Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987278
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3686776
 
 
ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
Bücher- und Zeitschriftenschau; verschiedene Eingänge 
3' Die Papierindustrie. (Ihre wirtschaftliche Entwicklung bildung wertvolle Anregungen für die immer noch recht 
und heutige Lage.) Von Dr- Fritz Sßllmdnrl- Verlag von partikularistisch gesinntePapierindustrie. Dr.v.POSSanner- 
Franz Siemenroth, Berlin. Preis geh. M 3.50. Der Verfasser i: Kunstpflege in Haus und Heimat. Von Richard Biirkner. 
hat sich die Aufgabe gestellt, die wirtschaftliche Entwick- Leipzig 1910. Verlag von B. G. Teubner. M. 1.25. In diesem 
lung und Bedeutung derPapierindustrie und derverwandten schon in zweiter Auflage vorliegenden 77. Bändchen der 
Industrien, die heute noch Vielfßeh Stark unterschätzt wer- Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Dar- 
den, einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen, und stellungen „Aus Natur und Geisteswelt" geht der Ver- 
hatdieseAufgabe imgroßen undganzen auch sehrgutgelöst. fasser allem Unschönen, Unkünstlerischen, Unnötigen, 
lfn ersten Teil des BueheS (Kap. I-III) kommen die tech- Übertriebenen, Ungesunden usw. usw. in unsrer modernen 
nischen und wirtschaftlichen Veränderungen in der Papier- Kunst, in Haus, Kleidung, kurz in der ganzen Kultur scharf 
industrie im l9._]ahrhundert zur Sprache, und die dadurch zu Leibe. Fast immer mit Recht, manchmal etwas beinahe 
bedingte Verschiebung ihrer Stellung im Wirtschaftsleben. drastisch oder zu drastisch. Aber letzteres schadet nicht. 
Von besonderem Interesse ist dabei die Verteilung der Schließlich heißt es auch hier: Geschmackssache! Es 
Industrie auf die einzelnen Länder, sowie das Verhältnis wird sich nicht jeder jede Ansicht Bürkners zu eigen 
zwischen Ein- und Ausfuhr; ferner Fragen der Schutz- und machen, aber auch hier wird es sich bewahrheiten und 
Handelspolitik als Schutz für den Rohstoffbezug und Ab- dieses Mal zwar im guten Sinne: semper aliquid haeret, 
satz des fertigen Fabrikates. Das dritte Kapitel ist der etwas bleibt immer hängen, ein Teil der Saat geht sicher 
neuesten Entwicklung der Papierindustrie (1880 bis heute) aufund wird Früchte tragen. Es sind im allgemeinen kern- 
mit deren Folgen für die Preisbildung gewidmet, in dem gesunde Ansichten, die derVerfasser verficht, und daß sie 
am Schlusse eine eingehende, kritische Betrachtung über Hütte wie Palast betreffen, das ist für das Buch ein beson- 
den Durchschnittsertrag der deutschen Papiermacherei, dererVorteil:es gehört in alleGesellschaftskreise und sollte 
sowie über die Bilanzen und Dividenden großer Werke von allen gelesen, sein Inhalt von allen beherzigt werden, 
enthalten ist. die auf guten Geschmack in ihrer werk- oder festtäglichen 
Der zweite Teil des Buches behandelt den Aufbau der Umgebung, sei's im großen, reichen Besitztum, sei's in der 
Papier- und Hilfsindustrien und bringt ein recht wertvolles einfachen Bürgerstube halten. Jeder kann daraus lernen, 
Zahlenmaterial über die Verteilung der verschiedenen keiner wird das zweckmäßig illustrierte Büchlein un- 
Zweige der Papierindustrie auf die einzelnen Länder, sowie befriedigt aus der Hand legen. 5- M- 
über die verschiedenen Kombinationen (Papier, Zellstoff, 3' Die Farbenmischungslehre und ihre praktische Anwen- 
Strohstoff, Holzschliff) mit besonderer Berücksichtigung dungzVonKarlMayenßerlin191l.Verlagvonjuliusspringer. 
