Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987278
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3688278
 ARCHIV FÜR BUCI-IGEWERBE  
der Rohprodukte sogar noch etwas nachgelassen. von zwei Positionen meist bedeutend erhöhten. Aus- 
Und das Entgegenkommen der Fabriken allen Wün- fuhrmenge und zugleich Durchschnittswert sind in 
schen der Kundschaft gegenüber muß wohl allseits der Position Papierdruckfarbe gewachsen, die in der 
anerkannt werden! Geradezu beispiellos ist dieses, Hauptsache wohl schwarzeWerk-, Akzidenz-,lllustra- 
wenn es sich um Beanstandung von Waren handelt, tions- und Federfarben umfaßt. Billigere Zeitungs- 
denn die Fälle sind gar nicht so selten, daß z. B. farben für Flachdruck und Rotation, die im Inland als 
Waren nach Ablauf von vielen Monaten, sogar noch Massenartikel verbraucht werden, kommen für den 
nach einem Jahre vom Kunden der Fabrik zur Ver- Export nur wenig in Frage, weil Zoll und Fracht die 
fügung gestellt und auch wieder zurückgenommen Ware unverhältnismäßig verteuern. 
werden. Als Folgeerscheinung des Wettbewerbs der Der deutsche Export erstreckt sich in großem Maß- 
einzelnen Fabriken muß es auch angesehen werden, stabe innerhalb Europas auf fast alle Staaten, mit 
daß die Ausstattung der Farbenkataloge und Druck- Ausnahme von Frankreich und England, und sonst 
proben immer besser und kostbarer wird. Einzelne beinahe auf alle Uberseestaaten, die nordamerikani- 
dieser Kataloge sind schon beinahe eine Sammlung schen ausgenommen. In den genannten Ländern wird 
1910 1909 
 Maße  Dääififäfiiis" 
d: M M a1  M M 
Ruß 31 135 908000 29.17 27191 816000 30.00 
Buch- und Kupferdruck- 
Schwärze, trocken, nicht 6089 729000 118.00 6835 265000 30.00 
zubereitet 
 d F b- 
Hgmemfarbe "n ar 18397 1766000 06.00 10340 1730000 105.83 
lacke, trocken 
bunte Druckfarben 2423 854000 352.45 2217 443000 200.00 
Papierdmkfarbe als m"; 15020 2198000 146.25 13442 1747000 130.00 
oderKupferdruck,schwarz 
von Kunstblättern zu nennen. Andre Firmen rücken 
mitförmlichenßroschüren überihreFabrikateinsFeld. 
Schon längst haben eine ganze Anzahl deutscher 
Farbenfabriken sich mit eigenen Niederlassungen 
auch im Ausland angesiedelt. Trotzdem ist der Export 
an graphischen Farben noch ein ganz beträchtlicher. 
Vorstehende Tabellel gibt eine vergleichsweise 
Zusammenstellung der Ausfuhrwerte in den Jahren 
l9l0 und 1909. Für das abgelaufene Jahr konnte 
natürlich eine Zusammenstellung noch nicht erfolgen, 
jedoch ist anzunehmen, daß die Zahlen noch gewach- 
sen sein werden. 
Aus obiger Tabelle ist ohne weiteres zu ersehen, 
daß der Wert des ausgeführten Gutes in allen Posi- 
tionen durchwegs gestiegenist,bei derPosition „Buch- 
und Kupferdruckschwärze trocken" mehr als um das 
Dreieinhalbfache, bei „buntenDruckfarben" ungefähr 
um das Doppelte und sehr erheblich bei schwarzen, 
angeriebenen Farben. Die Steigerung des Gesamt- 
wertes wurde herbeigeführt teils durch das Anwachsen 
der ausgeführten Gewichtsmengen, teils dadurch, daß 
die erzielten Durchschnittswerte sich mit Ausnahme 
1 Vergleiche Farbenzeitung 1911, Nr. 43, Seite 2424. 
der Konsum fast ausschließlich durch eine eigene 
hochentwickelte Druckfarbenindustrie gedeckt, die 
mit der deutschen auf dem Weltmarkt sogar lebhaft 
in Mitbewerb tritt. 
Ich möchte diese Riickschau nicht schließen, ohne 
die schmerzlichen Verluste zu erwähnen, welche die 
Farbenindustrie durch das I-Iinscheiden mehrerer 
Chefs erlitten hat, die sich um die Entwicklung der 
Branche in hervorragender Weise verdient gemacht 
haben. Die Farbenwerke Friedrich und Carl Hessel 
 betrauern den Verlust ihres Seniorchefs Kom- 
merzienrats Richard Hessel, desgleichen die Firma 
Berger 8: Wirth den Tod ihres Gründers Kommer- 
zienrats Paul Berger, die Herren Gebr. I-iartmann 
verloren ihren technischen Leiter Dr. Hartmann. 
Wenn sich auch das Jahr 1911 nicht als ein Jahr 
der großen Ereignisse für die Druckfarbenfabrikation 
gezeigt hat, so muß man weit entfernt sein, einen 
Stillstand feststellen zu wollen. Was das Vorjahr an 
neuen Problemen brachte, geht langsam in die Praxis 
über, und wird im Verein mit einer weiteren fried- 
liehen Entwicklung der deutschen Handelspolitik 
sicher bald reife Früchte tragen. 
 
 
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