Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch des Maler- und Lackierer-Handwerks
Person:
Reichsbund des Deutschen Maler- und Lackiererhandwerks / Ausschuß für das Lehrlingswesen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-794151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-796791
masse überzogen, auf welche dann die Farbe aufgetragen und mit 
modernen Hilfsmitteln CLötlampes eingebrannt wird. Die dabei vers 
wendete Hitze darf nicht zu groß sein, sondern braucht nur das Wachs 
zu schmelzen, was durch ein leichtes Schwitzen des Aufstrichs sich zeigt. 
Die EnkaustiksTechnik weist eine außerordentliche Anpassungsfähigkeit 
an den Untergrund nnd Bielseitigkeit in der Anwendung aus. Sie 
kann in lasierender, deckender und sehr pastoser Art aufgetragen werden. 
Je nach der Behandlung trocknet sie matt oder glänzend aus. Auch 
eine Verwendung als unoerwischbare PastellsTechnik ist möglich. Die 
Gnkaustik eignet sich besonders für konservierende Zwecke bei sarbs 
losem Austrag als Schutziiberzug von Stein und Marmor im Freien. 
Ein großer Vorteil der EnkaustiksTechnik besteht in der vorzüglichen 
Haltbarkeit und Wetterbeständigkeit, da das Wachs wasserabs 
weisend und säurebeständig ist. Deshalb kommt sie bei 
sonders für Konservierung unserer altehrwürdigen Steindenkmäler in 
Betracht. 
Mineralfarben. 
Besonders für Fassadenmalereien eignen sich die Mineralfarben, 
auch Wasserglasfarben genannt. Die Mineralsarbenmalerei, die Stereos 
äJronomie, wurde besonders durch den Münchener Chemiker Adolf 
Wilh. Keim gefördert. Die Keimischen Farben CKeimsarbes sind 
die verbreitesten Fabrikate. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe 
anderer Erzeugnisse. die alle aus der Wasserglasbasis aufgebaut find. 
Die Anwendung der Mineralfarben geschieht aus verschiedene Arten. 
Vor allem sei daraus hingewiesen, daß nur besonders präparierte 
Farben, die mit dem sogenannten Fixativ gebunden werden, verarbeitet 
werden können. Mit Keimischen Farben kann man z.B. aus zwei 
Arten malen. Die sogenannte AsTerhnilc erfordert einen besonderen, 
von der Fabrik erstellten Putzuntergrund. Die Malerei wird dann 
lediglich mit Farben, die mit destilliertem Wasser angeriihrt sind, 
vorgenommen. Der Untergrund muß während des Malens mit destilliers 
tem Wasser geneZt werden. Das Malen selbst geht leicht von statten. 
Nach dem Malen wird die Malerei mit einem besonderen Wasserglass 
sixativ fixiert. Genaue Vorschriften über die Handhabung der Technik 
werden Mit den Farben und Bindemitteln geliefert. 
Viel einfacher zu handhaben ist die zweite Art der Verarbeitung 
von Keimsarben, bei der die Farben ähnliäJ wie bei anderen Bindes 
mitteln, sofort mit Fixatio gebunden werden. Die Farben werden aus 
dem gewöhnlichen Putz. der nicht besonders präpariert werden muß, 
ausgemalt. Die Farben haben den Nachteil, daß sie verhältnismäßig 
schnell verglasen. Pinsel, mit denen Mineralsarben verarbeitet werden, 
müssen sofort ausgewaschen werden, da sie sonst versteinern und völlig 
unbrauchbar sind. 
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