Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue
Person:
Koch, Alexander
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713953
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3573250
STICKEREI-ZEITUNG 
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Erfurt und Charlottenburg und der Schulwerk- 
statten G. Windelband-Konigsberg zu nennen, ferner 
Perlwebereien und Stickereien der Gewerbeschule 
für Mädchen in Halle, Nadelspitzen von G.W0ywod- 
Charlottenburg und Batikarbeiten aus Erfurt, 
Königsberg und Breslau. 
Leipzig. Die Firma Aug. Polich-Leipzig nimmt 
zum Herbst auch den Artikel Tapisserien auf. 
    
Stickereien und Spitzen der bayr. Fachschulen, der 
Kunstgewerbeschulen München und Nürnberg, der 
Frauenarbeitsschule, der Debschitzschule, des Frauen- 
erwerbs usw. ausgestellt. Unter den Einzelausstellern 
von Stickereien und Webereien seien genannt: Paula 
Traumann, H. Baisch, W. v. Cranach, M. 
Schleifer, M. Spörl, M. Hollmann, Eyssen 8x 
Wecker u. a. m. Von Perlen- und Knüpfarbeiten: 
Paster 8: Sturm, E. 8x J. Maull, L. Pollitzer, 
J.Strob el, Gr.D ehn; handgewebte bayrische Leinen 
zeigen verschiedene Firmen, u. a. Val. E ckardt.  
Wir werden über die Ausstellung in einem der 
nächsten Hefte noch ausführlicher berichten und 
Arbeiten. die für unsere Leser von Bedeutung und 
noch unbekannt sind, vorführen. 
 Mathilde J ö rres, die Gründerin der Münchner 
Kunstanstalt für Kunststickerei, die vor allem durch 
die für König Ludwig ll. ausgeführten Arbeiten einen 
Weltruf erwarb, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. 
 Eine "Werkstätte für Erzeugung irischer 
Spitzenarbeiten" wurde Giesingerbergä eröffnet. 
Ober-Schreiberhau I. Schi. Die langjährige frühere 
Leiterin der Wehe-Werkstätte der Breslauer Kunst- 
akademie, Frl. Wanda Bibrowicz hat in Ober- 
Schreiberhau im Riesengebirge eine "Schlesische 
Werkstätte für Kunstweberei" eröffnet, mit der 
eine permanente Ausstellung von künstlerisch 
wertvollen Webereien, Gemälden, Spitzen und 
Stickereien schlesischer Künstler verbunden ist. 
Dem Unternehmen ist, schon im lnteresse des 
Ortes, eine gedeihliche Entwicklung zu wünschen. 
Plauen. Über die Entwicklung der Stadt Plauen 
schreibt der "Confectionair": „Je enger und kost- 
spieliger es in der Stadt selbst wird, desto mehr 
entwickeln sich die Vororte, und zwar meist zu 
ausgesprochenen Stickereidörfern, in denen der 
Shedbau der Automatenstickerei mit dem Anwesen 
des Lohnmaschinenbesitzers, dem Kleinwohnhaus des 
Stickers und der Villa des Spitzenfabrikanten der 
Landschaft das Gepräge gibt. Und überall haust 
ein Volkchen, das an der Stickereiindustrie als ihrem 
Lebenselement interessiert ist und sich jetzt bei aller 
Hast doch auch seines Lebens freut." 
 Die sensationelle Kurssteigerung der Aktien 
der Vogtl. Maschinenfabrik beträgt seit Anfang des 
Jahres 354 Pfßlßllt. Die Gesellschaft nützt gegen- 
wärtig ihren Vorsprung vor der Konkurrenz in der 
Stickautomatenerzeugung aus und rechnet zurzeit 
mit dem Erhalt einer hohen Summe für die ameri- 
kanischen Patente. 
 Ein junger Kaufmann, der, ohne einen Pfennig 
Geld zu besitzen, ein Stickerei- und Spitzengeschäft 
eröffnete und nun Konkurs lieferte, der eingestellt 
werden mußte, weil die Masse nicht einmal die 
Kosten deckte, erhielt wegen Betrugs l Jahr Gefängnis. 
Straßburg. lm Kunstgewerbemuseum fand eine 
Ausstellung elsässischer Nah-Spitzen aus Weiler- 
tal und Selz statt. 
Trier. Die "Deutsche Spitzenschule" veranstaltete 
hier in der Kunstgewerbeschule eine Spitzen- 
ausstellung. Der "Verein z. industr. Entwicklung 
d. Südeifel" unter Frhr. v. Rheinbaben und Dr. Baltz 
ist bestrebt, die Spitzenindustrie in der armen Hoch- 
Eifel einzuführen. 
Warmbrunn. Ein neuesAusstellungsgebaude 
errichtete der "Hausfleiß-Verein im Riesen- und 
lsergebirge", in dem u. a. Nadelspitzen der 
"Spitzenvereinigung" ausgestellt sind. 
AUSLAND. 
Calals. Die "Chambre Syndicale" der Tüll- und 
Spitzenfabrikanten in Calais hat folgendes Rund- 
schreiben versandt: Bei uns sind verschiedentlich 
Klagen der Fabrikanten eingelaufen über die un- 
lautere Konkurrenz des Auslandes. Es ist 
leider ohne Zweifel wahr, daf; die Muster von Neu- 
heiten, sobald sie herausgekommen und gemustert 
worden sind, alsbald an die ausländischen Firmen 
gelangen und von diesen skrupellos nachgem acht 
werden. Um diesem Übelstande abzuhelfen, hat das 
Komitee bestimmt, daß die Fabrikanten ihre Neu- 
heiten nur von bestimmten Zeitpunkten ab vorlegen 
dürfen, und zwar im Frühjahr nicht vor dem 15. Mai, 
im Herbst nicht vor dem 15. Oktober. Ferner sollen 
sie sich verpflichten, die Neuheiten nur in Serien 
so vollständig wie möglich zu zeigen und zur Aus- 
wahl überlassene Stücke sofort nach dem Gebrauch 
auf das nachdrücklichste zurückzuverlangen. Ferner 
hat das Komitee bestimmt, daß die Muster (nach 
denen die Nachfrage nachgerade übertriebene Aus- 
dehnung angenommen hat) mit 25 Prozent vom 
Nettopreise der Ware in Rechnung gestellt werden 
müssen. Die „Chambre Syndicale" hofft, daß die 
Fabrikanten in ihrem eigenen Interesse diesen neuen 
Bestimmungen pünktlich nachkommen werden. 
Dortrecht (Holland). Hier fand eine größere 
Volkskunstausstellung statt, auf der u. a. die 
Lübecker Webeschule "Neilad" ausstellte. 
Gablonz. Die Produktivgenossenschaft der Hohl- 
perlenerzeuger im Bezirke Gablonz beschloß ein- 
stimmig die Auflösung der Genossenschaft. Sie be- 
herrschte noch vor vier Jahren den Weltmarkt  
ist aber jetzt gegen die japanische Hohlperle nicht 
mehr konkurrenzfähig. Der indische Markt ist be- 
reits verloren.  Der Stickerei- und Spitzenbranche 
möge dieses neue Beispiel zur Warnung dienen. 
Graslltz. Dem hervorragenden Förderer des ge- 
samten erzgebirgischen Erwerbslebens, dem l887 
verstorbenen Richard Ritter v. Dotzauer, Ehren-
        

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