Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rubens
Person:
Knackfuß, Hermann Rubens, Peter Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-718254
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-718607
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Peter Paul Rubens. 
den Rats-saal der Stadt malte er eine An- der heil. Albertus in Kardinalstracht, bei der 
betnng der drei Weisen aus dem Morgen- Erzherzogin Klara Eugeuia Jsabella die 
lande. Das umfangreiche, farbenprächtige heil. K"lara. In dem ganzen Werk hat Rubens 
Gemälde blieb nicht lange an seinem PlaHe; eine Vereinigung von zauberhafter Hell- 
die Stadtobrigkeit verehrte es im Jahre dunkelwirkung mit glühender Farbenpracht 
1612 dem Grafen von Oliva, um dessen erreicht, die vielleicht ohnegleichen ist. Auf 
Gunst zu gewinnen; dieser nahm es n1it nach die Außenseiten der Flügel malte er zum 
Spanien, und aus seinem Nachlaß ging es, Schmuck des geschlossenen Altars eine hei- 
als er 1621 auf dem Blutgerüst geendet lige Familie in idyllischer Auffassung, be- 
hatte, in den Besitz König Philipps 1V kaunt unter dem Namen ,,die Madonna 
über; jetzt schmückt es das Museum zu unter dem Apfelbaum".  Das prächtige 
Madrid. Altarwerk mußte im Jahre 1641 seinen 
Jm Anftrage seines Landesherrn schuf Platz, auf dem Hochaltar einem wunder- 
Rubens fast um dieselbe Zeit ein Altarwerk, thiitigen Muttergottesbild abtreten; bei dieser 
in welchem er sich auf einer Höhe der Gelegenheit wurden die Flügel gespalten und 
Meistersihaft zeigte, die er auch selbst nie- die ,,Madonna unter dem Apfelbaum" als 
mals überboten hat. Erzherzog Albrecht selbständiges Bild zusammengefügt. 1657 
hatte in Brüssel eine adelige Bruderschaft ging die Jldefous-Brnderschaft ein, und die 
zu Ehren des heil. Jldefons geriindet, Gemälde kamen in den Besitz der Mönche 
welcher er einen Altar in seiner Hofpfarr- vo1n Ka"ltenberg; im Jahre 1743 brannte 
kirche St. Jakob ,,auf dem K"alteuberg" zu- die Kirche ab, nnd die Mönche beschlossen, 
wies. Den Auftrag, diesen Altar zu schmücken, die geretteteu Bilder zu veräußern, um ans 
erhielt Rubens, der ungeachtet seiner bürger- dem Erlös den Neubau der Kirche zu be- 
liihen Abkunft in die Bruderfchaft auf- streiten; Kaiserin Maria Theresia ließ die- 
genommen wurde und der aus Dankbarkeit selben 1776 dnrih ihren Gesandten Fürst 
hierfür das Altarwerk ohne jede Entschä- Starhemberg für 40000 Gulden ankaufen; 
diguug gemalt haben soll. Er gab demselben so kam das herrliche Werk nach Wien, wo 
die althergebrachte Gestalt eines Flügelaltars. es in der im Jahre 1777 eingerichteten 
Auf dem Mittelbild stellte er das Wunder Gemäldesammlung i1uBelvedere einen Ehren- 
des heil. Jldefons dar, über welches die plat;. bekam.  
Legende folgendes berichtet: Der heil. Jlde- Das Jahr 1610, in wel(he1n der Uber- 
sons, der im V1I. Jahrhundert Erzbis(hof lieferung nach Rubens den Jldefonsaltar 
von Toledo war, verteidigte mit großem vollendete, sah auch die Vollendung eines 
Eifer die unbefleckte Empfängnis Marias Altarwerks, welches für die Walpurgiskirche 
gegen einige Leugner dieses Geheimnisses; zu Antwerpen bei ihm bestellt wurde. -Das 
dafür ward ihm die Gnade zu teil, daß ist die berühmte Kreuzerhöhung, welche sich 
die Himmelskönigin in sichtbarer Gestalt in jeHt im Querschiff der Antwerpener Kathr- 
seine Kathedrale herniederstieg und ihm ein drale befindet. Die Louvresammlung bewahrt 
Meßgewand aus himmlischem Stoff über- eine Handzeichnuug des Meisters, welche 
reichte. Wir sehen den Erzbischof nieder- den Gedanken der ganzen Komposition, die 
gesunken vor einem die Mitte des Bildes bei der Ausführung in drei Abschnitte zer- 
einnehmenden Thron, von dem aus die hei- legt wurde, zusammenfas3t; in der Mitte 
lige Maria ihm mit milder Freundlichkeit die Aufrichtung des Kreuzes, rechts davon 
das wunderbare Gewand darreicht; heilige die klagenden Frauen, links der römische 
Jungfrauen stehen als himmlischcr Hofstaat Hauptmann (Abb. 12). Das Mittelbild des 
der Gottes-mutter zu beiden Seiten, und Altarwerk-Z ist durch zahllose ältere und 
-über dem Thron flattern in einem Meer neuere Kupserstiche  vervielfältigt worden 
von Licht jube1ude KiudcreugcI. Auf den (Abb. 11). Diihtc Finsternis verhüllt den 
Flügelbildern find die Stifter dargestellt, Himmel, zu dem der am Marterholze aus- 
der Erzherzog und seine Gemahlin; in reiche gestreckte Heiland, den ein letzter, verschei- 
fürstliche Gewänder gekleidet, knieen sie da dender Lichtstrahl streift, das leidende Antlitz 
und nehmen als andächtige Zuschauer an emporwendet; die ganze Aufmerksamkeit des 
dem Wunder teil; ihre Na1nensheiligen stehen Beschauers wird auf diese eine Gestalt hin- 
ihnen zur Seite, bei dem Erzher-zog Albrecht gelenkt; denn die übrigen Figuren des Bildes
        

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