Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987278
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3698809
 ARCHIV FÜR BUCI-IGEWERBE  
heiligen Dienst als Familiengeheimnis ängstlich hüte- daß wirheute über l00hebräische Inkunabeln kennen, 
ten, ob dieser Geheimhaltung von den Rabbinen ein gewiß große Anerkennung. Das erste bekannte Werk 
Tadel allsgeslßmcheni. Ein Priester Ben-Kamzar ist ein Bibelkommentar Raschis gedruckt 1475 zu 
verstand es, den vierbuchstabigen Goitesnamen, mii Reggio di Calabria (Abbildung  noch vor dem 
den vier Fingern seiner Hand in einem Zuge zu Erscheinen dergriechischenTypeimBuchdruck.) Das 
sehreitgetli. Nun wollen     9 n  r.  Faksimile dieserType fin- 
elmge e auPtßmdaßBen- 1  D i     detsichinBrockhaus'Kon- 
Kamzar mit vier Stempeln n:  z     i 315D  versationslexikon (unter 
gearbeitet habe' eine Be-  n       Buchdruck).Eszeigtdiese 
hauptung, die im Hinblick n "D'  T:    Type -noch ohne Vokale 
auf die uralten Stempel-   1 9  9  esetzt-einescharfwink- 
l I D 7 g 
drucke der Chinesen, so-  D       lige Form und bereits die 
wie auf die der Erfindung f?  Pi  "aajjsnfrß, 9 .9 von mir geforderte und in 
des Buchdrucks v0raus-   u F i   D derFrank-Rühl-Hebräisch 
gegangenen Tafeldrucke   j  j? 9  festgelegteForm derBuch- 
an Wahrscheinlichkeit     in.   staben im hochgestellten 
einigermaßen gewinnen   9-31  9' I  Rechteck im Verhältnis 
könnte.    von  Auch die spä- 
Waren auch die Juden o III-v  11-) N   9 ' 9'   terhin und bisin die neue- 
an der Gutenbefgschen Q '     steZeit hinein auftretende 
Erfindungdirekt und ideell    krasseScheidungzwischen 
nicht beteiligt, so griffen  Abblldungl Type Sonzmomedrucktldssabon H2  h0rizontalerDickeundver- 
sie  im Gegensatz zur tikalerDünne fehlt diesen 
damals herrschenden Kirche  mit Eifer danach, die Buchstaben gänzlich. Ein Druck  ebenfalls Inkuna- 
neue Kunst zur Verbreitung ihres einzig aus "aller bei-hervorgegangen aus derWerkstatt des ältesten, 
Zeiten Not geretteten Schriftschatzes, sich dienst- bekanntenjüdischenDruckers,Gers0n diSonzino,aus 
bar zu machen. Sie hatten es gleich herausbekom- dem jahre 1488, bringt schon die untersetzten Vokal- 
men, mit Hilfe des Buchdrucks die damals von der Zeichen und Vortragsakzente (Abbildung 2).  Was 
Kirche und ihrem welt- dieser Fortschritt bedeu- 
lichen Arme beliebten Bü- tet kann der nur ermes- 
cherkoniiskationen und J ' Q WQIQW lffk" "Ütqßj seti, der mit hebräischem 
Verbrennungen zu para- 4' P Ä,  t, Q  Satze zu tun hat. Wir sind 
lysieren. Der Abschluß-   f i}    f; auf heute darin kaum weiter 
seite eines der ersten he- '   33,31 Q1} Q3  oder ist es nicht aiS 
bräischen Drucke entneh-  z  3 1' 33257} .5   eine große Rückständig- 
men wir nachfolgenden   fjiäjtjfgä-z keit anzusehen, daß der 
Hymnus eines unbekann-  Anguß der Vokale, wie 
ten Verfassers, dessen ihn die Firma W. Drugu- 
deutscheÜbertragunglau-  v lill in Leipzig ml-ISICVEÜV 
tet; avnaanj i-mgn 71W antirmunhri tig zeigt,noch immer nicht 
wie Krone um ich alle 15m  nnon mävmtivsm-n allämeindulichgetührtitit; 
Wissenschaft, . enn ic von erS 
"llfl cabivainimvs 5m ca-iw arm-i 
Geheimnisvoll ein Wun- ' ' DfllCkeü SPFeChe, S0 habe 
der rätselhaft. 131331133 W371 ÜLITYLI 1'? HÜIIPPPÜT ich zunächst nur solcbh: 
DieSchrift 'i hohne ' inQuadratschriftUVieru a 
Stiel unäi-ggäffßc 1113115 crlupa 015197183711 nonmämn im Aug, Die am Type 
Die Zeilen reihe ich, daß {IN CDITD 113D ÜTIÜÜIDHÜT zeigt aufs getreueste ihre 
auch keine klafft,  Herkunft vom Schreibrohf 
Dagßuch vouendxich Ohne Abbildung 3. Type Bomberg (gedruckt Venedig 1522) (Zaldyyjgy Deg-Duktus Cißf 
Schreibers Kraft. Buchstaben ähnelt dem 
Debofa, die des Schreibers Griffel noch begatff, unsrer Rundschrift; das Rohr oder die Gänsefeder 
Hält, staunend sich emporgerafft. ließen keine kalligraphischen FineSSen 111- 
Und sich auS mir ein glänzend Diadem verschafft." Schon nach kurzer Zeit erhielt die Type eine Ge- 
Seilen wir das Jahr 1450 als Geburtsjahr der Er- stalt, die in ihrer Vollendung bewundernswert ist, 
Endung des Gutenberg an, so verdient der Umstand, und die wir aus der Offizin des Daniel Bomberg in 
l Talmud babli, tracnjoma III 38b. Venedig kennen (Abbildung 3)- Es ist rührend, zu 
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