Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst auf dem Lande
Person:
Sohnrey, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-825343
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-826029
so recht zur Aufnahme einer großen Zahl von Kirchgängern für den Predigtgottesdienst 
geeignet; im ersteren Falle treten die anfänglich befürchtetin Schwierigkeiten in Be- 
nutzung des Mittelganges tatsächlich zurück gegenüber der billigen Ausführung, da bei 
hallenför1nigem Querfchnitt durch Einschränkung der Spannweite an Kosten für das 
Widerlagsmanerwerk und für Raumhöhe erheblich gespart wird. Bei dreischiffiger An- 
lage wird man bei PlaHmangel das Mittelschiff voll zu Sitz,plät;,en ausnutzen und die 
Gänge in die Seitenfchiffe, unmittelbar an die Pfeiler verlegen, wobei die Bänke in 
den Nebenschiffen parallel mit den Langwänden aufzustellen sind. Bei dieser Anordnung 
bildet die Rücklehne der letzten Bank zugleich eine Wandvertäfelung, so daß die Kirchen- 
besucher mit dem Mauerwerk nicht unmittelbar in Berührung kommen. 
Ublicherweise wird die Orgel gern auf der Weste1npore untergebracht. Das 
Mittelalter stellte oder hing seine meist kleinen Orgeln, wie in der Nikolaikirche in 
Stralsund nnd in der Marienkirche in Thorn, auch an anderen Stellen auf, weniger 
schematisch, z. B. in den Krenzflügeln. Jm Dome in Naun1burg an der Saale steht 
das neuere Orgelwerk verteilt in den beiden Türmen zu Seiten des Westlettners; dieser 
selbst ist zur Aufstellung des Spieltisches benuHt. J1n Dome in Trier stehen jeHt zwei 
Orgeln parallel der Längsachse an den Wänden des Ostchores. Wo ein großes West- 
fenster vorhanden ist, haben namentlich die Baroikmeister das Gehäuse gern zweigeteilt, 
um das Fenster herumgruppiert, und dann gern ein Vorgehüuse in der Mitte der 
Orgelbühne vorgeschoben, hinter welchem der Musikdirigent versteckt seinen Platz, erhielt, 
eine infolge der so erzielten Rau1ngliederung 1nalerisch meist sehr wirkungsvolle Anlage. 
Die Türen sollen bei Neubauten wegen der Sicherheit der Kirchenbesucher bei 
etwaiger Feuersbrunst nach außen aufschlagen. Das ist mit monumentaler Gestaltung 
schwer vereinbar, da die Leibnngen durch die aufstehenden Türflügel Verdeckt werden. 
Auch ist dadurch, da zur Gewinnung eines Falzes eine notgedrungen über die Stein- 
wandung vortretende Zarge eingelegt werden muß, und da ferner durch die vortretenden 
Beschlagteile, an denen Kleidungsstücke im Gedränge leicht haften bleiben, eine unbeab-
        

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