Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-987278
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3698791
 ARCHIV FÜR BUCI-IGEWERBE  
ich nicht trelfender als den dänischen Vogeler zu streben, eine dekorative Malerei, die dem Raum ein- 
charakterisieren vermag. Mit Vogeler gemein hat geboren scheint, was als Synthese sich aus dem Im- 
er eine Delikatesse der Niederschrift und eine Lyrik pressionismus ergeben muß, die neue Fertigkeit, die 
der Naturbetrachtung, die sich bei ihm nur kerniger, lebendig und bedeutend zugleich in die Sinne dringt, 
männlich frisch und unsentimental äußert. Die aus- all das flackert wie verheißungsvolles Nordlicht durch 
gestellten Vorsatzpapiere und Kärtchen  es sind diese Malereien. Daneben bedeuten die buchgewerb- 
anspruchslose Blumenstücke  zeugen von einem liehen Arbeiten, die so zwischendurch entstanden 
sehr beherrschten Raumempfinden. sind, recht wenig. In einem Engel oder einem Posau- 
Außerdem angejahrten Lorenz Frölich, der seinem nenbläser etwa, die er für eine liturgische Druck- 
Wesen  nicht seinem Können  nach einer durch sache gezeichnet hat, spürt man Wohl die starke 
die Photographie bereits überflüssig gemachten lllu- Faust des Künstlers; allein sie bleibt in solcher 
stratorenschule gehört, wären noch zwei tüchtige Arabeske stecken und das Ganze, als buchgewerb- 
Buchbinder: jakob Baden und Axel Hou, der die liche Leistung betrachtet, erscheint doch ungeordnet, 
Japaner mit Verständnis studiert hat, und die beiden ungelöst. 
Skovgaards zu nennen. Niels, der jüngere, pflegt mit Alles in allem, dem dänischen Buchgewerbe ließe 
einem liebenswürdigenTalentmit Vorliebe die Radie- sich für uns nur die Anregung entnehmen, unsre 
rung. Joachim ist der Schöpfer der monumentalen Kräfte nicht ausschließlich auf das Typographische 
Fresken der Viborger Domkirche. Was wir an Hodler festzulegen, sondern die abgebrochene Entwickelung, 
schätzen,die straffe und entschiedene Linienführung, die ihr Ziel sah in der Entfesselung reicher, künst- 
die das einzelne betont und doch unerbittlich der lerisch lebendiger Phantasiewerte, wenigstens zu 
klaren Komposition unterwirft, was die Jungen er- dulden, wenn nicht gar zu pflegen. 
Uber hebräische Typen und Schriftarten 
Von RAFAEL FRANK, Leipzig 
f"? N weit größerem Maße als zur Zeit der Huma- büchern, Unterhaltungs- und Zeitschriften und Tages- 
5 inisten betreibt unsre heutige Gelehrtenwelt zeitungen-handelt,sondernesistdabeieinerbereits 
EI ä dasStudiumdesHebräischen und Aramäischen, merkbar in die Erscheinung getretenen Bewegung 
immi zweier engverwandter semitischerldiome, die Rechnung zu tragen, die ihre Forderungen an die 
sich dazu noch eines gemeinschaftlichen Alphabets schwarze Kunst wohl zu stellen wissen wird: Damit 
bedienen. Auch sind es nicht bloß die christlichen meine ich die zionistische Bewegung, die sich zur 
Theologen, die aus dem Schrifttume der Juden Auf- Befruchtung und Verbreitung der natißnailüdßßhen 
schluß und Verständnis über die Person und die Zeit Idee des Mittels der hebräischen Sprache und Schrift 
des galiläischen Rabbi suchen und finden,  sondern bedienen will. 
die neuzeitlichen Funde im Orient, die aus ihren Grä- Ich werde am Ende meiner Ausführungen auf die 
bern auferstehenden Zeu- Gesichtspunkte zurück- 
gen einer hochentwickel- a  kommen,die füreineNeu- 
ten Kulturwelt, haben den 577717178 "P73 i'l'Ti 167 VHS 7 max gestaltungderhebräischen 
Sprach- und Geschichts- E157 FITTI WWHHD KX7N P1111717 Tlbi Type maßgebend sein 
forscher einsehen lassen   dürften und hoffe, zeigen 
daß das richtige Erkenned (7x an imglw n nwN-l nmn Kamm zu können, daß es heutzu- 
undBewerten jener Funde m3 Diwu nqwumaa "m9 nym mm tage für den Buchgewerb- 
von der ausreichenden  ler von Belang ist, die 
Kenntnis der Fundamen- Abbildung 1. Type Reggio (gedruckt Reggio 1475) Entwicklung der heim-ä} 
talidiome abhängt, die schenType,sowiedieZiel- 
einstmals unter jenem Himmelsstriche beheimatet punkte dieser Entwicklung kennen zu lernen. 
waren und deren eines, verhältnismäßig noch recht Es ist weder meine Aufgabe, noch meine Absicht, 
lebendig, in dem Hebräisch unsrer Tage erhalten ist. von der Erfindung der Buchdruckerkunst und dem An- 
Bedingt schon dieses neuerwachte Interesse für teil der Juden an dieser Erfindung und besonders 
die hebräische Sprache eine intensivere Arbeit auf ihrer Verbreitung, zu sprechen; ich will nur beiläufig 
dem Gebiete der Typenherstellung, so kommt hinzu, erwähnen, daß es Geschichtshypothetiker gegeben 
daß es sich bei Brauchbarmachung der hebräischen hat, die diese Erfindung  in ihrem ersten Keime 
Type nichtbloß um ihre Verwendungfür Bibeldrucke,  in die Zeit des zweiten Tempels zurückverlegen 
althebräische Literatur, Grammatiken, Gebetbücher wollten. Im Talmlld Wird Ilämlißh verschiedenen 
 im östlichen Europa zum Druck von Erbauungs- Priesterfamilien, die irgendeine Zurichtung für den
        

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