Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
William Holman Hunt
Person:
Schleinitz, Otto von Hunt, William Holman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-741309
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-741499
Willic1m 
S0lmc1n 
Saat. 
Die Vorelteru Holman Hunts scheinen keine Freunde der Stuarts gewesen zu sein und 
allgemein gesprochen standen sie auf der Seite ihrer Gegner, so namentlich zu 
Zeiten König Karls I. Ein nachweisbarer Vorfahre des Künstlers nahm Kriegsdienste 
unter Wilhelm I1I., dem Oranier, focht unter ihm auf dem Kontinent und kehrte dann 
mit der Armee nach England zurück, fand aber hier seinen väterlichen Besitz; in anderen 
Händen, so daß er nach Lage der Sache es für das geeignetste hielt, sich dem Handels; 
stande zu widn1en. Seine Kinder und Enkel folgten in derselben Richtung. 
Holman Hunts Vater war ein sehr ordnungsliebender und rechtschaffener, keinen 
Schi1niiren nachjagender Mann, der nichts so sehr als Vagabunde11tum und Müßiggang 
haßte, übrigens Begriffe, die er gleichbedeutend mit Künstlertum ansah. ,,Nur keine 
Exzentrizitätenttt, das war die 1mablässige Mahnung an seine Kinder. ,,Wenn man 
ein gewissenhafter Gefchäftsmann mit nüihternem Sinn ist,tt so sagte der Vater, ,,kann 
man im Leben vorwärts ko1nmenllt Er war der Geschäftsführer einer Manchester 
Firma en gros, die ihr Warenlager in Wood Street, Eheapside, London, besaß. Daselbst 
wurde William Hol1nan Hunt am 2. April 1827 geboren und in der St. GilessKirche 
getauft, ein Gotteshaus, in dem Cromwell getraut worden war und Milton begraben 
liegt. Die drei Hauptphase11 im menschlichen Leben werden hier durch einen großen, 
sowie eine eigene Schule begründenden Künstler, einen Staatsmann und Regenten ersten 
Ranges, und endlich durch einen erhabenen Dichter bezeichnet. 
Der junge William erhielt im Hinblick darauf, daß er Kaufmann werden sollte, 
eine rein bürgerliche Erziehung, aber der Bleistift wollte ihm nicht aus der Hand 
ko1n1nen. Der Vater hielt diese Neigungen für gefährlich; aber er mußte vergessen 
hAbeU, daß VIII ihm selbst Eine eiU9CMhmtc Zeichnung vorhanden war mit der Signatur: 
,,Gezeichnet von William Hunt, neun Jahre alt, 1809.t Der Meister ist der Ansicht, 
daß diese Arbeit seines Vaters ungewöhnliche Geschicklichkeit und ein sicheres Auge verrät. 
Mithin muß doch wohl eine Familienanlage bei dem Knaben vorhanden gewesen sein, 
und wenn man die Motive des Vaters zur Unterdrückung des Talentes seines Sohnes 
näher prüft, so gewahrt man sogar einen inneren Zwiespalt in ihm: er freute sich über 
die Anlage des Sohnes, aber er fürchtete das Künstlertunc, weil es seiner Ansicht nach 
zu nichts führte. Der Knabe sollte zu feiner Erholung und zum Vergnügen so viel 
zeichnen und malen wie er wollte, nur aber kein profeffioneller Künstler werden. Die 
Entwicklung der Anlage sah er mit ungünstigen Augen an, weil sie vom regelmäßigen 
Geschäft abziehen könnte. Namentlich das Geschick Morlands, der trotz feiner großen 
Kunst, infolge eines ungeordneten Lebenswandels, stets dem Untergange nahe war, wurde 
dem jungen Hnnt als warnendes Beispiel unausgeseHt vorgeführt.  
Im Winter 1834 nahm ihn der Vater mit zu einem Maler, der für ihn ein 
Bild anfertigte. William bat den ersteren noch von der Treppe aus durch ein Fenster 
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