Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Gedächtnishalle für die Gefallenen der Stadt Weimar im Kriege 1914-1918
Person:
Ausschuß für die Kriegerehrung auf dem Friedhof zu Weimar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-809222
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-809563
Mit dem For-tschreiten derArbeiten in der Gedächtnishalle erfuhren auch 
die Kosten dafür eine wesentliche Steigerung. Gegen 100 000 Mark 
werden schließlich zur Deckung nötig sein. Es mußte daher noch einmal 
gesammelt werden, was guten Erfolg hatte, so daß alles in allem durch 
die frühere und die neue Sammlung ungefähr 40 000 Mark zu- 
sammengebracht worden sind. Von vornherein war Gewicht darauf 
gelegt worden, die ganze Bevölkerung an den Spenden zu beteiligen, 
nicht den bequemeren Weg einzuschlagen, durch wenige große Geber 
die Ehrung unserer Gefallenen bestreiten zu lassen. Immerhin End erfreu- 
licher Weis e auch große Spenden eingegangen, die unsre Sorgen mindern 
halfen. Namen sollen nicht genannt werden, das Scherflein der armen 
Witwe wiegt auch hier so schwer, als die reiche Spende des Besser- 
gestellten  ihnen allen gebührt herzlicher Dank. Doch soll nicht unerwähnt 
bleiben, daß über 14000 Mark aus den Ueberscl)üssen des Roten 
Kreuzes bei der Lazarettbewirtschaftung und nicht aufgebrauchte 
10000 Mark aus dem Betrieb des hiesigen Soldatenheims in 
unsre Kasse geflossen sind. Ebenso die Restbeträge bei der Auflösung 
der Einwohnerwehren und Beiträge des Vereins Kriegsmuseum, 
militäris(her und anderer Vereinigungen. Die Maria Paulowna- 
Sparkasse-Stiftung bedachte uns wiederholt mit ansehnlichen Beträgen. 
Auch der ehemalige Großherzog und seine Tante, die Prinzessin 
Reuß, versäumten nicht, größere Geldbeiträge zu schicken. Die 
Stadtkasse wurde nur verhältnismäßig wenig in Anspruch genommen. 
Die bisherigen Ausgaben bezogen sich in der Hauptsache auf Druck- 
sachen, Jnserate, IJostgeld und einige Schreibhilfe, alles andere wurde 
ehrenamtlich ohne jede Vergütung geleistet. Ietzt ist mit der Bezahlung 
der Kosten für die Ausschmückung begonnen worden. Eine öffentliche 
Rechnungslegung erfolgt in Kürze. 
Die Friedhofskapelle, nunmehrige Gedächtnishalle, ist 1878 -1879 
in romanischem Stil nach dem Plane des L)berbaudirektors Bormann 
vom Maurermeister Otto Saalborn durch die Sparkasse zu Weimar 
mit einem Aufwand von rund 30 O00 Mark erbaut und der Stadt 
geschenkt worden. Heute würde solch ein Bau wohl das Zwanzigfache 
kosten. Nur wenige Jahre bis zu der 1906 erfolgten Erweiterung des 
Friedhofs gegen Süden hat sie kirchlichen Zwecken bei Beerdigungen 
gedient. Gleich bei den ersten Trauerfeier-n stellte sich als Fehler heraus, 
daß die Eingangspsorte in die Breitseite gelegt worden war, was dem 
Bauwerk in seiner heutigen Bestimmung jedoch zu ganz besonderem 
Vorteil gereicht. Ueber der prachtvollen Eichentür dieser Pforte stehen 
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