Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987284
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3995126
 ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
Unterrichtsministers Leygues vom 26. Februar 1901 Prüfung der Druckmanuskripte auf Zuverlässigkeit 
zugelassen sind, durchgeführt haben, so muß dies und Korrektheit erwünscht, doch wäre es schon ein 
dem Setzer mit besonderer Anweisung gesagt werden, großer Fortschritt, wenn fernerhin nur das hier Er- 
damit nicht ein unnötiges Hin und Wider Platz greift wähnte einer genaueren Kontrolle unterworfen würde 
(Weglassen des Bindestrichs in der Frageform der  mancher Tag unnützer Arbeit wäre dadurch er- 
Verben usw.),oder eswerden sich mancherleiRichtig- spart und viele Auseinandersetzungen über Manu- 
stellungen in der Korrektur, wie in zahlreichen andern skriptentschädigung oder vermeintliche Uberberech- 
derartigen Fällen, kaum vermeiden lassen. nung der Verfasserkorrekturen wären beseitigt. Im 
Register in alphabetischer Folge sind am besten allgemeinen erwarten ja die Druckereien gar kein 
auf gleichgroßen numerierten Zetteln anzulegen, weil buchstäblich vorbildliches Manuskript und stehen 
alsdann Verschiebungen gleich im Manuskript mit auch aus alter Erfahrung den Handschriften, die „wie 
Leichtigkeit vorgenommen werden können, denn sehr gestochen" sind, recht zweiflerisch gegenüber, aber 
oft haben die Autoren Eigenheiten, die beim Druck das eine muß denn doch für eine gedeihliche Arbeit 
nicht mehr in die Erscheinung treten dürfen, so bei- vorausgesetzt werden: daß nämlich einVerfasser und 
spielsweise das Einreihen von Ä Ö Ü unter Ae Oe Ue, Verleger von vornherein darüber klar sind, was sie 
oder sie reihen dieWörter unter falschem Buchstaben wollen, und daß Sie Zum mindesten AnWeiSungen 
ein, z. B. unter C, während im Werke bereits K-Z geben, wie sie es wollen und sich nicht dabei bloß auf 
durchgeführt ist usw. Sollen Stichworte in einer die Fiiidigkeit des Druckereipersonals verlassen und 
Schreibung, die im Text nicht zur Anwendung ge- hinterher, wenn diese einmal etwas hinter den Erwar- 
kommen ist, im Register aufgeführt werden, so ist tungenzurückgeblieben,alleihrevorhernichtgeäußer- 
der Setzer hierauf zweckmäßigerweise besonders auf- ten Wünsche als Selbstverständlichkeiten hinstellen. 
merksam zu machen, damit die Druckerei nicht in Wenn in vorstehenden Ausführungen auf die viel- 
Zweifel kommt, ob solche abweichend geschriebene beklagten schlechten Handschriften nicht ausdrück- 
Wörter überhaupt auszuscheiden sind. Im übrigen lich Bezug genommen wurde, die, wie nicht geleugnet 
ist es gut, für den Satz von vornherein vorzuschreiben, werden kann, für die Satzreife eines Manuskripts von 
wie die Unterführung zu handhaben ist, ob z. B. nur großer Bedeutung sind, so mag dies dadurch seine 
selbständigeWörter oder auch bei Zusammensetzun- Erklärung finden, daß bekanntlich auch die abge- 
gen Wortteile unterführt werden dürfen oder wieder- schriebenen Manuskripte oft nicht satzreifer sind als 
holt werden sollen: Originalhandschriften, denn sie enthalten gewöhnlich 
Nerven 12 oder Nerven 12 nicht nur eine Menge durchgeschlüpfter sinnentstel- 
 Empfindungsnervenlö, 19  Empündungs- 16,19 lender Verlesungen, sondern lassen auch bezüglich 
 moioilsche 13  fasem 13 der Einrichtung, Durchführung der Orthographie und 
 sensible 14120  mTOIiSCÜe 13 Interpunktion sowie der Gleichmäßigkeit überhaupt 
Nervenfaäer" 12  "m? 19 viel zu wünschen übrig. wenn sie nicht der Verfasser 
Nervenreize 19  sensible 14, 20     
Nervensystem U  System 11 nochmals ganz sorgfaltig durchgearbeitet hat  dies 
 sympmhisches 12  _sympathischeslz aber ist in den meisten Fallen nicht geschehen, son- 
nsw, dern nur eine sehr oberflächliche Durchsicht vorge- 
Auch für die Zahlenhinweise wäre anzugeben, nommen worden. Zudem verbergen sich all die üblen 
ob sie durch Komma zu trennen sind oder nicht Eigenschaften derAbschriften noch heuchlerisch unter 
(122, II 18, 20, 160 oder 122; II, 18 20 160 usw.), einem anständigen äußerenGewande.Übrigensgibtes 
ob bei jeder Zeile eine Schlußinterpunktion (Punkt) viele Setzer, die sich in die Eigenartigkeiten von Ge- 
gesetzt werden soll usf. Ist bei Zettelmanuskript ein lehrtenhandschriften einzulesen verstehen, und jede 
Teil der sich anhängenden Zettel nicht mitzusetzen, vernünftigeDruckereileitungwird sich solcheArbeiter 
so gehört es sich für ein satzreifes Manuskript, die warm halten- daß die hierbei etwa entstehenden Zeit- 
wegzulassenden Stichworte usw. auszustreichen und Verluste besonders vergütet werden müssen (Manu- 
genau so viel Wiederholungsstriche hinzuschreiben, skriptentschädigung), liegt in der Natur der Sache. 
als gesetzt werden müssen. Eine Anforderung, die Gerade wegen der Mangelhaftigkeit der Manu- 
fast nie erfüllt wird und den Registersatz zu einem skripte sollte die Druckerei aber auch beachten, daß 
Gegenstand ständiger eingehender Beratung der Be- sie bei Vorlegung der Probesätze Gelegenheit hat, auf 
teiligten macht. Da das Register doch meistens die Unklarheiten hinzuweisen und eine bessere Ver- 
Schnellschuß wird, kommt auch gerade hier recht ständigung herbeizuführen. Es ist eben nötig, für die 
Sehr in Betracht, wenn hinterher Änderungen vor- Probeseiten ganz sorgfältig die geeignetsten Stücke 
genommen werden müssen, die vielleicht ein Um- auszuwählen und den Satz auch wirklich als Muster 
laufen der Spalten nötig machen. für die Satzeinrichtung nach jeder Hinsicht (auch in 
je nach der Art eines Werkes und seiner Anlage bezug auf Kleinigkeiten der Interpunktion, Abkürzun- 
wäre noch für mancherlei andres eine eingehendere gen USW.) Zu gestalten- 
107 14'
        

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