Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Form im Kriegsjahr
Person:
Jessen, Peter
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-819975
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4361151
gesucht,- ein Protest zugleidm gegen den aufdringlichen Ausstellungszauber, 
der noch Brüssel 191D beherrschte. Man hat über die Selbstbescheidung ge: 
klagt. Es mag das Ideal für eine Ausstellung sein, wenn die allgemein an: 
erkannte, überragende Laune eines einzelnen ihr ein ganz eigenes, persön: 
liches Antlitz prägt,- Aarhus 1909 (Anton Rosen), Stockholm 1909 und 
Malmö 1914 (Ferdinand Boberg) haben das gewagt. In Köln, glaube idu, 
hat man recht getan, wenigstens in der Ardmitektur gewagte Experimente zu 
unterlassen. Hier war Disziplin mehr am Platze als Tollkühnheit. 
Im folgenden binden wir uns nicht an den Rundgang, sondern suduen die 
hervorstechenden Züge der Ausstellung in zwangloserer Reihe auf: die Son: 
derhäuser der Verbände und der einzelnen, die Haupthalle, die Gebäude für 
gegebene Zwedce. Gern sähe ich alle Beteiligten nadu ihrem Verdienst ge: 
nannt,- das verbietet der Raum. Ich bitte im voraus um Entschuldigung, 
wenn viele gute Freunde ihre auch mir lieben Namen vergebens werden 
sudmen müssen. 
Niemand wird etwas einwenden, wenn wir das Ösferreiahisdre Haus vor: 
anstellen. Nicht aus Höflidxkeit gegen unsere Gäste, sondern weil alle Hoff: 
nungen und Wünsche des Werkbundes sich nirgends der Erfüllung mehr ge: 
nähert haben. Ein echtes Ausstellungsgebäude, aus Meister Iosef Hoffmanns 
überlegenem Geist. Auf rechteckigem Grundriß der außen gesdwlossene, innen 
offene Körper, in grauem körnigem Putz. Das CIIlISChlOSSCIIC Aufwärts ist 
an den Fronten ringsum durch die didmte Reihe der SChlldltßn, gerillten Pfeiler 
verlebendigt. Über dem dreifach abgesetzten Gesims mit den leise zierenden 
Schriftzeichen die glatten, sanft geschrägten Längsdächer. Wo zwischen ihren 
beiden vorderen Giebeln die Mittellisenen ein wenig lockerer stehen, tritt man 
durch Pfeilerreihen in den offenen sdwmalen Hof, den Oskar Strnad aus Putz 
und tiefroten, edut maurermäßig gefügten Backsteinen zu einem eigenwilligen 
Ganzen gestaltet hat. Von sdilanken Säulen herab spritzt die goldene, ge: 
sdunitzte Hydragruppe ihre feinen Strahlen in das quergestellte Becken. Die 
Räume schließen sidm in fester Folge dicht aneinander. Ein geräumiger Eck. 
saal für Plastik und Malerei (Nr. Z des Grundrisses); ein hoher Empfangs- 
raum (3) mit weiten, lichten Wänden und trelflidmen eingegliederten Möbeln,- 
ein kokettes Damenboudoir (4) von echt wienerischer Tonart, durch Berthold 
Lölflers Malereien und Dagobert Pedues graziöse Tapetenmuster und frauen: 
hafte Zutaten reizvoll gestimmt. Danadi in zwei Zimmern (5 und Ö} die ziel: 
R
        

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