Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lehrbuch des Maler- und Lackierer-Handwerks
Person:
Reichsbund des Deutschen Maler- und Lackiererhandwerks / Ausschuß für das Lehrlingswesen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-794151
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-795689
werden muß, welches Material bei jedem der aufeinander folgenden 
Anstriche verwendet werden muß, ob der Auftrag dünner oder dicker 
erfolgen soll, welche Maßnahmen für die richtige Troclenung zu bei 
achten sind usw. 
Diese Regeln sind verschieden nach den Gegenständen. die bei 
handelt werden und je nachdem. ob es sich um Neui oder GrneuerungSs 
anstriche, um Außens oder Snnenanstriche, um einfachere oder bessere 
Arbeiten handelt. Ferner sind sie unterschiedlich je nach dem Material, 
das verwendet wird, nach den besonderen Arl1eitgumständen lSahress 
zeit. Witterung, Temperatur, Licht, Neubau oder Privatarbeit usw.1. 
Zur richtigen ArbeitSaugftihrung gehört auch die richtige Beschaffens 
heit der Werkzeuge und ihre richtige Benutzung. Auch die Werkzeuge 
und Geräte sind für die verschiedenen Arbeitgweisen verschieden lsiehe 
Werkzeugieundels. 
Der Maler muß alle diese Regeln und die verschiedenen Bei 
dingungen, unter denen sie angewandt werden müssen, kennen. Er 
hat auch hier Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit zu beachten und 
den Kunden darüber in jedem einzelnen Falle aufzuklären. 
4. Allgemeiues über die Ansirirharbeii. 
Die Arbeit des Anstreichens ist also nicht eine stets gleichmäßige 
Und gleichbleibende Arbeit, wie die des Industriearbeiters, der in einer 
Fabrik stets an einem gleichartigen Gegenstand die gleiche Arbeitss 
verrichtung vorzunehmen hat. 
Die Arbeit des Anstreichens ist vielmehr außerordentlich mannigs 
faltig und werhselnd. Der Maler hat mit verschiedenen Materialien 
verschiedene Gegenstände zu behandeln. Er stellt diese Gegenstände 
sucht selbst her, sondern übersieht sie nur mit einer Jarbschicht, je nach 
dem Auftrag der Eigentümer oder Verwalter dieser Gegenstände. Er 
arbeitet meist, nicht in einer Werkstätte, sondern überall da an den vers 
fkhiedenen Wägen, wo sich seine Arbeitsgegenstände befinden. Dadurch 
fIndet er immer verschiedene Arbeitsumstände vor, denen er sich anpassen 
MUßs Dadurch wird ihm immer wieder neu die Aufgabe gestellt, 
zu untersuchen, wie seine. gegen die Ginfliisse der Untergriinde und der 
1n der jeweiligen Umgebung wirkenden äußeren Verhältnisse sehr ernps 
fIndliche Arbeit sicher und ohne nachträglichen Schaden ausgeführt 
werden kann. 
, SVIcIe Arbeit stellt an das Arbeitsverständnis des Malers immer 
wieder neue Anforderungen. Sie erfordert mehr noch als eine auss 
gebildete Handgeschicklichlieit eine Denlkarbeit, geistige Regs 
stZ.mkeit. fordert griindliche theoretische Kenntnisse und die praktische 
FUhiglieit, diese Kenntnisse in jedem Fall richtig anzuwenden. 
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