Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch des Maler- und Lackierer-Handwerks
Person:
Reichsbund des Deutschen Maler- und Lackiererhandwerks / Ausschuß für das Lehrlingswesen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-794151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-796156
diinnung geschieht bei Oelfarben mit Leinöl, Leinölfirnis bezw. Stets 
pentinöl oder Sack, bei Wasserfarben mit Wasser. Man unterscheidet 
danach Wasserlasuren, Spritlasuren, Oellasuren, je nachdem, ob als Vers 
diinnunggmittel für die Farbe Wasser, Spiritus oder Oel verwendet 
worden ist. 
Arbeit5verfahren: Vorhanden fein muß ein guter, nicht saugfähiger, 
trockner und fester, gut geschliffener Declkanftrich oder ein gegen Sangs 
fähigkeit vorbehandelter sauberer Untergrund. Der Auftrag der Farbe 
erfolgt mit dem Pinsel und zwar möglichst gleichmäßig. Damit Pinsels 
ftriche und Anfäxs,e nicht sichtbar bleiben, bedient man sich zum Vers 
teilen der Farbe des Bertreiberg, des Schlägerg oder der Tupfbiirfte. 
Die Lasuren können je nach Bedarf eins oder zweimal wiederholt 
werden. Lasierte Flächen können nachdem auch noch mit Ueberzuggs 
lade lacl1iert oder mit Mattlacle oder einem anderen Mattierunggs 
mittel mattiert werden. Schleifen ist wegen der dünnen Lafurschicht 
nicht möglich. 
Beiztechnik. 
18. Unter Beiztechnik Cnicht zu verwechseln mit dem Abbeizen 
alter Anstriche bei ErneuerunggarbeitenlJ versteht man das Järben von 
Hölzern mit Beizen, d. h. Jarbtinten, die nicht an einen LFü1lkörper 
gebunden sind Csiehe Werkstoffleundes. Diese Beiztinten werden als 
Teerfarbenprodukte chemisch hergestellt. Sie sind in allen Farben ers 
hältlich. Sie sind sowohl in SpirituS wie in Wasser zu verwenden 
und ergeben, je nach dem Grade der Berdiinnung hellere oder dunklere 
Töne. 
Die Beize wird auf dem gereinigten, eotl. sauber geschliffenen, aber 
sonst nicht vorbehandelten Holz mit Pinsel oder Schwamm fliissig aufs 
getragen, so daß sich das Holz schnell mit der Beiztinte vollsaugen kann. 
Nach dem Trocknen wird die etwa aufgerauhte Fläche nochmals vors 
sichtig geschlifsen und danach mit einem geeigneten Mattiermittel z. B. 
Srhellacl:lösung mit Wachs oder Mattlaäk überzogen. 
Eine bessere Art des Beizens ist das sogen. chemis ehe Beizen 
Csogen. positioes BeizenJ. Die hierbei verwendeten Beizen sind keine 
Farbtinten, sondern sarblose, chemische Iliissigkeiten, die durch ihre bei 
sonderen Eigenschaften das Holz, das mit ihnen behandelt wird, färben. 
Hier ist die Auswahl der Iarbtöne beschränkt, es kommen in der 
Hauptsache nur gelbliche, rötliche und bräunliche Töne vor, die je nach 
der Dauer und Art der Behandlung heller oder dunkler hergestellt 
werden können. Bei der Verwendung dieser Beizen sind die ,Gebrauchss 
anweisungen der HerstellersIirmen zu beachten. 
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