Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue
Person:
Koch, Alexander
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713953
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3572458
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VOM STIEL-, KORDONNET-, SCHNUR-, ÜBERFANG-, 
PERL- UND JANINA-STICH. 
Um eine gute, technisch vollendete Stiel- 
stich-Stickerei entstehen zu lassen, 
können manche der in dem Artikel von der 
Plattstichstickerei erwähnten Gebräuche sich 
auf die Stielstichstickerei übertragen. Stiel- 
stich und Plattstich können an einer und der- 
selben Stickerei Verwendung finden; aber 
auch im Stielstich allein können graziöse 
Zeichnungen wirkungsvoll ausgeführt wer- 
den.  Die Formen jeder Plattstich- und Stiel- 
stich-Zeichnung sollen sich nicht so nahe 
begrenzen, daß die ausführende Nadel keinen 
genügenden Plat} zur Bewegungsfreiheit fin- 
det. Ein winziger Zwischenraum von 1]? bis 
l Millimeter ist auf alle Fälle zu lassen, 
auch die schwerste Zeichnung wirkt alsdann 
luftiger, gefälliger. Jede Beweglichkeit kenn- 
zeichnet Leben. Leben soll jede gute 
Form, nach Möglichkeit auch jeder gute, 
sichtbare Stich. Ohne ein Sich-hinein- 
sehen in das Stickereimotiv kann keine 
denkende Stickerin eine gute Wirkung er- 
zielen, ihre Kunst zeigt sich darin, die ver- 
borgenen Feinheiten eines Entwurfes durch 
besonders sich kennzeichnende kleine Ab- 
weichungen in seiner Wiedergabe herauszu- 
heben. Organisationstalent ist die Hauptbe- 
dingung bei jeder Kunstwerk-Begründung. 
Denn der Gesamteindruck einer guten 
Stickerei entsteht durch die wohlgefügten 
Einzelhe iten, die zusammengefaßt die 
persönliche, harmonische Grundstimmung 
des Ausführenden erkennen lassen müssen. 
Die vortreffliche Wirkung einer Arbeit wird 
nicht nur durch den zeichnerischen Reiz, 
die Farbenwahl, die Stichlage, sondern auch 
durch die technischen Feinheiten bedingt. 
Die Anschauung nicht nur einer solchen 
guten, sondern sowohl einer minderwertigen 
Arbeit veranlaßt dabei oft Wunder der An- 
regung für den aufmerksamen Beobachter. 
Jedenfalls wird man immer die Erfahrung 
machen, daf; jede gute, ernst und liebevoll 
gepflegte Arbeit eine gesunde, dauernde Ar- 
beitsfröhlichkeit auszulösen vermag. 
Der "Stielstich" läßt sich in vielerlei 
Ausführungen zur Ansichtbringen. Soll er als 
"Stengelstich" erscheinen, entweder bei 
stilisierten oder bei Phantasieblüten und eine 
gewisse Breite zeigen, so kann er entweder 
als schräger "Plattstich" oder als ein- 
fache, glatte Kordonnetlinie, d. h. der 
Gespinstrichtung gleichlaufend, einmal oder 
mehrere Male nebeneinander in derselben 
Stichrichtung angelegt sein. Als „Schnur- 
stich" präsentiert er sich, wenn der Stich-
        

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