Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Albrecht Dürer's Unterweisung der Messung
Person:
Dürer, Albrecht Peltzer, Alfred Thoma, Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-800062
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-801076
oder gewunden machen, und daran so viele Ecken brauchen als man 
will, gleich wie vorhin mit den Säulen angezeigt war. Solche 
Dinge haben die Alten Piramides genannt. Solches hab ich hier- 
Vor ausgerissen. 
So diese Kegel in rechtem Maaß auf die vorher angezeigten 
Säulen geseHt werden, so zeigen sie einen Corpus eines Turmes 
an. Doch soll man danach die 
Zierraten daran legen. 
Es sind dreierlei Kegel zu 
machen. Der erste ist der, der 
seine Spitze mitten über dem Fuß 
erhoben habe. 
Der andere so, daß seine Spitze 
über des Fußes Rand siehe. Also 
gewinnt der Kegel unten am 
Fuß an einem Ort einen rechten 
Winkel. 
Der dritte wird so gemacht, 
daß seine Spitze oben über den  
Fuß hinaus hänge; wie das hier Z 
ausgerissen ist. " 
o ich vorn mit den Säulen angefangen habe, will ich ein 
S wenig weiter davon schreiben. Auf gar mancherlei Weise 
mögen die Säulen gemacht werden; und je nach dem sie tragen 
sollen, um so viel müssen sie stärker sein. Etliche machen den Säulen 
Füße und Häupter. Aber bisweilen macht man nur Pfeiler, die auf 
dem Grund stehen; und in der Höhe teilt man ihre Teile aus zu 
den Bögen der Gewölbe. Oder man läßt den 5pfeiler vorsireichen 
und ohne 8ierrat die Bögen darein laufen. Wie Ach denn das be- 
gibt, daß etwa ein Stab in eine Hohlkehle und eine Widerlagslinie 
durch die andere schleuft. Wer dem recht thut, dem sieht es fremd 
und werklich aus, wie das die kunskreichen Bauleute wohl wissen. 
In solche Pfeiler mag auch mancherlei Verkehrung der F;)ohlkehlen, 
Stäbe, Fafen, Ecken und Winkel gebraucht werden. Aber diese 
Dinge müssen im Grunde ordentlich ausgerissen und danach auf- 
gezogen werden. Es mögen vier Pfeiler gegeneinander gesetzt 
werden von einer Größe, und ein jeder sonder Zierrat im Grunde. 
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