Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Giorgione und Palma Vecchio
Person:
Boehn, Max von Giorgione Palma Il Vecchio, Jacopo
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-766977
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-767624
Giorgio11e. 
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die früheren besser unterrichteten Autoren deren nur etwa zwanzig zählten, so wird man 
vielleicht nicht in seinen guten Glauben, sicher aber in seine Kritik begründete Zweifel 
sehen dürfen und sich wundern müssen, daß eineinhalb Jahrhunderte nach des Künstlers 
Tode so viel mehr Bilder von seiner Hand bekannt gewesen sein sollten als unmittelbar 
nach seinem Hingang. Die Mehrzahl der von Ridolfi namhaft gemachten Werke sind 
heute überhaupt nicht mehr nachzuweisen, aber auch den wenigen, deren Verbleib wir 
kennen, steht die heutige Forschung skeptisch gegenüber. Von Gemälden, die auch Michiel 
11nd Vasari bekannt waren, erwähnt Ridolsi das Bildnis der Katerina Cornaro, die 
ruhende nackte Venus, Christus und die Henker sowie den Deutschen aus dem Hause 
Fugger. Seiner Liste entnehmen wir ferner den toten Christus im Monte di piets1 
(Abb. 28) zu Treoiso, ein Bild, das früher, als es noch für Giorgione galt, hoch- 
gepriesen wurde, seit man es aber einem unbekannten Schüler das Pordenone gibt, 
seinen Ruhm eingebüßt hat. 
Auch das Konzert (in Palazzo Pitti), welches Ridolfi seinerzeit im Besitz, des 
Paolo della Sera sah, wird man sich nun wohl gewöhnen müssen, Tizian zuzuschreiben, 
in dessen 17H0mme an gant in der Louvre-Galerie Claude Phillips den am Spinett 
siHenden Augustiner wiedererkennen wollte. Welchem der Künstler"Venedigs es nun auch 
immer seinen Ursprung verdankt, es ist trotz VerpuHung und Ubermalung, die es hat 
erleiden müssen, in dem verinnerlichten Ausdruck musikalischen Empfindens, den es dar- 
bietet, ein Meisterwerk. Giorgiones Zwanglosigkeit weicht hier der Berechnung, welche
        

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