Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch des Maler- und Lackierer-Handwerks
Person:
Reichsbund des Deutschen Maler- und Lackiererhandwerks / Ausschuß für das Lehrlingswesen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-794151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-796558
Anordnung ein Mißverhältnis zu den übrigen Formen und Farben im 
Raum ergeben. 
Wenn das Ornament auf einer Raumfläche angeordnet wird. dann 
muß für seine Anordnung die Form und Größe, sowie die 
architektonische Bedeutung dieser Fläche maßgebend 
sein. 
Die Bedingungen der Furbwirkung und der Farbss 
stimmung. die für den ganzen Raum gelten. gelten natürlich 
auch für das Ornament. und zwar sowohl bezüglich seiner Farbs 
wirkung im Raum und der Zusamn1enstimmung seiner Farben mit 
denen des Raumes. wie auch bezüglich der Wirkung und Zusammens 
stimmung der einzelnen Farben des Ornaments. 
Bezüglich der Anwendung der einzelnen Arten der 
Ornamente ist zu sagen: Gegenständliche Ornamente. und zwar 
sowohl naturalistische wie stilisierte Ornamente dürfen nur da ans 
gewendet werden, wo auch ihre natürlichen Vorbilder 
angebracht werden könnten. D. h. die Darstellungen der Ornamente 
müssen eine sinnvolle Beziehung zu dem Zweck des ganzen Raumes 
und zur Tätigkeit seiner Bewohner haben. 
Die Anwendung geometrischer und freier Ornamente ist nicht ders 
artig gebunden. da ihr Sinn nur in der gefälligen Anordnung und 
Formung liegt.  
Zum Entwurf des Ornaments ist zu sagen: Auszugehen 
ist von der Fläche, auf der das Ornament angebracht werden soll. Die 
Grenzlinien dieser Fläche sind je näher sie dem Ornament liegen, 
umso mehr bestimmend für die Formen des Ornaments. Bei der 
Zeichnung des Ornaments ist zu unterscheiden zwischen dem gegeni 
ständlichen und dem freien Ornan1ent. Bei dem gegenständlichen Ornas 
ment ist der Linienverlauf hauptsächlich durch die Form 
des natürlichen Borbildes gegeben, auch die Stilisierung 
ist, wenn der Gegenstand noch erkennbar bleiben soll. daran gebunden. 
Die geometrischen Formen sind fest vorgeschrieben und können nur in 
der Größe und der Art der Zusammenstellung verändert werden. Die 
freie Zeichnung hat ihren besonderen Reiz in dem 
Verla us d er Linie. Diese ist in der freien Zeichnung nicht 
Formenumriß, sondern Beweg ungsspur. Das Auge folgt ihr 
und erlebt damit die Bewegung der Zeichnung, die Energie des Auss 
drucks des Zeichnenden nach der Richtung der Linie, nach ihrer Stärke 
je nach der Art ihrer Wendungen. Dieser Reiz der einzelnen Linie 
erhöht sich durch das Zusammenspiel mehrerer Linien. Die freie Zeichs 
nung muß lebendig sein, muß den Ausdruckswillen des 3eichneks ver. 
spüren lassen, nur dann kommt sie zur Wirkung. Nur gezeichnete, geos 
metrische Formen wirken leicht konstruiert und langweilig. Bei der 
1OÄ
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.