Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987278
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3686027
 ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
schwarzem Grunde ein kraftvolles Leben von sich 
verschlingenden, überschneidenden Pflanzenorna- 
menten ab, die teilweise in Menschen- und Tierkör- 
per endigen. Die Fläche ist von großer Beweglich- 
keit erfüllt, ein ständiges Hin und Her, Auf und Ab, 
über dem als Ganzen jedoch die zusammenfassende, 
beruhigende Kraft einer einheitlichen Komposition 
liegt. Als hemmendes Merkmal macht sich dann aber 
die kleinlichere Durchführung der Nachahmung gel- 
tend. Den einzelnen Bewegungszügen fehlt die Klar- 
heit. Die ornamentalen Motive sind konventioneller 
erfunden und trotz ihres scheinbaren Reichtums dürf- 
tiger. Die für Daniel Hopfer charakteristischen figür- 
lichen Ornamente erfahren hier nur eine untergeord- 
nete Ausprägung und werden vom Pflanzenornament 
völlig erstickt. Nicht gerade mit dem Maßstabe des 
genialen Bruders gemessen, macht dieser Titel mit 
seiner überreichen Dekoration einen prächtigen Ein- 
druck. 
Das Schönste und Wichtigste bis ungefähr zum 
Jahre 1520 wäre hiermit gegeben. In den nächsten 
beiden Dezennien istes eigentlich nur ein Name, an den 
sich größere Arbeiten des Buchornaments knüpfen. 
Es ist Hans Weiditz, der 1522 von Augsburg nach 
Straßburg übersiedelte. Es hat großer Mühe bedurft 
und recht lange gedauert, bis man sich von des Künst- 
lers Lebenswerk ein anschauliches Bild machen 
konnte. In Röttingers Arbeit über Hans Weiditz kann 
man allen diesen verschlungenen Fäden nachgehen, 
die dann unsern Künstler als den sogenannten Pe- 
trarkameister,denlllustrator des Glücksbuches, offen- 
baren und die zu Burgkmair führen, aus dessen Werke 
vieles für Weiditz in Anspruch genommen werden 
muß. Weiditz" Kunst wurzelt in der Augsburger 
Schule und bildet sich an den Arbeiten eines Burgk- 
mair und Schäufelein. Von Natur aus besitzt er einen 
Reichtum an Ideen und Ausdrucksformen und eine 
ansprechende Gefälligkeit in der Darstellung. Als 
reifer Künstler kommt er nach Straßburg, wo er über 
ein Jahrzehnt bis zirka 1536 in Tätigkeit bleibt. 
Zu seinen frühesten Straßburger Arbeiten dürfte 
ein Titel für Johann Herwagen von ca. 1523 zählen. 
Mit großem Geschick sind Blattvoluten,Delphine und 
Mondsicheln zu einem ornamentalen Ganzen ver- 
einigt, das seine Kulmination in den sitzenden Figuren 
der Pallas Athene und Apollo erhält. Während sich 
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I Abbildung 18. Johann Grüninger 1517 von Hieronymus Hopfer  Abbildung 19. Johann Schott 1527 von Hansweiditz 
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