Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch des Maler- und Lackierer-Handwerks
Person:
Reichsbund des Deutschen Maler- und Lackiererhandwerks / Ausschuß für das Lehrlingswesen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-794151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-796612
bekanntlich wenig Farbe. Durch Absetzen des Muddlekg unters oder 
nebeneinander, durch Drehen und Wenden desselben entstehen sehr 
schöne, sinnsällige Muster, die die Pinselarbeit sofort erkennen lassen. 
Kombinierte Terhniken, das heißt aus verschiedenen Techniken zu: 
sammengestellte, gibt es eine ganze Reihe. 
Kombinierte Teehuitren. 
Eine sehr gefällige Technik ist folgende: Auf eine glatte, eins 
gestrichene Fläche werden mit freier Hand Ranken Cmit oder ohne 
Blätter1 gemalt und zwar so, daß sie ziemlich eng geschlossen erscheinen. 
Ueberwickelt man diese Ranken mit der gleichen Farbe, so werden 
sie ganz leicht und duftig in Erscheinung treten. Dazwischen kann man 
mit Hilfe einer Schablone in einer gegensätzlichen, aber im Tone gleichs 
wenigen Farbe andere Formen, z.B. Sterne einstreuen. Dieselbe 
Technik kann auch umgekehrt angewendet werden. 
Eine sehr originelle Wandbehandlung entsteht, wenn man den 
Untergrund in verschiedenen, untereinander verwandten Tönen streicht 
und diese Töne durch freies Ranlienwerk und Wirbeln zusammenzieht. 
Golds und Silberbroncen soll man, da ein Schwarzwerden der 
Broncen zu befürchten ist, nur vorsichtig verwenden. 
Das Ueberziehen der Wände mit sogenanntem Seidenglanz ist eine 
Smitation eines Stoffes. 
Das Schablonieren. 
Das Schablonieren ist an sich eine mechanische Arbeit, die eigents 
lich dem Wesen der Malerei entgegensteht. Doch wird sich das Schas 
blonieren nicht umgehen lassen, umsomehr, als mit der Schablone 
reizende 3ufälligkeiten erreicht werden können. Diese Art des Schablos 
nierens hat, wenn sie richtig angewendet wird, mit der mechanischen 
Nachahmung der Tapetenwirltung nichts gemein. 
Die gewöhnliche Schablone ist stets ein Ersatz für eine Tapete 
oder ein Gewebe. Es ist erwiesen, daß schon im ausklingenden Mittels 
alter zu ihr gegriffen wurde, um die Stoffe, die auf Rahmen gespannt 
waren. zu patronieren. Mit Verfall des Wohlstandes learn man dazu, 
die Schablone direkt auf die Wand zu übertragen. Die heutige Schas 
blonenmalerei ist eine Schwester der Tapete. Urspriinglich wurden 
Papierflächen schabloniert und in manchen Museen sehen wir aus der 
Biedermeierzeit C3eit nach den Befreiungskriegen 1813s15s ganze Lands 
schaften und Szenen. die mit Hilfe der Schablonen fabrikmäßig erstellt 
wurden. Da aber die Tapeten die Wände zu stark abschlossen und die 
Ventilation der Mauern behinderten und gleichzeitig ihre Verwendung 
mit Ungeziefergesahr verbunden war, ging man aus heute unbegreifs 
lichen Gründen daran, das Tapetenmuster direkt auf die Wand zu 
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