der verschiedenen großen Konzerne in Deutschland. Dann Preis broschiert M 4.- Der Verfasser übergibt in vorlie- 
folgt eine eingehende Besprechung der Bestrebungen und gendem Werk die Ergebnisse seiner systematischen experi- 
Versuche zu Kartell- und Trustbildungen in der Papier- mentellen Arbeiten und Studien über die Farbenmischun- 
industrie unter Würdigung der Vor- und Nachteile, die da- gen der Öffentlichkeit. Der erste Teil des Buches enthält 
mit verbunden sind, wobei der Verfasser zu dem Schlusse theoretische Betrachtungen über das Zustandekommen der 
kommt, daß eine solche Kartellbildung für die Papier- einzelnen Farbtöne, den Unterschied von Licht-und Kör- 
industrie wünschenswert und notwendig ist, und allein eine perfarben, Grund- und Mischfarben und eine ausführliche 
Garantie für ein geordnetes Wirtschaftsleben zum Nutzen Besprechung des Dreifarbensystems. Jeder Farbton kann 
von Erzeuger und Verbraucher bietet. Dabei sind auch die darnach im allgemeinen entweder durch eine einheitliche 
Verbände der papicrverarbeitenden Industrien nicht über- Körperfarbe erzeugt oder aus den drei Grundfarben Gelhi 
sehen, sondern ihrer Bedeutung entsprechend gewürdigt Rot,Blau kombiniertwerden,undzwarwird durch Hinzufu- 
werden. gen von Schwarz zu den Grundfarben das Verfahren erheb- 
Aln Ende des Buches sind nach weigere Erscheinungen lich verbessert. Der zweite Teil ist die praktische Farben- 
der Organisation in der Papierindustrie herangezogen, be- mischungslehre und stellt das einzig richtige Prinzip aufi 
sonders die Tätigkeit der Fachvereine, die in bescheidenem Aus der Kombination zwischen der Anwendung einheit- 
Maßstabe die Kartelle ersetzen, und deren Tätigkeit zum licher Farben und den Grundsätzen des Dreifarbensvstems 
Teile auf Regelung oder doch wenigstens Beobachtung von ergibt sich die praktische Farbenmischungslehre. Die Auf" 
Erzeugung undVerkaufhinausläuft,die ferner das Interesse gabe, einen bestimmten Ton auszumischen, wurdebisher 
d" PePierindustrie bei Gesetzgebung, Zoll- und Handels- nur auf dem Wege von Versuchen gelöst, und die richtgge 
politik zu wahren haben, und die endlich auch besonders und schnelle Lösung war von mehr oder weniger gro er 
ä" Deutschland in großzügigem Stile die Aufgabe verfolgen, Erfahrung und Geschicklichkeit abhängig-hgiflfigs: 123:; 
       
sorgen, daß die Illäflsjl-"an luftigen fplfärmac "am ahui zu d ti eordneten Weise unterbringen, uaß das da?" 
bleibt. le a" Ihrer langen Hohe er a {an chi" gniiner bestimmten Farbennuance ohne Schwierig- 
Das Werk v  sc- age a lich ist Es muß dabei natürlich auch die Kon- 
wirtschmle on Salzmann bedeutet sowohl fur den Volks- keiten in gder zur.Farbtabene verwendeten Tönung genau 
wünschten r als auch für den Papiermacher einen er- zentration d  Be hnung gezogen werden. Aufdiese 
gerade Älwßchs der wirtschaftlichen Literatur, die festgestellt un in lrec M's hfarben nicht 
 auf diese     Weise erfolgt dann die Herstellung der l e 
m, bietet ein m Gebiete recht sparlich und zersplittert hr wie bisher durch Zusammenmischen der Farbstoffe 
seinem zweitglmfangreiches Zahlenmaterial, und bringt in me k  N ncieren bis der gewünschte Farbton 
n Teil über Kartellbestrebungen und Preis- und S" "sswes "a ' 
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