Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch des Maler- und Lackierer-Handwerks
Person:
Reichsbund des Deutschen Maler- und Lackiererhandwerks / Ausschuß für das Lehrlingswesen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-794151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-794797
Diese Bestimmungen werden ergänzt durch die näheren Vorschriften 
zur Regelung des Lehrlingswesens, die die Snnungen nach F 81 a und 
die Handwerkskammern nach S 103e der Gewerbeordnung treffen 
können. 
Es ergibt sich also: Das Lehrverhältnis ist kein privates Vertragss 
verhältnis, sondern ein durch das Gesetz in ganz bestimmter Weise ges 
regeltes, auf besondere Personen beschränktes, im Inhalt bestimmtes 
und in Durchführung nnd Abschluß einer festgesetzten Beaufsia1tigung 
durch ösfentlichsrechtliche Körperschasten nnterworfenes Vertragsverhältnis. 
Hierin kommt das Interesse des Staates an der richtigen Ausbildung 
des Handwerl:ers und der Wert der richtigen Handwerlksausbildung 
für den Staat deutlich zum Ausdruck. Der Lehrmeister und der Lehrling 
sind nicht nur beide sich selbst, sondern gemeinsam der Allgemeinheit 
für das Ergebnis der Lehre verantwortlich. 
Die Lehre 
Malers 
im 
und 
,Lackiererhandwerk. 
Die Berufsarbeit des Malers und Laäeiererhandwerlis ist Schutz, 
Kennzeichnung und Schmuck von Gebraua1sgegenständen durch Auftrag 
von Farben. 
Die Arbeitsgegenstände des Malers und Lackiererhandwerles find 
in der Hauptsache Gebäude und Räume, sowie Gegenstände, die zur 
Ausstattung und Einrichtung dieser Gebäude und Räume gehören, wie 
Möbel, Srhilder und ähnliches. Das Maleri und Lackiererhandwerk 
ist ein Zweig des Baugewerbes und dient mit diesem dem Wohns 
bediirfnis der Bevölkerung. 
Die große wirtschaftliche Bedeutung des Maler: und Lackiererhands 
werlrs beruht darin. daß es durch seine Arbeit die Gebäude, Räume 
und die dazu gehörigen .Gebrauchsgegenstände vor Zerstörung schützt, 
ihnen durch die farbige Gestaltung den richtigen Gebrauchswert gibt 
und diesen Gebrauchswert durch gute und dauerhafte Arbeit erhält. 
Das Malen und Laäeiererhandwerk ist aber auch ein Kunsthandi 
merk. Sein vornehmste: Werlkstoff, die Farbe, hat einen ästhetischen 
Wert, d. h. sie wird, richtig angewendet, als schön, falsch angewendet 
als häßlich empfunden. Durch eine schöne, farbige Gestaltung vermag 
der Maler die Bedeutung der Gebäude, Räume und Gegenstände für 
den Sinn und das Gefühl der Betrachter überzeugend auszudrücken. 
Die Arbeitshandlung des Malers und Lacleierers ist der Auftrag 
der Farben auf die Oberflächen feiner Arbeitsgegenstände mit einem 
Werkzeug CPinsel oder BürsteJ oder einem Apparat CSpriZmaschines 
und die Vorbereitung dazu. Die Vorbereitung umfaßt die 3ubereitung 
der zur Verwendung fertigen flüssigen Anstrichfarbe aus den verschiedenen 
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