Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Reinhold Begas
Person:
Meyer, Alfred Gotthold Begas, Reinhold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-729837
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-730948
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Reinhold Begas. 
F   jauchzend, bald ängstlich dem 
  Spiel der Wasser folgen, 
;  von den Felsen herabgleiten, 
     vor den Fangarn1en der See- 
W   tiere zurückrutschen: eine na- 
     tnralistifche und gerade des- 
        halb so verständliche Ver- 
33Tss-" ,    , Z körperung der aufspriihenden 
       und abwärts rollenden Wel- 
 : ;       len (s. Abb. 88). Diese Art 
      künstlerischer Symbolik ist 
J echt volkstü1nlich. Und eben- 
      so das mit köstlicher Frische 
         erfaßte Klei11leben des Was- 
          
   -x   die iimFe1seu emporkrieche::, 
 ;      IF -Z;I    die größeren Tiere,  eine 
             Schi1dkrdte,einKrokodir, eine 
           . Robbe und eine Schlange  
    IT-    die mitten aus dem Bafsin 
    se1hstmiick,tige Wasserstmhcen 
     Werk, die Netze Und Strick, 
   -W     in meisterhafter Bronzenach- 
           
    - OIIOWMU fElsEIUdE DEW-I 
   :     und breitet über das K1mst- 
werk an "eder Stelle den 
Abb. 88. Von der Mittclgruppe des Schloßbrunnens Schimmer  Lebens. WeUk1 
(Nach einer A11fnahmenhorPgThd:r F- Labisch in Berlin.) der Brunnen in  ThätigkFit 
d ist, w;t:1i alle feinZlTT;aH1ek 
speienden Köpfen unter dem triefenden Haar. springen, ann vergi man wo e s 
Dann auch im Neptun selbst, der hier als das großstädtische Getriebe ringsum. Die 
der Herrscher des Meeres aufgefaßt ist, den jauchzende Lust 11nd der wilde Humor dieser 
die Seinen auf der Muschel dahertrag;n, F3estaHtei; überträgt Fu diedn1o?,erE)ie Rle1ichs- 
wie die Recken germanischer Sage i re auptta t, vor ie ront es o enzo ern- 
Könige. Wie vom Meerwasser getränkt er- schlosses, in der That etwas vom Zauber 
scheint sein zur mächtigen Brust herab- der römischen Brunnen.  Ein besonderer 
wallender Bart und sein bekränztes Haar. Vorzug dieser Hauptgruppe aber, der sie 
Ruhig und echt statuarifcl) ist seine Haltung sogar vielen Schöpfungen Berninis über- 
1nit dem geschulterten Dreizack und der fest legen macht, ist die plastiscl)e Geschlosfenheit 
auf den Schenkel gestemmten Rechten, dabei ihrer an sich so durchaus 1nalerischen Kom- 
aber wieder so durchaus ,,bewegungsfähig," position. Nur möchte man die Mufchel mit 
als wolle dieser Riese im nächsten Moment dem Neptun gern noch höher und die Run- 
emporfpringen und feinen Dreizack schwingen, dung seines Rückens für die Seitenanficht 
mit dem donnernden ,Qu0s ego!" den kecken geringer wünschen, und der Maßstab des 
Heerscharen ihren Meister zeigend. Ganz Denkmals erscheint für den weiten Platz 
reizend aber it die en barschen, wilden Ge- etwas zu klein.-Bei dem glücklichen Gesamt- 
sellen die liehenswsiirdige Kinderschar bei- bild wirkt auch die Einfafsung mit ihren vier 
gegeben, diese nackten Bübchen, die bald ruhig sitzendenFrauengeftalten sehr-günstig mit
        

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