Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
William Holman Hunt
Person:
Schleinitz, Otto von Hunt, William Holman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-741309
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-741693
andern, hier Zuflucht gefunden habenden Priester, 
unter der Fürsorge seiner BeschüHer erblickt. Dort  
gewahrt man die versolgenden Dru1den, deren   
Schritte zu belauschen sich ein Knabe zU Boden  
legt. Das Werk ist voller echt präMPhaElIkIlThEU ;      
Züge und Einzelheiten. So will ich unter andern , if  
nur das Wahrzeichen der früheren, heidnischen  H   F,  elf 
Bewohner der Hütte, den alten Druidenstein ers He ,szsTY       
wähnen, der seht aber als Symbol der Bekehrten U    I   
das Kreuz trägt. Er ist ein genaues Beispiel if  s   F:  
von denjenigen Exemplaren, wie sie noch heute Z, . W,  ,  zIz,:Z   
in Stonehenge vorhanden sind.      J    Y 
Auf die Gesa1ntkomposition bezogen, führe     J   
ich einen vom Meister mit großem Nachdruck Ists cis    
getanen Ausspruch an: ,,Der Gebende soll nicht A       
viel Aufhebens von seiner Generosität machen,     
aber der Empsangende kann sie nicht hoch genug     
anerkennentll Zu dem ,,Druidenbildtt wurde für ,  , 
den Kopf des Missionars iAbb. 18J eine besondere     
Studienzeichnung angefertigt, Abb.18. Studie zum Druiveubilv. 
Was nutz,te schließlich alle Begabung, Willens; C8U Seite 23sI 
kraft, unermüdlicher Fleiß, Ernst und Liebe zur 
Sache: Die Strömung, die Verhältnisse und die meinungbildenden Mächte waren gegen ihnl 
Holman Hunt schätzte sich daher unter den bestehenden Umständen glücklich, als der Maler 
Dyee ihm den Auftrag erteilte für 15 Pfund Sterling sein Bild ,,Jakob und Rahelil zu 
kopieren, allein neue Hemmnisse begegneten ihm sogar bei dieser Arbeit. Die Kopie durfte nur 
in der Zeit von 6 bis 8 Uhr morgens in der Akademie vorgenommen werden, und hier mußte 
er kämpfen, um sich zu so früher Stunde Einlaß zu verschaffen. Obgleich es stets schlimm 
bleibt, wenn ein großes Talent sich zeitweise mit Kopieren von Bildern beschäftigen muß, 
so ist es doch wenigstens nicht entwürdigend, namentlich bei Vorlage eines guten Originals 
oder Meisterwerkes; außerdem bezeichnet dergleichen doch meistens den Beginn der Laufbahn 
eines Malers schon deshalb, um sich mit der fachmännischen Technik vertraut zu machen. 
Watts lieferte bei einer ähnlichen Gelegenheit ein besseres Werk als das zu kopierende 
Porträt, so daß man aufmerksam auf ihn wurde und er dieser Arbeit späteren Erfolg zu 
danken hatte. Für uns in Deutschland erinnere ich in gedachter Beziehung nur an Lenbach. 
Absolut degradierend wirkt es aber, wenn eine schriftstelIerische Größe, wie z. V. Jean 
Jacques Rousseau, nur um leben zu können, ganz nichtssagende Abschriften anfertigen muß. 
Obwohl die wirkliche Gründung des präraphaelitischen Bundes im Jahre 1848 
stattfand, so datieren doch mehrere angesehene Historiker und Künstler, unter andern Walter 
Crane, die eigentliche Geburt der präraphaelitischen Schule erst von dem 1. Januar 
1850 ab, d. h. nach dem Erscheinen der illustrierten Zeitschrift ,,The GermE C,,Der KeimEJ, 
die man gewissermaßen als das offizielIe Organ der Vereinigung ansehen kann. Der 
Name ,,Keimtl war jedenfalls gut gewählt, denn er enthielt im Keime die ganze zeiti 
genössische Malerei. Vergleicht man das, was J. Breton in seinem Buch ,,La vie Tun 
ArtisteU CParis 1890J über Baron Wappers in Antwerpen, den Lehrer Madox Browns, 
sagt, mit den Ansprüchen, die unsere heutigen Jmpressionisten auf die Erfindung einer 
neuern Malweise erheben, so ersieht man ohne weiteres ihren Jrrtum. In der ans 
gezogenen Quelle heißt es: ,,Denen, die malten, lehrte er die Flächen zu zerteilen und 
die Striche wie im Mosaik nebeneinander zu seyen, die Schatten der Fleischpartien mit 
feurigen1 Lack, die Halbtöne mit Graugrün und die Lichter mit Gelb und Rosa zu 
kolorieren, um die Bewegung des Lebens auszudrücken.tl 
Während des Zeitraums vom Januar bis Mai, in welchem das Blatt unter den 
mannigfaltigsten Bedrängnissen sein Leben fristete, wurden im ganzen überhaupt nur 
vier Nummern ausgegeben.
        

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