Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Perugino
Person:
Knapp, Fritz Perugino
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-743000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-743598
Uberall, im Typus, im Gewand, in der Architektur und endlich in der Landfchaft 
kann man deutlich das Prinzip der Verallgemeinerung und Stilisierung beobachten, das 
Streben nach Ruhe und Ausgleich, das Ausfchalten alles iiberflüsfigen Beiwerkes. Daß 
es trotzdem noch der Quattrocentist ist, der hier das Thema der Madonna mit Heiligen 
behandelt, wird bei der mangelhaften Zusammenordnung der Figuren klar. Jede Gestalt 
steht noch für sich da. Indes strebt der Künstler doch danach, gewisse Beziehungen der 
Figuren untereinander zu markieren. Dabei begnügt er sich freilich mit einer leisen 
Neigung der Körper, der Köpfe zueinander. Maria neigt leicht den Kopf nach rechts 
Abb.31. Heiliger Hieronymus. 
kek Originalphotograpl1ie von J. Löwy 
Wien, Galerie. 
n Wien. CZu Se 
zur Katharina, das Kindchen hebt das Köpfchen zur Rosa, diese matte Andeutung genügt 
dem Quattrocentisten. Noch war der große dramatische Geist Leonardos, wo Linien; 
fchwung und leidenschaftliche Bewegung alle Gestalten gewaltig verbinden und zu einer 
geschlossenen, organischen Masse zusammenfassen sollte, nicht über ihn gekommen. 
Wie wenig Peruginos Talent begabt war, wirklich große Kompositionen zu schaffen 
oder ein dramatisches Motiv monumental zu fassen, das erweisen zunächst zwei Tafeli 
bilder, die heute in der Akademie der einzige Rest sind der vielen Werke, die Perugino 
für das Convento dei Gesuati gemalt hat. Besonders in der Pietä, Maria den 
Leichnam Christi auf dem Schoß, mit vier begleitenden Heiligen CAbb. 15J offen: 
bart sich eine starre Leblosigkeit, die fast an das Unbewegte, Geiftlose einer ge: 
stellten Gruppe erinnert. Es ist denn auch nicht unmöglich, daß die dan1als beliebten 
Ists
        

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