Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch des Maler- und Lackierer-Handwerks
Person:
Reichsbund des Deutschen Maler- und Lackiererhandwerks / Ausschuß für das Lehrlingswesen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-794151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-796802
Die Mineralfarben 
arbeiten verwendet. 
werden 
sowohl 
zu 
Außens 
wie 
zu 
Snnens 
Sgrasitto. 
Eine alte italienische Technik, die heute noch bei Fassadenarbeiten 
angewendet wird, ist das Sgrafitto, die KraZmalerei. Das Sgrafitto. 
zu dem auch 3ement verwendet werden kann, ist heute die haltbarste 
Fassadentechnik. Sgrafitto kann auf verschiedene Arten erstellt werden. 
Bei dem echten Sgrafitto. Cnach italienischem VorbildeJ wird über 
eine Putzschicht. die entweder mit Steinkohlens oder 3iegelmehl, schwarz 
oder rot gefärbt ist, eine zweite, dünne Pu3schicht gezogen. Auf dieser 
Schicht wird ähnlich wie beim Freslro die Zeichnung aufgepaust und 
dann mit besonderen Werkzeugen herausgekraxzt. Der schwarze Putz 
erscheint dann als Zeichnung oder Hintergrund. 
Eine besondere, vor allem in Stiddeutschland heimische Art des 
KraZpuZes ist folgende: Dem legten VerpuZe wird die Farbe zugeseHt 
und sobald derselbe etwas angezogen hat, wird er zweis oder dreimal 
mit Kalb überftrichen. In diese Schicht wird dann die Zeichnung ein. 
gekrayt. 
Eine dritte, sehr einfache Art ist das Einkrayen der Linien und 
Formen in den weichen, ungefärbten Pay. Nach dem Austrvcknen des 
Pages wird die Jassade mit wettersesten Farben gestrichen und die 
Formen mit solchen herausgefaßt. Diese Technik, die legten E.ndes 
mit dem echten Sgrafitto nichts zu tun hat, ist rationeller als die 
oorgenannten. Die 3eichnungen für Sgrafitto müssen klare Linien 
und Flächen aufweisen. Als Werkzeuge benutzt man Bildhauereisen 
und besondere Kraizschlingen, die man folgendermaßen herstellt: Ueber 
Hölzer von verschiedener Dicke werden dünne Stahlbänder gebogen 
und diese fest mit dem Holze oerschniirt. Es entstehen auf diese 
Art Schlingen mit scharfen Kanten. Dieses Werkzeug läßt ein viel 
slotteres und sicheres Arbeiten zu, als das Laborieren mit Bildhauers 
eisen. CDie Stahlbänder sind als Korsettstäbe erhältlichs. 
Stricca lnstro nnd Seagliola. 
PuZarbeiten mit weieher. malerisci1er Wirkung sind fernerhin Stricca 
lustro und Scagliola. Die erste Technik stellt einen dünnen Ueberzug 
aus Weiszlealk, Marmorstaub, Alabaster und ungebranntem Gipgstaub 
dar. Dieser Ueberzug, der bereits die Farbe des Marmor; zeigt, wird 
gefi1zt und nach der Bemalung mit heißen Eisen gebügelt und poltert. 
Scagliola ist eine Art Ginlegearbeit, bei der die farbigen Teile 
Zug gefärbtem Gips, der mit GipSspat CJrauenglaIz vermengt ist, 
estehen. 
J7.1
        

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