Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-981597
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3989801
 ARCHIV FÜR BUCHGEWERBE  
zeigen die Beispiele 15 und 16; ersteres ist der Titel  
zu Zieglers Asiatische Banise, erschienen im Jahre 
1689, ein Werk, welches von Anfang bis Ende deutlich L U I S E 
zeigt, wie weit das deutsche Buchgewerbe zu jener 
Zeit heruntergekommen ist. Der Titel selbst stellt EIN LJENDLICHES GEDICHT 
einen Übergang zwischen Gruppensatz und Auflösung 
in Zeilen dar und weist besonders schlechte Tren- IN DREI IDYLLEN 
nungen auf. Das andre Beispiel zeigt den Titel der 
1729 erschienenen Schwanksammlung Kilian Brust- VQN 
fleck, bei dem jede Zeile aus einem andern Schrift- 
grade und auf andre Breite gesetzt ist und der ein JOHANN Hßjjtfjßjßß VÖSLSÄ 
typisches Bild des eingetretenen gänzlichen Verfalles 
bietet.   
Der Buchdrucker C. F. Gessner in Leipzig stellt in  
seinem 1743 erschienenen Handbuche Regeln für den .1  
Trotz der völligen F ormlosigkeit, welche dem Titel-   
satze jener Periode eigen ist, treffen wir so manche   
Buchtitel an, welche beweisen, daß den Buchdruckern    
der Sinn und das Verständnis für schöne und zweck-   Ü  
"ilä,7-.     W e?" Q" j);  
M w! 117  i .1 l: . w cf  
(ä i n 8' r a s m e n r.  
RONIGSBERG Jwemv. 
 .651 Fßzßßzezca M001 0 P1018". 
Beispiel 20. Titel zu Johann Heinrich Voß, Loulse 
Königsberg 1795 
Q3 o n     
maßige Gestaltung ihrer Arbeiten noch nicht verloren 
gegangen ist; wir finden sogar schon „Titelregeln", 
ein Beweis dafür, daß sich die Buchdrucker über die 
ß o e t i) e. Wichtigkeit des Titelsatzes klar sind und es eben 
nur sehr schwer hält, mit oft unzureichenden Mitteln 
und den schwülstigen Texten etwas Gutes zustande 
zu bringen. So enthält das im Jahre 1743 erschienene 
Handbuch der Buchdruckerkunst von C. F. Gessner 
in Leipzig, dessen Titel wir in unserm Beispiel 17 
wiedergeben, folgendes über den Titelsatz: 
Qldjte Qluägabe.     
Nachrzcht alles desjenzgen, was man bei Setzung emes 
Tituls zu beobachten hat. 
 DerTitul zu einem Buche ist gleichsam der Roclgwelcher, 
f   wenn er wohl gerathen, dasselbe zieret, auch den Liebhaber, 
e l p Ö '31 wenn er in die Augen fället, zu Kauffung des Buches 
0-.    reltzet. Weil nun von denen Autoribus keiner leichtlich 
B e u ß e o r g J o a d) l m G) o  e n, vorgeschrieben wird, aus was vor Schrilften man diese 
1 7 9 0' oder jene Zeile nehmen soll, so ist nöthig, daß man selbst 
erdichtet, was zum Wohlstande erfordert wird. Dahero be- 
Bvilvlßl 21- Titel der ersten Sßvlwluselbe des Prismen! Falls! lieißige man sich, und bediene sich dieses Vorteils: 1) Lese 
Leipzig "90 man selbigen lieißig durch, 2) theile man ihn in Theile ab, 
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