Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch des Maler- und Lackierer-Handwerks
Person:
Reichsbund des Deutschen Maler- und Lackiererhandwerks / Ausschuß für das Lehrlingswesen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-794151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-795973
Heiligkeit des Weiß ankommt, besonders also bei den letzten 
Anstrichen. Die minderen Sorten C3inkoxydJ kommen nur für 
Boranstriche in Frage, ebenso auch Lithopone, das nur bei 
billigeren Arbeiten auch für den Fertiganftrich verwendet wird. 
Auch Mischungen von Zinkweiß und Liihopone kommen vor, je: 
doch auch meist nur für Boranstriche. 
Die Weißfarben werden heute mit Ausnahme der Lithopone 
alle vom Handel auch in Oel teigförmig angerieben geliefert und 
meist auch so bezogen. Hier ist zu unterscheiden die Lieferung in 
Halböl für magere Anstriche und in reinem Leinöl für fette An: 
ftriche. Zinkweiß kann nur dann trocken bezogen werden, wenn 
es für besondere Arbeiten, für die die Lieferung der Fabriken in 
Halböl noch zu fett ist, verwendet werden soll und wenn es sofort 
verwendet wird. Trocknes 3inkweiß darf nicht offen stehen, da 
es dann, besonders bei feuchter Witterung oxydiert, körnig und 
dadurch unbrauchbar wird. 
Die in Oel gelieferten teigartig, dickflüssigen Farben kommen 
in diesem Zustand auf die Arbeitsstelle Csofern die Farbe nicht 
gleich in der Werkstatt bereitet wirdJ. Für die Boranstrirhe wird 
der teigförmigen Farbe in einem besonderen Gefäß eine Mischung 
von Leinöl und LLerpentinül mit Sikkativ zugeseZt. Ebenso wird 
die Farbe für den fetten Fertiganstrich in einem besonderen Gefäß 
bereitet, indem die entsprechende Menge Oel oder Firnis mit 
Sikksativ zugeseßt wird. Die 3usammenseZung richtet sich nach 
Herkunft und Art des Materials. 
Bei matten Anstrichen wird die Farbe zunächst in Oel dick 
angerieben und bis zur Streichfertigkeit mit Terpentinöl verdünnt. 
Je größer der 3usag von Terpentinöl ist, um so größer ist wegen 
der leichteren Streichbarkeit der Farbe ihre Ausgiebigkeit, aber 
um so geringer ist auch ihre Haltbarkeit. Soll der Anstrich besonders 
matt gehalten werden, dann wird der reichlich mit Terpentinöl 
verdünnten Farbe zweckmäßig 3inkweiß trocken zugeseZt. Der 
richtige Grad der Mattheit muß durch Anstrichproben festgestellt 
werden. Auch Mattlackierung des Anstriches ist möglich. 
In Frage kommen für den weißen Jnnenanstrich: Möbel, 
Fenster, Türen, Decken und Wände, aber nicht in KiiOhEU UND VädEM. 
da den Decken und Wänden durch den Oelfarbenanstrich die Porös 
sitüt genommen werden würde und der Wasserdampf aus ihnen 
niederschlagen würde, wenn genügende Bentilation fehlt. Welches 
Material für diese Gegenstände jeweils verwendet wird, richtet 
sith nach der Qualität der verlangten Ausführung. 
F arbige Oelfarbenanstriche: Für Vorarbeiten und Grundiei 
rang gilt dasselbe wie bei weißen Anstrichen. Es ist zu erwähnen,
        

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