Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Preußisches Baupolizeirecht
Person:
Baltz, Constanz Fischer, Friedrich Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-819993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3812919
70. Bauordnung für die Stadt Berlin. 
659 
ZU. Standsikherheit"9). 
1. Bauliche Anlagen sind in allen Teilen nach den Erfahrungen der Bau- 
kunst aus guten, zweckentsprechenden Baustoffen herzustellen. Die Anforderungen, 
die an die Festigkeit der Baustoffe zu stellen, die Zahlen, die den Festigkeits- 
berechnungen zugrunde zu legen, und die Belastungen, die für den Baugrund und 
für die einzelnen Gebäudeteile zulässig sind, und andere Konftruktionsvors(hriften 
werden von der Baupolizeibehörde amtlich bekanntgegeben. 
2. Verzierungen, Gesimse und andere Bauteile am Äußeren eines Gebäudes 
müssen dauerhaft am Baukörper befestigt sein. 
s 12. Grund- und Kellermauern. 
I. Grund- und Kellermauern und Pfeiler müssen auf natürlich festem oder 
künstlich defestigtem Boden unter Frosttiefe gegründet sein. Für Kleinhäuser nnd 
Nebenanlagen kann die Baupolizeibehörde von der Vorschrift der Frosttiefe Aus- 
nahmen zulassen. 
2. Gegen das Aufsteigen oder seitliihe Eindringen der Bodenfeuchtigkeit sind 
Grund- und Keller1nauiern in Gebäuden mit Aufenthaltsräumen G 26) durch 
Abdichtung (Jsolierung) zu schüYen. 
S l3. Ausgehende Wände-70). 
a) Umsassungswände. 
I. Die Umsassungswände der Gebäude müssen standsest und tragsiihig sein 
E 11) und dem Einfluß der Witterung genügend widerstehen. Bei Wahn- und 
Arbeitsräumen soll ihr Widerstand gegen Witterungseinslüsse etwa gleich dein 
einer 11J- Stein starken gernauerten Ziegelwand sein. Im übrigen kann die Bau- 
polizeibehörde über die erforderlichen Wandstärken besondere Ausführungs- 
anweisungen erlassen und die Zulassung neuzeitlicher Bauweisen von der Aus- 
führung amtliche: Untersuchungen abhängig machen. 
2. Soweit nicht nachstehend anderes zugelassen ist, sind die Außemviinde 
seuerbeständig herzustellen. Btettverkleidungen als Wetter-sehnt; und Holzsachwerk 
zur Verzierung und UtkIJ!kSkkUUJithen Gliederung dürfen dabei verwendet werden, 
ebenso ist der Dachiiberstand hölzerner Sparren nebst Stirnbrett zulässig. Kleine 
hölzerne Vorbauten, wie lIntersahrten, Windsänge, Veranden, Erker, Ballette, 
Galerien U. dgl. können zugelassen werden. 
3. Als seuerbeständige Umsassungswände können auch solche aus Eisensarh- 
werk, Wellble(h, Leichtstecnen mit Aufzenputz oder Verkleidung u. dgl. zugelassen 
wekdeu, wenn sie das Straszenbild nicht beeinträchtigen und die Benut3ungsart 
des Baues einer solchen Bauweise nicht entgegensteht. 
4, Außenwände in .ausgemauertem Holzsachwerl von mindestens IX- Stein 
Stärke sind in den Gebieten der geschlossenen Bauweise für das oberste Geschoß 
nnd den Dremvel der Gebäude auch für Ausbauten und Giebel zulässig, des- 
gleichen für Nebenanlageu bis zu 100 m2 Grundsläche. 
In den Gebieten der offenen Bauweise ist ihre Herstellung durchweg erlaubt, 
ebenso die von Bloklhäusern nach S As. 
5, Hplzsakhwerk mit Vrettverkleidung ohne Ausmauerung ist für Um- 
sassungswiinde von Schuppen, Baden, Gartenhallen, Zauben, Kegelbahnen, Mott- 
anlagen und ähnlichen kleineren Baulcchkecten zulassig,. wenn die Grundsläche 
nicht mehr als 50 ins (bei Kegel!-ahnen 100 m-) und die Hohe nicht mehr als 
29. V l. hierzu S. 321 d. W. 
30. Vgl. hierzu S. 322, 323 d. W. OF
        

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