Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ludwig Richter
Person:
Mohn, Victor Paul Richter, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-719767
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-719999
L11d1vig RiciJter. 
und das ,,Schlachtfest" (Abb.1Z4). Seine l,Y  ,    
Philistergestalten sind unvergleichlich ko- IT;-Z    I  
misch; wenige Kiiustler in Deutschland     
hatten für diese Art deutschen Daseins   
soviel Blick wie er; nie wird er aber   
in solchen Schilderungen bitter, satirisch    
junge Hündchen mit ihrem komischen  
Gebaren, ein schn11rrendes Kät5iheu zu  
Füßen des spinnenden Mädchens, die    
Tauben auf dem Dache im Abend-  I,  -V 
sonnenschein, die Sperlinge im Kirsch- F?  
baum oder an der Scheuer ihr Anteil   
einheimsend; die Schäfchen und Zic"lein J   
mit munteren Sprüngen zur Seite der      
Kinder, das alles gehört bei ihm zum be- "     V - ,  
hagliche1i Dasein der Menschen. Er drückt  "   
alle Kreatur liebend an fei11 Herz. Gern Am-.  Hirtiii aus Civite1ta-  
greift er auch ins ,,Roniantische" und 
schildert uns da auch in ebenso treuherziger Weise unseres Volkes Märchen wie 
kein anderer deutscher Künstler in schlichten Zügen. Wie hochroniantisch sind, 11m 
  hier nur einiges anzuführen, ,,Gefunden" (Abl). 
 -D    gis  ,,Schneewittchen" (Abb. 179), die ,,Melu- 
    H.  sine" (Abb. 166) nnd weiter das religiöse Bild: 
       ,,Die Ruhe auf der Flucht" mit den siiigenden und 
   m1isizierenden Engeln (Abb. 181). Diese Werke 
   gehören in -das Schat5kästlein der.deutschen Kunst. 
  Und ivie schlicht 1md demütig er über seine 
 J--It   Stellung in der Kunst denkt, darüber spricht er 
J     in seinem letzten Lebensjahre, als Nachklang seines 
 , ZU. Geburtstages, ,,halb blind, halb taub, aber 
 III:  in seineni Gott zufrieden": 
  J ,,Kam meine Kunst nun auch nicht unter die 
 , T Lilien und Rosen auf dein Gipfel des Parnaß, so 
 ;   blühte sie doch auf demselben Pfade, an den Wegen 
     nnd .Hangen, an den Hecken und Wiesen, und die 
c      WLgndle?-er T1Se1tt?i fich.darüber, wenn ge  Wege 
     , zf an.-in) en, ie Kindlein machten sich L.-tiauße und 
 J ,   .Krc"inze davon, und der einsame Naturfreund er- 
F   -III? "  quickte sich an ihrer lichten Farbe und ihrem Du"t 
 H    s- 
        welcher wie ein Gebet zum Himmel stieg. So hat 
 T F z.  es denn Gott gefügt, und mir ist auf vorher nicht 
  ,-F  gekannten und nicht gesuchten Wegen mehr ge- 
  worden, als meine kühnsten Wünsche sich geträumt 
        
        

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