Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Teniers der Jüngere ; mit 63 Abb. von Gemälden u. Zeichnungen
Person:
Rosenberg, Adolf Teniers, David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-716168
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-716478
David 
Teniers 
Jüngere. 
Mobilien enthalten, ist mit jener schon bei 
den Erstlingswerken des Künstlers gerühmten 
Sorgfalt gemalt, der kein Gegenstand zu ges 
ring ist, um nicht eine liebevolle Chas 
rakteristik zu verdienen. Und wenn Teniers 
auch gerade nicht, wie eine Anekdote von 
Don erzählt, an einem Besen drei Tage 
lang gemalt hat, so darf er sich doch in 
der Ausführung aller dieser Kleinigkeiten 
mit den besten Stilllebenmalern messen. 
Selbst seine alte Neigung, die Wände seiner 
Jnnenräume mit Kunftwerken zu schmücken, 
daß Teniers mit vollem Bewußtsein ein 
Nachahmer Vrouwers war, ergiebt sich aus 
mehreren Thatsachen. In alten Bildervers 
zeichnissen, die noch bei Teniers7 Lebzeiten 
aufgestellt waren, werden Bilder aus jener 
Zeit des Meisters, wo er sich an Brouwer 
angeschlossen hatte, noch besonders durch den 
Zusatz ,,in der Art des BrouwerU näher 
gekennzeichnet, ein Beweis, daß die Zeiti 
genossen wußten, in welchem Verhältnis der 
Abhängigkeit Teniers zu Brouwer gestanden 
hatte. Dann finden sich Gemälde von Teniers, 
Die 
PUffspieler. 
Königl. 
Gemäldegalerie in Berlin. 
vergißt er nicht, wenn er sich auch, in Über; 
einstimmung mit dem ganzen Wesen dieser 
Lasterhöhlen, darauf beschränken muß, hier 
und da eine Zeichnung oder einen Kupfer; 
stich an die Wand zu heften. Von der 
Decke baumeln, wie man es noch heute in 
den Schifferkneipen findet , getrocknete Fische 
von seltsamiphantastischer Gestalt herab, und 
Es ist Unfchwer, in ihnen die Elemente zu 
erkennen, aus denen sich später der Höllenspuk 
auf den Versuchungen des heiligen Antonius 
entwickelte. 
Daß der enge Zusammenhang zwischen 
Brouwer und Teniers nicht etwa erst künsts 
lich durch die kunstgeschichtliche Forschung 
unserer Tage konstruiert worden ist, sondern 
auf denen einzelne Figuren aus Brouwers 
schen Bildern unmittelbar kopiert worden 
sind, was nicht weiter überraschen kann, 
da in jener Zeit der Begriff des geistigen 
und künstlerifchen Eigentums entweder gar 
nicht vorhanden oder doch noch lange nicht 
so fein ausgebildet war, wie in unseren 
Tagen. Endlich hat Teniers alle Stoffgebiete 
behandelt, die Bronwer geläufig waren. 
Außer den Wirtshausscencn waren es beg 
sonders Baderstuben, in denen Bauern einer 
Operation unterzogen oder nach einer Schläi 
gerei verbunden wurden. Das war auch 
etwas nach Teniers7 Geschmack, nur daß er 
solche Darstellungen nach seiner Art viel 
mannigfaltiger gestaltete. Es war noch die
        

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