Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987278
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3687240
 ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
Büchersammlung derniederösterreichisch-stäudisch- der Erzherzogin Maria Elisabeth in Innsbruck mit 
ökonomischen und Ackerbaugesellschaft nach deren 2714 Bänden einverleibt wurde, imlahre 18191018113 
Auflösung einverleiben, so daß die Wiener Universi- die juristische Büchersammlung von 5827 Werken 
tätsbibliothek im Jahre 1791 einen Bestand von rund des Reichsfreiherrn Peter Anton v. Frank, der Sieh 
80000 Bänden hatte. Von größeren Schenkungen im Jahre 1824 die Bibliothek des Freiherrn v. Ulm 
oder Ankäufen geschlossener Bibliotheken seien er- mit 600 Inkunabeln anschloß. Das Jahr 1828 brachte 
wähnt: die im Jahre 1831 erfolgte Schenkung einer als Zuwachs die berühmte Lavatersammlllng und 
großen Zahl Bücher von dem Weltpriester Joffroy 22000 Kunstblätter. Der Hausbibliothek wurden 
über den gallikanischen Kirchenstreit; ferner rund auch mehrere kaiserliche Privatbibliotheken zuge- 
500 spanische Werke vom Freiherrn v. Reinhart im führt, so im Jahre 1375 C119  des 
Jahre 1844; 5991 Werke als Bibliothek des Frei- Kaisers Ferdinand, welche 8166 Werke, 351 Land- 
herrnv. Reden, ein Geschenk desUnterrichtsministe- karten, 393 Aquarelle und 9594 Handzeichnungen 
riumsim Jahre 1862, 1000 Bände juristischer Werke umfaßte; ferner folgte im Jahre 1875 die Privat- 
aus der Bibliothek des Professor Ritter v. Haimerl bibliothek des Kaisers Franz Joseph I. und 1891 die 
im Jahre 1868, über 4000 Bände theologische des Kronprinzen Erzherzog Rudolf. Die österreichi- 
Schriften als Vermächtnis des Prälaten Dr. Johann sche kaiserliche Hausbiblielhek 13651111 auch eme 
Scheiner im Jahre 1868, über 100 durch Hofrat wertvolle Porträtsammlung von mehr als 90000 Por- 
Bühler in Indien erworbene indische Handschriften träts, die ihren wesentlichen Bestand aus der im 
im Jahre 1886; das gleiche Jahr brachte das wert- Jahre 1836 an die Hausbibliothek gekommenen Por- 
volle Geschenk von mehr als 100 Bibeln und trätsammlung des Bankiers Ritter v. Franck und 1888 
Gebetbüchern in außereuropäischen Sprachen vom aus der Göcsyschen Porträtsammlung erhielt. Die 
VII. Orientalischen-Kongresse in Wien. Zu erwähnen Hausbibliothek besitzt weiter mehr als 4000 Adressen, 
ist hier auch die 1898 von Dr. Hermann Franz Müller 100000 Kupferstiche, 2300 Handschriften, hierunter 
geschenkte sogenannte Pestbibliothek, mehr als 200 zahlreiche Huldigungsschreiben, 13000 naturwissen- 
Bände, die dem Spender von seinem Vater über- schaftliche Bilder und 5000 Ansichten. Die Zahl 
kommen waren. Geschichtlich ist noch der 24. Mai der Inkunabeln beträgt über 810; Landkarten sind 
1848 hervorzuheben, an welchem Tage die Bibliothek mehr als 26000 vorhanden. Der Gebrauch der 
nicht unerheblichen Schaden erlitt. Die National- kaiserlichen Hausbibliothekistgegeniiber der Offent- 
garden hatten nämlich den Lesesaal besetzt und die lichkeit nur ein beschränkter. Der gesamte Bücher- 
Bücher hierbei als Verschanzmaterial benutzt. bestand dürfte gegenwärtig etwa 90000 Bände be- 
Sonstigen Zuwachs erhält die Universitätsbibliothek tragen.   
durch Pflichtexemplare, welche die Drucker von Eine besonders für Wien bedeutungsvolle Bibiio- 
Niederösterreichnach demHofdekretvom 21.Dezem- thek ist die Wiener Stadtbibliothek, die 011111911 
ber1781 zu liefern haben,das wiederholt(1807,1808, „Bib1iothek undmistorisches Museum der 513111 
1811 und 1812) erneuert worden ist. Im Jahre 1815 Wien" lautet. Diese im Wiener RathanS 111116189: 
wurde die Lieferung von Pflichtexemplaren auch auf brachte und im Jahre 135.3 gegründete Buchersäqmirg- 
Kupferstiche,Musikalien,Landkarten und Stetttdtncke inng ist aus einer Handbibliothek des Wiener a3 
ausgedehnt. Die Wiener Universitätsbibliothek ist strats hervorgegangen 1101181913916" 1311126511111"? 
nach dem Muster von Sainte Genevieve in Paris von langen, die der Wiener Stadtbibliothekim Laufe dgr 
Ferstel erbaut worden. Es ist ein Lesesaal mit 296 Zeit einverleibt wurden, seiengenanntdie bedenttliln e 
Sitzen vorhanden. Gegenwärtig dürfte die Bibliothek Bibliothek des Touristen und Reiseschriftstehers 
einen Bestand von etwa 400000 Bänden haben. Josef Kyselak, des Wiener Lokalgeschichtsforsä ers 
Neben der Universitätsbibliothek bestehen an den Franz I-Iaydinger, des Burgerrneisters Dr. Ar; reiaä 
einzelnen Instituten der Universität noch besondere Zelinka und als teilweise Hinterlassenschat tgn 
Fachbibliorheken von mehr oder geringerer Be- Buchersammlung des Lexikographen Dr. Constand. 
dentnng R. v. Wurzbach. Die Hauptbedeutung besitzt 1c 
Von großer Bedeutung ist auch die k_ und k. BibliothekjedochinihrenHandschriftemuntergvelrglieln 
Familien-Fideikommißbibliothek in der Wiener Hof- die literarischen 'Nachlasse von Grillparzer, au e" 
burg, die I-iansbibtiothek der Habsburgm Die Bi- feld, Raimund, Rissel und Anzengruber herlorraigber: 
bliothek wurde von Kaiser Franz L gegründet, der im Die Bibliothek ist besonders reich an Wer en icm- 
Jahre 1896 als ersten Bibliothekar Peter ThomaS 595911161111: Emd Topographie von Wien, oätilrre und 
Young berief. Nach dem kaiserlichen Testament des sche Geschichte, Literatur, Theatergeschic te 
genannten Herrschers wurde die Büchersammlung Stadtegeschichte.     d_ _m Jahre 
im Jahre 1335 zum Fideikommiß ut erklärt. Über Eine sehr alte Wiener Bibliothek ist iei I. thek 
die geschichtliche Entwickhm difser Bibliothek ist 1692 von Kaiser Leopold I. gegrungdete  ionach 
zu bemerken, daß int- im Jahrge 1810 die Bibliothek der k. k. Akademie der bildenden Kunste, 19 
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