Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Teniers der Jüngere ; mit 63 Abb. von Gemälden u. Zeichnungen
Person:
Rosenberg, Adolf Teniers, David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-716168
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-717018
David 
Teniers 
der Jüngere. 
Kenner uiederländischer Malerei in unserer 
Zeit überein, der geradezu erklärt, daß 
Teniers7 eigentliche Begabung in seinem landi 
fchaftliihem Sinne gelegen habe. Jeden: 
falls hat diese Begabung seine Kunst bis 
in sein hohes Alter hinein immer frisch und 
lebenswahr erhalten. Er blieb sozusagen 
in beftändigem Verkehr mit der Natur, und 
dadurch hat er es erreicht, daß feine Lands 
schaften niemals an jener Eintönigkeit der 
Motive leiden, von der bisweilen seine Kneips 
seenen, seine Wirtshausbilder und seine Bau: 
toten Stein lebendig macht, der bald eine 
gar zu keck gewordene Lokalfarbe dämpft, 
bald eine andere desto setter und leuchtender 
hervortreten läßt. Dabei haftet diesem Spit;,s 
pinsel nichts von jener Pedanterie, von jener 
peinlichen Kleinlichkeit an, die noch das 
Kennzeichen der Landschaften des Sammet; 
breughel, des Schwiegervaters unseres Meis 
sters, waren. Auf der anderen Seite hat Te: 
niers aber auch nichts von der majestätischen 
Breite, von der verhaltenen Farbenglut, 
die den vlämisihen Wald; und Wiesengründen 
erntänze nicht freizusprechen sind. Er hat 
große und kleine Landschaften gemalt, große 
für dekorative Zwecke, die diesen Zwecken 
ebenso glücklich angepaßt sind wie die nach 
seinen Vorlagcn gewebten Gobelins, und 
kleine intimen Charakters, in denen immer 
EIN gewisses Lichts, Lufti oder Stimmungss 
pF0bIeM mit spielender Leichtigkeit gelöst 
wird. Es ist ein wahres Vergnügen, auf 
fIPkChen kleinen Bildern den Sprüngen des 
z1eVÜkh hin Und her hüpfenden Spiiz,pi11sels 
zU fVISCU, der hier einem Steinchen, einem 
PfkEkUzChEU, einem Baumwipfel ein Lichtchen 
kk11freHt,, dort einen Gold; und Sirbcrsiweifeu 
uber eine Mauerecke wirft und damit den 
des großen Rubens eigentümlich sind. Man 
darf Teniers beinahe schon zu den. Tons 
malern im modernen Sinn rechnen, zu den 
Koloristen, die alle Lokalfarben einem gros 
ßen Grund; oder Gefamtton unterordnen, 
der die Stimmung angibt. In solchen Stims 
mungslandschaften, auf denen das verschleierte 
Sonnenlicht das gesamte Landfchaftsbild je 
nach der Kraft der Strahlen und je nach dem 
Feuchtigkeitsgehalt der Luft mit goldenem 
oder silbrigem Dunst umhüllt, kommt Teniers 
den ähnlichen Tonftücken des holländischen 
Großmeifters Jan van Goyen gleich, und 
es ist darum begreiflich, daß auch Wilhelm 
von Oranien, der Gouverneur der nördlichen 
5sls
        

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