Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue
Person:
Koch, Alexander
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713953
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3572506
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STICKEREI-ZEITUNG 
Die Ausfuhr an baumwollenen Spigen und Stickereien setjung der von ihnen dem Verband zum Verkauf 
ist seit 1908 um  gestiegen, die Ausfuhr an übergebenen Erzeugnisse anständige Arbeits- 
seidenen Spitjen und Stickereien betrug 7,36 Mill. Mk. löhne zu berechnen und den Verkaufserlös 
gegen 7,4 Mill. Mk. im Vorjahre. nach Abzug der Selbstkosten ganz den Arbeite- 
 Auf der Ausstellung "Die Frau in Haus rinnen zugut kommen zu lassen. Ebenso müssen 
und Beruf" war eine Monogramm-Stickmaschine mit die gesetjlichen Bestimmungen über die Beschäf- 
sechs Nadeln der Firma Singer C0. zu sehen. tigung von weiblichen und jugendlichen Arbeiterin- 
 Die Tapisseriewaren-Fabrik Näbe 8: Hanke nen sowie von Kindern auf das peinlichste beob- 
hat zum viertenmale innerhalb 5 Jahren eine be- achtet werden. Die im Jahre 1907 errichtete 
deutende Erweiterung ihres Betriebes vorgenommen. Auskunfts- und Verkaufsstelle für staatliche Fach- 
Chemnltz. Der neue Kursus an der höheren schulen, welche zum Teil die gleichen Ziele wie 
Webschule beginnt am 15. April. der neue Verband verfolgte, wird in dem Bayerischen 
Furtwangen. In diesem Jahre wird eine von Hausindustrieverband aufgehen und vom LMärz 1912 
dem Bad. Landesgewerbeamt Furtwangen veran- an zu bestehen aufhören. Der Bayrische Haus- 
staltete Wander-Ausstellung Schwarzwälder industrieverband ist als ein Landesverband ge- 
Volkskunst in den großen Städten Deutschlands dacht. Als ordentliche Mitglieder können die Haus- 
gezeigt werden. Vorgeführt soll werden die Gold-, industriefördernde Körperschaften,Genossenschaften, 
Silber- und Flitterstickerei, welche heute noch als Vereine und kunstgewerbliche Fachschulen aufge- 
Hausindustrie auf dem Schwarzwald betrieben wird, nommen werden, als unterstütgende Mitglieder ein- 
und zwar nur Goldstickereien, welche für neuzeit- zelne Personen, Orts- und Distriktsgemeinden sowie 
liche Gegenstände bestimmt sind, in der Technik Vereine, die gewillt sind, die Zwecke des Verbandes 
jedoch den Charakter der Schwarzwälder G0ld- zu unterstütjen; als jährlicher Beitrag ist mindestens 
stickerei bewahren: Handtaschen, Kinderhäubchen, 3 Mark zu entrichten. 
Kissen, Hutbänder, Miedereinsäße, Gürtel, Kinder-  Die "Bayrische Gewerbeschau 1912 in 
kleider, Paramente, Haarbänder, Bluseneinsäße usw. München" wird in ihren Ausstellungshallen eine 
Hamburg. lm Hamburger Frauenklub veranstal- Reihe von Werkstätten im Betrieb zeigen, darunter: 
tete der "Verein zur Förderung der deutschen Webstühle,eineSpit3enklöppelei,einePerlen- 
Spißenindustrie" eine Spißenausstellung. Zu- häklerin, Näh- und Stickmaschinen im Betrieb, 
gleich wird die Gründung einer Ortsgruppe Ham- ein Modetheaterchen mit "Mannequins" usw. 
burg angestrebt, wie sie in Frankfurt a. M. und Münster i. W. lm Kunstverein wurde eine Aus- 
anderen Städten schon vorhanden ist. stellung schlesischer Handspitjen veranstaltet. 
Königsberg. Der Kunstgewerbeverein veranstal- Niederwürschniß i. Erzgeb. Hier soll demnächst 
tete eine Ausstellung neuzeitlicher Textilien, eine Klöppelschule eröffnet werden. 
Stickereien, Webereien und Perlenarbeiten. Planen. Die Spitjen-Fabrikanten Plauens setjen 
Leipzig. Das Kaufhaus Polich stellte eine der durch ihren neuen Beschluß, ihre Ware nicht 
Stadt Leipzig von der Firma gestiftete, von Maler mehr durch Vermittler zu verkaufen, zwar einen 
Büchner entworfene und von Frl. Kocher im Hause guten Teil ihres Absatjes aufs Spiel, nachdem 
Polich gestickte Kredenz-Decke aus. Auf grauem aber die amerikanischen Häuser, welche in Deutsch- 
Leinen ist in starker roter Baumwolle das Wappen land Vertreter nicht haben, nicht mehr durch den 
der Stadt Leipzig usw. in Kreuz-, Stiel- und Zopf- Vermittler kaufen können, der ihnen bisher die 
stich ausgeführt. Muster vorlegte und ihre Aufträge entgegennahm, 
München. Der unter staatlicher Aufsicht stehen- werden sie in Deutschland selbst einkaufen müssen. 
de "Bayrische Hausindustrie-Verband" unter  Da die Fabrikanten von Jahr zu Jahr immer 
Vorsit} von Kommerzienrat Jos. Gautsch, dessen höhere Musterspesen aufzubringen haben, so 
ständiges Verkaufs- und Ausstellungslokal nunmehr sind unter diesen zurzeit Bestrebungen im Gange, 
Kaufingerstr. 25 eingerichtet wurde, wird sich dem- eine Vereinigung zu gründen, deren Mitglieder ihre 
nächst auf die Vermittelung des Absatjes Muster nur unter ganz geregelten Bedingungen an 
textiler, künstlerisch beeinflußter Handarbeiten, (Hand- die Kommissionär-e und Einkaufsvertreter aushändigen 
Webereien, Handstickereien, handgefertigter Spitgen, dürfen und diesen die Verpflichtung auferlegen, diese 
Paramente usw.) aus den einschlägigen staatlichen Muster unter keiner Bedingung zu Nach- 
Fachschulen und Hausindustriegebieten Bayerns ahmungen usw. zu verwenden, andernfalls be- 
beschränken, da für die erwähnten Industrien das treffender Kommissionär oder Vertreter von der 
Bedürfnis nach zentraler Organisierung des Ab- Liste, die bei Zustandekommen obiger Vereinigung 
sat3es vorerst minder vordringlich erscheint. Die aufgestellt wird, gestrichen werden muf} und 
Fachschulen und die Körperschaften, die sich die dadurch von allen Mitgliedern gegen hohe Kon- 
Förderung hausindustrieller weiblicher Handarbeiten ventionalstrafe keine Muster mehr erhalten darf. 
zur Aufgabe gesetjt haben, werden aber mit dem Bis jet3t hat sich ein großer Teil hiesiger, wie auch 
Verband in einen ständigen Geschäftsverkehr auswärtiger Firmen zu dieser Vereinigung ange- 
treten, und sie sind verpflichtet, bei der Preisfest- meldet, worunter sich besonders die führenden Fa-
        

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