Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch des Maler- und Lackierer-Handwerks
Person:
Reichsbund des Deutschen Maler- und Lackiererhandwerks / Ausschuß für das Lehrlingswesen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-794151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-795294
trockenen Farbpulver für Fliissigkeiten verschieden. Hierbei spielt auch 
eine Rolle die Dichtigkeit oder Lockerkeit des Fsarbpulvers, die bei 
den einzelnen Farbpulvern gleichfalls verschieden ist und zur Folge hat, 
daß die dichten Farben im Verhältnis zu ihrem Volumen mehr Flüssigi 
keit aufnehmen, als die lockeren Farben. 
Die Wasserausnahn1esähigkeit der Farben ist von Bedeutung für 
das Anrühren der Farben und dadurch für das Gelingen des Anstrichs. 
Bei wasserabstoszenden, schlecht löslichen Farben kann durch ungelöst 
gebliebene Farbklümpchen der Anstrich streifig und verdorben 
werden. Farben, die schwer Wasser aufnehmen. werden nicht im Wasser, 
sondern im Bindemittel Cz. B. Leimlösung, Kaseinlösungs dick angerührt, 
wobei diese Schwierigkeit nicht auftritt. Die Schwierigkeit kann auch 
behoben werden durch Anrühren der Farbe mit Spiritus oder mit 
heißem Wasser. Wasserabstoßende Farben sind z. B. die meisten schwarzen 
und sonstige aus Kohlen oder fetten Erden gewonnenen Farben. Mits 
unter haben auch die Fabrikanten bei ursprünglich wasserabstoßeuden 
Farben die Wasseraufnahmefähigkeit bereits erzielt. meist durch geringen 
Zusatz von leicht wasserlöslichen Streckmitteln. 
Snsolge der verschiedenen Eigenschaften der Farben ist auch die 
Oelausnahme der Farben verschieden groß Csiehe Angaben der Tabellens. 
Diese Unterschiedlichkeit ist zu beachten bei der Berechnung des Oel: 
verbrauchs im Verhältnis zum Farbenverbrauch und kommt auch ins 
sofern in Frage, als dadurch die Verarbeitung der Farbe beeinflußt 
wird CFarben mit mehr Oelgehalt streichen sich leichter, als ölärmere 
Anstrichfarbens. Zu beachten ist jedoch, ob die Farbe pastenartig Cdicks 
salbigs oder streichfertigsfliissig zubereitet werden soll. 
di Die Decbbrast der Farben. 
Die Deckkraft der Farben ist ihre Eigenschaft, im Aufstrich den 
Untergrund vollständig zu decken. Sie ist umso größer, je dünner der 
Anstrich zu sein braucht, durch den die Deckung erzielt wird. Sie hängt 
wesentlich ab von der Dichtigkeit des Farbpuloers, wird aber daneben 
stark beeinflußt durch die Binden1ittel, und zwar ist zu unterscheiden 
zwischen der Wirkung der wässerigen und der öligen Bindemittel. 
Bei Farben mit wässerigen Bindemitteln bleibt die urspriingliche 
Dichtigkeit des FarbpulverS auch nach dem Trocknen erhalten, da die 
Trocknung hier in der Hauptsache in der Verdunstung des Wassers 
besteht. In Oel decken die Farben umso weniger, je mehr Oel sie 
ausnehmen, da dieses nicht oerdunstet, sondern nur in sich erhärtet. Ist 
die Deckkrast so gering. daß der Untergrund durchscheiUt. so spricht man 
von las i ere nd e n I a rb e n. Das Richtdecken oder Lasieren kann abs 
sichtlich bei allen Farben herbeigeführt werden durch reichlichen Zusatz 
von Binde: oder Verdiinnungsmitteln. Farben, die wegen der Loclcerheit
        

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