während der Arbeit an" Maschinen nicht 
liehen Geschäftsverkehr, sondern auch in den Zeitungen durch gegenseitige Unterhaltung die Aufmerksamkeit von 
und Zeitschriften. Das Kaufmannsdeutsch ganz besonders derArbeit abzulenkemferner dafür zu sorgen, daß0rdnung 
enthalte allerlei Ungeheuerlichkeiten, die sich allgemein und Reinlichkeit in der Umgebung der Maschinen herrsche 
eingebürgert hätten und bekämpft werden müßten. Hierher und daß sie sich den zu ihrem Wohle ersonnenen Schutz- 
gehöre die Anwendung von Worten wie: Antwortlich, bald- Vorrichtungen nicht feindlich gegenüberstellen, sondern 
gefälligst, höchstmöglich, ferner die sinnlose Steigerung: damit befreunden und etwaige Unbequemlichkeiten, die bis 
Hochachtungsvollst usw. Ferner wandte sich Herr Hennig zur eingetretenen Gewöhnung damit verbunden, als not- 
gegen die mehr und mehr um sich greifende Gewohnheit, wendig in den Kauf nehmen sollen. Wenn das Interesse 
für Handelsiirmen endlos lange Bezeichnungen zu wählen der Arbeiter für die Unfallverhütung vorhanden sei, dann 
und diese dann beliebig abzukürzen, wie z. B. Hapag, AEG, habe die Berufsgenossenschaft mit ihren Anordnungen 
Gea, Dapag, Efubag. Was solle ein Forscher späterer Zeit, schon gewonnenes Spiel und es würden sicher viele Un- 
der sich mit unsrer Kultur befasse, sich unter solchen Ver- fälle vermieden werden. Diesem Zwecke zu dienen, seien 
stümmelungen denken. Aber ebenso ungeeignet müsse die demnächst in allen größeren Druckstädten zu veran- 
man die Wahl langer und mehrfach zusammengesetzter staltenden Vorträge bestimmt. -r. 
Straßennamen bezeichnen, wie z. B.: Prinz-Louis-Ferdi- Breslau. In der Sitzung der Typographischen Gesell- 
nand-Straße, Kaiser-Franz-Joseph-Platz. Schon aus Rück- schaft am 5.Juni 1912 hielt l-lerr Fritz Ziemke aus Leipzig 
sicht auf den Fremdenverkehr sollten solche Bezeich- einen Vortrag über das Thema: Was für Aufgaben stellt 
nungen vermieden werden. In Inseraten findet man öfter die Praxis. Er wies eingangs seiner Ausführungen darauf 
den Ausdruck: 5-6 Gehilfen werden gesucht, das sei hin, daß jeder Gehilfe, gleichviel welcher Sparte er ange- 
sinnlos, denn 51h gäbe es nicht. Setzer, Korrektoren, Re- höre, für seine Fortbildung unermüdlich tätig sein müsse, 
visoren und alle, die mit der Herstellung von Zeitungen denn nur ein leistungsfähiger, aufallen Gebieten des Buch- 
oder andern Druckwerken zu tun haben, seien berufen, an drucks und der verwandten Gewerbe bewanderter Mann 
der Vermeidung solcher Sprachfehler mitzuwirken und für habe ein gesichertes Fortkommen. Herr Ziemke kam dann 
die Korrektheit unsrer deutschen Sprache einzutreten. Im auf die verschiedenen, in der Praxis an den Gehilfen heran- 
Anschluß daran gab Herr Zehnpfund einen Bericht über tretenden Arbeiten zu sprechen, und erteilte mancherlei 
die im Versammlungsraum ausgestellten Drucksachen von praktische Ratschläge, die sich mancher junger Gehilfe zu- 
derWeltausstellunginTurin. Er machte daraufaufmerksam, nutze machen könnte.  In der Sitzung am 19.Juni be- 
daß diese ziemlich wahllos zusammengetragenen Arbeiten richtete HerrBasler über die Bewertung derI-Iannoverschen 
keineswegs geeignet seiemjüngeren Typographen als Vor- Johannisfestarbeiten. Herr Neugebauer besprach sodann 
bilder zu dienen, denn sie enthielten im allgemeinen nur das von der Kunstanstalt Meisenbach Riffarth 8: Co. in 
