Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Perugino
Person:
Knapp, Fritz Perugino
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-743000
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-743539
Abb. 26. Grab1egui 
Originalphotvgraphie von D. 
Florenz, Pius. 
werfen in Rom 
unten bringt, in der zarten Lichtverteilung und in der schlichten Klarheit der lands 
fchaftlichen Fernsicht, wo nichts mehr von dem unruhigen Spiel von Lichts und Schattens 
flecken der Kreuzigung sich findet, offenbart sich zum ersten Male ganz der Perugino, 
wie wir ihn aus seinen besten Werken kennen. Es ist der Meister der Ruhe, des hari 
monischen Ausgleiches, des weichen melodischen Zusammenklanges, der hier zu uns spricht. 
Das ist schon Perugino, der Lehrer Raffaels. Damals, als er endlich seine Tonstimmung 
gefunden, war er schon 45 Jahre alt. Entweder muß der Künstler sich sehr mühsam 
und allmählich entwickelt haben, also keine starke Natur gewesen sein, oder er muß die 
Malerei etwas vernachlässigt haben, denn erst mit diesem Bilde schließt die Jugends 
entwicklung zur Reife ab. 
Nur ein einziges Werk, eine Kreuzigung in S. Maria della Calza in Florenz CAbb. l1J, 
können wir noch anführen als in diese gleiche Zeit gehörend, d. h. eher nach als vor 
dem Albanibild entstanden. Im Vergleich zu der zarten, feinen Kreuzigung oder mit den 
spiHen Lichtern zeigten die Typen schon die Abglättung und Verhärtung, die eigentlich 
das Charakteristikum der zweiten Epoche der Reife Peruginos ist. Ein herber, großer
        

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