Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Archiv für Buchgewerbe
Person:
Waldow, Alexander Deutscher Buchgewerbeverein
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-981597
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3989421
Süddeutsche Universitätsbibliotheken 
Von PAUL MARTELL, Charlottenburg 
ll. 
 kommen nunmehr zur Besprechung Manuskripte dar, welche 1782 nach Göttingen kamen. 
i s x 2 ivon Bibliotheken zweier nachfolgenden Das Jahr 1823 brachte die medizinische Bibliothek 
ä ä Universitäten, die ihrer geographischen des Professors Fr.Benj. Osiander, die besonders auf 
 Lage nach mehr als mitteldeutsche dem geburtshilflichen Gebiete wertvolle Schätze ent- 
denn als süddeutsche Universitäten zu bezeichnen hielt. Im Jahre 1842 fiel der Göttinger Bibliothek 
sind, die wir jedoch aus technischen Gründen der der größte Teil der Büchersammlung des Professors 
Raumeinteilung hier anschließen müssen. Es handelt der Philosophie Arnold Heeren zu, der als Ge- 
sich um die beiden Universitäten Göttingen und schichtschreiber einen bedeutenden Ruf genoß. 
Münster. Eine größere Überweisung erhielt Göttingen in den 
Die Universität Göttingen, die unter den deutschen Jahren 1891-1892 von der preußischen Regierung 
Universitäten einen weithin geachteten Namen ge- aus derstaatlicherseits angekauften ehemaligenFüx-st- 
nießt, ist mit ihrem Gründungsjahr 1733 eine der lich Starhembergschen Bibliothek zu Efferdingen. 
 jüngeren deutschen Universitäten. Die Gründung der Der Hauptteil dieser Bibliothek befindet sich im Be- 
Göttinger Universitätsbibliothek ist in das Jahr 1735 sitz der Königlichen Bibliothek zu Berlin. Die in der 
zu setzen. Als Grundstock dienten Schenkungen und napoleonischen Zeit aus Anlaß der Errichtung des 
zwar stifteten die Erben des Freiherrn Joach. Heinr. Königreichs Westfalen nach Göttingen gekommenen 
von Bülow dessen stattliche 8912 Bände zählende zahlreichen Werke aus Gandersheim,Riddagshausen, 
Bibliothek, welche mit der kleinen ehemaligen Biblio- Hildesheim, Helmstedt, Braunschweig usw. sind mit 
thek des Gymnasiums zu Göttingen vereinigt wurde. wenigen Ausnahmen 1814-1829 ihren früheren Her- 
Diese alte Gymnasialbibliothek zählte 708 Bände. kunftsorten wieder zurückgegeben worden. 
Zur selben Zeit erhielt die Göttinger Universitäts- Unter den Einverleibungen größerer öffentlicher 
bibliothek 2154 Dubletten aus der Königlichen Biblio- Büchersammlungen mit der Göttinger Bibliothek seien 
thek zu Hannover. Außerdem wurde bei derGründung folgende hervorgehoben. Zuerst ist hier die 1791 er- 
der Universitätsbibliothek 500 Reichstaler zum An- folgte Zuführung der Bibliothek der Göttinger Deut- 
kauf neuer Bücher verwendet. im Jahre 1769 folgte schen Gesellschaft zu erwähnen, 1831 folgte die wert- 
die Schenkung einer wertvollen Bibliothek des Haupt- volle Sammlung des Alexanderstiftes in Einbeck; eine 
manns J oh. Friedr. v. Uffenbach. Die Bibliothek ent- wertvolle Bereicherung stellte auch die teilweise Ein- 
hielt vornehmlich Werke aus dem Gebiete der Physik, verleibung der Bibliothek der ehemaligen Ritteraka- 
Mathematik, Malerei, Architektur und besonders demie Kloster St. Michaelis zu Lüneburg dar, in 
Kriegswissenschaft. Das Jahr 1773 brachte als Stif- welcher Sammlung besonders seltene Handschriften 
tllrlg die wertvolle Büchersammlung des Geheimen enthalten waren. Hier wären auch die historisch 
Justizrats Geo. Chr. Gebauer, der eine seltene wertvollen Akten des Spruchkollegiums der juristi- 
Sarnmlung altdeutscher Gedichte und Gesangbücher schen Fakultät Göttingen zu nennen, in den Jahren 
zusammengebracht hatte. Von noch größerer Be- 1878 und 1891 der Universitätsbibliotheküberwiesen. 
deutung war der 1782 erfolgte Ankauf einer Sammlung Die Handschriftensammlung der Göttinger Universi- 
alter Druckwerke vom Jahre 1457-1516, die im Be- tätsbibliothek hat eine über den Durchschnitt gehende 
S112 des Hofrats F. W. von Duve waren. Es befanden Bedeutung. Mit der älteste Bestandteil ist die aus 
Slch hierunter viele alte Ausgaben der griechischen dem Jahre 1791 stammende Handschriftensammlung 
119d römischen Klassiker. Ein großer Förderer der des GöttingerTheologie-Professors Joh. Dav. Michae- 
Göttinger Bibliothek wurde der Freiherr Georg von lis; aus der neueren Zeit sind die wertvollen kopti- 
Asch, russisch-kaiserlicher Staatsrat und General- schen Handschriften des Forschungsreisenden 
Stabsarzt der kaiserlichen Armee. Freiherr von Asch H. Brugsch zu erwähnen, 1877 nach Göttingen ge- 
machte der Göttinger Universität in der Zeit von kommen; ähnlich bedeutend waren die 1887 und 
1773-1806 ständigBücherschenkungen. So schenkte 1892 in den Besitz der Göttinger Bibliothek gelangten 
er Korane und arabische Bücher, die 1774 von den Sanskrit-undpersischenHandschriften desProfessors 
Russen im Kriege mit den Türken erbeutet wurden. Kielhorn. Übrigens zählt die Göttinger Bibliothek 
Daneben folgte eine größere Anzahl türkischer und eine große Reihe handschriftlicher Nachlässe be- 
Pffrsisßher Manuskripte und russischer Landkarten, rühmter Göttinger Gelehrter in ihrem BeSitZ- ES 
wle überhaupt Russica den Hauptteil der Geschenke seien hier nur Namen, wie G. Achenwall, K. Fr. Her- 
ausmachten. Bereicherungen stellten auch die Er- mann, Chr. G. Heyne, Chr. Meiners, jßhPülfßr der 
Werbungen der Handschriften des Professors Joh. Göttinger Chronist und andre genannt AUS den 
Dß-V- Köhlers und die Meibomschen medizinischen Überweisungen von handschriftlichen Nachlässen der
        

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