Durchschnittsprodukte des täglichen Bedarfs. Das Be- München herausgegebene Buch: Aus der Industrie für die 
streben der Aussteller sei in erster Linie darauf gerichtet, Industrie. An der zeichnerischen Ausgestaltung waren 
ihre Fabrikate so vorzüglich wie möglich herzustellen, nur hierbei Künstler, wie Behrens, Cissarz, Klinger usw. mit 
große, bereits eingeführte Firmen seien in der Lage, be- Erfolg tätig, während die ausführende Firma große Sorgfalt 
sondere Aufwendungen für Drucksachen zu machen. Im auf die Herstellung der Ätzungen und des Druckes gelegt 
anschließenden Meinungsaustausch bemerkte Herr Georg hatte. Ein andres dem oben beschriebenen fast gleich- 
Wagner, daß die großen Geschäftshäuser mehr und mehr kommendes Werk sei das der Firma Fr.W.Ruhfuß in Dort- 
davon zurück kämen, ihre guten Drucksachen aufAusstel- mund, welches unter dem Namen: Wie illustriere ich, in 
lungen offen auszulegen, weil sie vielfach lediglich von den Verkehr gebracht worden sei und gleichfalls einer ein- 
Ausstellungsmardern weggenommen würden, ohne einen gehenden Besprechung unterzogen wurde. Zum Schluß 
Zweck zu erfüllen. In Turin hätten die namhaften Aus- der Sitzung kamen einige technische Fragen zur Beant- 
steller die Adressen der Fremden in den Hotels ausge- wortung, Herr Günther besprach noch kurz Arbeiten aus 
kundschaftet und diesen ihre Kataloge direkt zugesandt. dem Schriftschreibekursus der Gesellschaft. G-e. 
 In der folgenden Sitzung hielt Herr Rothe einen Vortrag Erfurt. Der Typographische Klub hielt am l7. Mai 1912 
über: Berufsgenossenschaft und Unfallverhütung. Er seineGeneralversammlung ab, in derHerrBornemannüber 
schilderte die traurigen Verhältnisse vor dem Erlaß der das vergangene Geschäftsjahr einen ausführlichen Bericht 
Krankenkassen- und Reichs- Unfallversicherungsgesetze, erstattete. Aus demselben war zu entnehmen, daß der Klub 
wo dem durch einen Betriebsunfall verletzten Arbeiter eine rege und erfolgreiche Tätigkeit entfaltet hatte._ In der 
kein Anspruch auf Entschädigung irgendwelcher Art zu- Sitzung am 24. Mai besprach HerrHampel die Rundsendung 
gestanden wurde, erläuterte die wesentlichsten Bestim- des Verbandes der Deutschen Typographischen Gesell- 
mungen des Gewerbe-Unfallversicherungsgesetzes und gab schaften, norwegische und russische Drucksachen.  In der 
ein zahlenmäßiges Bild von den Segnungen der sozialen Sitzung am 7.Juni waren Arbeiten der Buchdrucker-Fach- 
Gesetzgebung, auf Grund deren die Arbeitgeber allein bis klasse zu Leipzig ausgestellt, die HerrHalm einer eingehen- 
ZumJahre 1909 4792 Millionen Mark an Beiträgen geleistet den Besprechung unterzog. Im anschließenden Meinungs- 
hätten. An der Hand zahlreicher Lichtbilder zeigte der austausch kam einstimmig zum Ausdruck, daß sowohl 
Vortragende dann die wesentlichsten Schutzvorrichtungen Satz- wie Druckausführung eine äußerst sorgfältigeBehand- 
für die beim Buchdruckgewerbe hauptsächlich in Frage lung erfahren haben.  In der Sitzung am 12.Juni hielt 
kommenden Maschinen, wie Tiegeldruckpressen, Schnell- HerrMuseumsdirektorDnSchinnerer vom Deutschen Buch- 
pressen, Rotationsmaschinen, Schneidemaschinen, sowie gewerbeverein zu Leipzig einen Lichtbildervortrag über: 
Schutzvorrichtungen an Transmissionen und Antriebs- Moderne Reklamekunst. Siehe Archiv für Buchgewerbe: 
motoren. Er betonte, daß die Arbeiter es sich zur Pflicht Jahrgang 1912, Heft 6, Liegnitzer Vereinsbericht. -el- 
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