Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Preußisches Baupolizeirecht
Person:
Baltz, Constanz Fischer, Friedrich Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-819993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3813333
71. Das sonstige Berliner Baupolizeirecht. O:-tsstatute u.Polizeiveto1-dnungen- 
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b) Der von der. Lichtensteinallee," der Cornelius-. Hihig- und Stülerstraße um- 
sch-losfene fruhere.Albrechtshof sowie der von Hihig-, Rauch-, Friedrich- 
W1lI)EIM- und Tiergartenstraße umfchlossene Teil des früheren Hosjäger- 
Etablifsements. 
Samtliche Gebäude dürfen außer dem Erdgeschoß, dessen Fußboden 
höchstens 2,60 m über dem Bitt-gersteige liegen darf, nur noch zwei Stockwerke 
erhalten. über dem Fußboden des Dachgeschosses darf die Front, gemessen bis 
zur Oberiante des Hauptgesimses und, wo die Anlage einer Attika beabsichtigt 
Wird, bis zu deren Oberkcmte die Höhe von 1,50 m nich: überschreiten. Diese 
Höhe gilt als die zulässige FWUthöhe im Sinne des E Z, insbesondere der 
Ziff- L- 3") und 4 der B(1upvlizeiordnung vom  August 1897. Die Vorder- 
häuser und Seitenslügel müssen mindestens 3,'75 in von den Nachbargrenzen 
entfernt bleiben!-)1s). Je zwei Nachbargebäude dürfen jedoch unmittelbar an- 
einander errichtet werden, wenn jedes im übrigen den Bau1vich von 3,75 m 
innehält und die Frontlänge der beiden Gebäude zusammen nicht mehr als 
liegen, nicht mehr als l qui Anfichtsfläche, sowie einen Zwischenraum von 
wenigstens 2,b0 In gegeneinander und von mindestens Z m gegen die Nachbar- 
grenzen haben. 
3. Der Dachneigungstvinkel zur Straßenfront darf bis aus 60O vergrößert 
werden, wenn die Fronthöhe um die Hälfte des in der Firstlinie gemessenen 
Höhenunterschiedes zwischen den beiden Luftlinien im Winkel von 45" und 60" 
vermindert und der First um dasselbe Maß niedriger gelegt wird. 
4. Wird der Aufbau von Türmen, Giebeln, Dachluken usw. aus den an der 
Straße liegenden F-rontwänden über die zulässige Höhe (8iffer la hinaus be- 
absichtigt, so findet für die Fronthöhe eine Durchfihnittsl)erechnung statt, bei 
welcher die sentrechten Frontflächen der Ausbauten voll und deren Dächer, soweit 
sie die vorschriftsmäßige Dachsläc-he des Hauses (Ziffer 2) überragen, nur zur 
Hälfte ihrer parallel zur F-ront gedachten größten Durchfchnittsflächen verrechnet 
werden. Aufbauten dürfen jedocZZin ihrer Höhe ein Drittel der zulässigen From- 
höhe, bei Straßen unter 12 m reite ein Drittel der Straßenbreite nicht über- 
schreiten. 
II. Die Anwendung der Ziff. B des Z 3 der BPO. bedingt, daß, sofern der 
Dachneigungswinkel zur Straßenfront über 450 hinaus bis auf 60" vergrößert 
werden soll, der über den Fußboden des Da(hgeschosses hinausgehende Frontteil, 
dessen höchste zulässige Höhe 1,50 m betragen darf, eine entsprechende, nach eben 
jener Bestimmung zu berechnende Höheneinschränkung erfahren muß. Bei einem 
Dachneigungswinkel von 600 wird der über den Fußboden des Dachgeschosses 
hinausgehende Frontteil demnach nicht höher als etwa 0,90 m sein dürfen. 
12. Es ist also die Freilassung eines sogenannten Bauwichs an eordnet. Be- 
üglich ihrer Rechtsgültigkeit vgl. OVG. 23 34b nnd 349, 34 395, sgVBl. 22 206, 
Z:-I 745, S. 167 d. W. Die Verpflichtung zur Freilassung eines Bauwichs von 
bestimmter Breite schließt, jedenfalls soweit es sich um die Anwendung der vor- 
liegenden PV. handelt, die Errichtung einer Grenzmauer oder sonstigen Grenz- 
einfriedigung auf ihm nicht aus und ist auch in einem solchen Falle die Breite 
des Bauwichs nicht nur etwa bis an die Einfriedigung, sondern bis an die Grund- 
stiicksgrenze zu rechnen. Sofern in den an den Bauwich angrenzenden Um- 
fassungswanden des Vorderhauses oder Seitenflügels Offnungen (Türen .oder 
Fenster) angebracht werden sollen, muß die betreffende Umfassungswand minde- 
stens 6 m von der Nachbargrenze entfernt bleiben. Es folgt dies scgon aus dem 
einfachen Grunde, weil die Anordnung des Bauwirhs begrisflich eine erscharfung, 
aber keine Milderung der allgemeinen baupolizeili(hen Bestimmungen bedeutet; 
auch sind die Bestimmungen der BO., zu de-r die PV. vom 1l. August 1899 
lediglich einen Nachtrag bildet, nur insoweit sur das Geltungsgebiet der lehteren 
abgeändert oder eingeschränkt, als das tatfachlich zum Ausdruck gebracht ist. 
13. Zur Auslegung dieser Polizeiverordnung s. ferner OBG. 67 382-396.
        

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