Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987278
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3688415
 ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
Die photomechanischen Vervielfaltigungsverfahren im jahre 1911 
Von Professor Dr. E. GOLDBERG, Leipzig 
 ENN auch diesmal über umwälzende Aufnahmen sind. Da das Lampenstativ nunmehr 
ä äNeuerungen nicht berichtet werden nicht mehr auf dem Reißbrett mit der ganzen Schwere 
i äkann, so wird man daraus nicht schlie- ruht und dessen wagerechte Lage gefährdet, so kann 
 ßen können, daß im Jahr 1911 wenig es beliebig schwer ausgeführt werden (Abbildung 1). 
Interessantes auf dem Gebiete der Reproduktions- Die am Schwingstativangebrachten Lampenkönnen 
tecbnik entstanden ist. Man kann Sogar mit Freude jedoch nicht überall verwendet werden, da die Arme, 
feststellen, daß fast in allen Zweigen unsrer Technik auf denen dieLampen hängen, eine beschränkte Länge 
verschiedene Neuheiten bekannt geworden sind, die haben. Man wird also nach wie vor auch besondere 
alle Aussicht haben, sich in der Praxis einzubürgern. fahrbare Stative für Lampen gebrauchen, die ent- 
Insbesondere gilt diese Bemerkung für die Kamera- weder an der Decke befestigt sind oder auf dem Fuß- 
fabrikation, wo wieder eine ganze Reihe von Kon- boden neben der Kamera hingestellt werden. Die 
struktionen zum Teil patentiert worden sind, zum letztere Anordnung hat neben vielen Vorteilen den 
Teil in den Handel gebracht sind, die die Ansicht Nachteil, daß die Lampen nicht genügend nahe an 
begründet erscheinen lassen, daß unsre heutige Ka- das Reißbrett gebracht werden können, da die Fahr- 
mera im Laufe der Zeit noch bedeutende Verände- bahn des Schwingstativs im Wege steht. Insbeson- 
rung erfahren wird. Mit der konstruktiven Durch- dre macht sich dieser Nachteil bei Aufnahmen mit 
bildung der Reproduktionskamera beschäftigen sich Prisma geltend, da dann die Mitte des Reißbrettes 
nebst einigen englischen Firmen ganz besonders die außerhalb der Mitte der Fahrbahn zu stehen kommt. 
beiden Leipziger Werkstätten Falz 8c Werner und Aus diesem Grunde wurden schon vor einigen Jahren 
Hoh ScI-iahne, von denen fast sämtliche bekannt ge- Stative konstruiert, deren Oberteil nur aus einem 
wordene Patente stammen. Man kann hier deutlich Balken besteht. Diese Stative scheinen sich in der 
zwei Richtungen verfolgen. Erstens wird auf ver- Praxis wenig eingebürgert zu haben, da jetzt neue 
schiedene Weise versucht, die Anordnung der Licht- Konstruktionen bekannt werden, die eine schmale 
quellen so bequem zu machen, daß einerseits der Fahrbahn (den Vorteil des Einbalkenstativs) mit einer 
höchste Lichteifekt erzielt wird und anderseits die genügenden Standhaftigkeit(dem Vorteil des gewöhn- 
Lampen nicht im Wege stehen. Im vorigen jahres- liehenZweibalkenstativs)zu verbinden suchen. Solche 
berichte haben wir bereits die der Firma Hoh St Hahne Stative sind der Firma I-IohSzI-Iahne in verschiedenen 
patentierte Anordnung der Lampen am Reißbrett be- Ausführungsformen geschützt, von denen wir nur 
schrieben und abgebildet. Nach dem neuen Patent eine typische in der Abbildung 2 zeigen. 
von Falz 81 Werner wird der fahrbare Lampenträger Diezweite HauptrichtungderKonstruktionen äußert 
nicht am Reißbrett, sondern auf der Fahrbahn, auf sich in dem Bestreben, die Kamera so einzurichten, 
der sich die Ka- daß der Photo- 
mera bewegt, an-   graph sich mög- 
gebracht. DieVor-       lichst selten von 
teile dlßSöf KOII- 5 : Ä i" Seinem Plafzg an 
struktion bestehen  n m1;  15 der Mattscheibe 
darin,daßdieLam-  g:   beidemEinstellen 
pen unabhängig      m  w.   zu entfernen hat. 
von dem Reißbrett,   t     I   Zu diesemZwecke 
das als Träger des         werden jetzt fast 
aufmwhmenden      Sämtliche Ver- 
ÜChSf Wenig b? ä   Ä   Schnecken,Trans- 
lastet werden soll,   f      portspindeln, 
sind und daß des-     Zahnrädern, bieg- 
halb ihre Erschüt-    {r  i samenWellenver- 
terungen beim Re-        bunden, daß der 
gulieren oder beim   Photograph von 
zufalligen Beruh-  einer Stelle aus 
ren während der  die Hinterwand 
Exposition von     und Vorderwand 
keinemEinflußauf Abbndun l der Kamera, das- 
die Schärfe der g Objektivbrett, das 
340
        

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