Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Stickerei-Zeitung und Spitzen-Revue
Person:
Koch, Alexander
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713953
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-715251
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STICKEREI-ZEITUNG 
lndustriezweigs, der nach der lndustriestatistik von bedarf hierzu eines Patentes. Das Patent wird vom 
1910 schon mehrere hundert Arbeiterinnen beschäf- Regierungsrate an solche Bewerber erteilt, die für 
tigte, bot einen gewissen Ersatz für den Rückgang eine klaglose Führung des Geschäftes volle Gewähr 
der Kettenstichstickerei.  Daß die Einzelstickerei bieten. Jeder Patentpflichtige hat über Aii- und 
die geringereWidersßandskraft gegen eine un- Verkauf ordnungsgemäß und ausführlich Buch zu 
günstige Gestaltung derMarktverhältnissebesitzt, führen. Der Bezirksamtmann,sowie beauftragte Fach- 
als die in Fabrike nkonzentrierte Stickerei,trat wieder experten sind berechtigt, die Bücher, Geschäftsräume 
deutlich zutage. Dabei kommt es immer wieder zu usw. zu revidieren. Der Ankauf von Waren, deren 
dem verderblichen Kreislauf, daß um so mehr Ware rechtmäßiger Erwerb zweifelhaft erscheinen muß, 
produziert wird, je niedriger sich Löhne und Preise sowie der Geschäftsverkehr mit Minderjährigen usw. 
stellen, um durch Überzeitarbeit einen etwas bessern ist den Ramschern untersagt. Bei der Anbietung 
Tagesverdienst herauszubringen. Am Export blieben verdächtiger Waren ist der Polizei sofort Mitteilung 
außer den Vereinigten Staaten auch einige mittel- zu machen. Für das Patent ist eine Gebühr von 
und südamerikanische Gebiete: Mexiko, Zentral- 25-100 Francs an die Staatskasse zu entrichten. 
amerika, Chile, als Abnehmer von Stickereien mehr Die Dauer des Patentes beträgt ein Jahr. Über- 
oder weniger hinter dem Vorjahre zurück. Frank- tretungen dieses Gesetzes werden mit Geldstrafen 
reich bleibt bestenfalls stationär. Alle andern Staaten von 500-2000 Francs oder mit Gefängnis bis drei 
und Länder haben sich als stärkere Käufer einge- Monate und Patententziehung bestraft. 
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st llt, am kräftigsten Großbritannien Wien Die Zeitungen berichten von der luxuriösen 
 Das wichtige neue Stickerei-Ramschgesetz, Verwendung von Spitzen, Silberstickereien usw. in 
das am l. Januar 1912 in Kraft tritt, enthält in der den Brauttoiletten der Prinzessin von Parma, der 
Hauptsache folgende Punkte: Wer den An- und Ver- künftigen Kaiserin von Österreich.  Die gesamte 
kauf von Stickerei-Ramschwaren gewerbsmäßig be- Prunkwäsche ist bis zum letzten Stückchen Hand- 
treiben will, ebenso, wer sich im Stickerei-Ramsch- arbeit, außer Valenciennes Erzeugnisse der dalma- 
gewerbe als Vermittler, Agent usw. betätigen will, tinischen und ungarischen Hausindustrie. 
FIRMEN-NACHRICHTEN. 
Neue Firmen und Veränderungen. Nürnberg: J. Kunstmann, Handstickerei-Manufaktur, 
    befindet sich jetzt Lorenzerplatz 5. 
Annabellg  L Elzgeb" Emll Pässler' Snckerel- Ölsnitz: Penzel 81 Hertel, Spitzeiifabrikation, ein- 
materialien, eingetragen. getragen 
A"e'b?c"  v'z.w' Schwabe 8! wonranh Suckerel- Plaueni.V.: Max Wurzbach errichtete Schildstraße 34 
fabrlkatlorh emgetragelh ein Spitzenfabrikationsgeschäft.  J. Heinrich 
Bärensteln: Brüder Rebentisch 8x Co., mechanische     
   Bodenschatz errichtete Barenstraße 14 ein Spezial- 
Stickerei, wurde eingetragen.      
   geschäft fur Stickgarne.  Simson Srebnik er- 
Berlln: Blasbalgä Co., Spitzenindustrie, Spandauer        
  richtete Rahnisstraße 18 ein Spitzenfabrikations- 
Brucke 15, eingetragen.  Jacques Mayer 8x Co.,     
  s   geschaft.  Frau Sahra Rovinski errichtete Alraun- 
Stickereimanufaktur, bezog neue (ieschaftsraume       
 straße 15 ein Stickereifabrikationsgeschaft.  Max 
an der Spandauer Brucke 19.    
  Heinrich Regner eröffnete Trockentalstraße 7 ein 
Bielefeld: Wilhelm Hoppe, Spitzenmanufaktur, Dor0-     h J B m, t 
heestraße 14 beging zsiähriges Geschäfw Stickereifabrikationsgesc äft.   auer er ne e 
i b.lä ' Syrastraße 2 ein Spitzenfabrikationsgeschäft.  
Friatiiklfurlna: M : Josef 81 Wagner, Bethmannstraße 23, Hermann  Lfmk Wümlae" Bärenstraße 36 ein 
   Spitzenfabrikationsgeschaft.  Arthur Wohlrab, 
errichtete ein Spitzen-Engrosgeschäft.  Jos, S1 nfabrik ein etra en 
Schroff, Stickerei- und Zeichenatelier, befindet sich P1 Ze ' g g  
jetzt Moselstraße 39. Konkurse, Zahlungseinstellungen und 
Gera: F. Junold, Stickereigeschäft, wurde nach Liquidationen- 
Plauenschestrafäe 103 verlegä"   Plauen i. V.: Walter Kramer, Spitzeii-Kommissions- 
Glaucha": E" Zermpp 8' C0" Taplsferlewarengescham und Exportfirma, Bergstraße, stellte ihre Zahlungen 
wurde V0" Hefm Max Heydt "Pemwnmem  ein.  Roberl Bottger, Spitzenfabrikant, in Kon- 
Gössnitz l. S.: Windsch 8:C02.Tapisseriewarenfabrik, km8  Jacob Kupferstein, Stickeremrma, in 
feierte vorigen Monat 25jahr. Geschaftsjubilaum. Konkurs  Karl August Bimstengel, Stickereb 
Hamburg: E- Mllha" eröffnet Erlellkamp 12 ein 66' fabrikation, in Konkurs.  Fritz Hohl, Stickerei- 
schält für Hand- und Kurbelsllckerel- fabrikation, in Konkurs.  Firma Max Auinger, 
Klingenthal: Robert Winklhofer, Maschinen- und Spitzeii- und Stickerei-Kommissionsgeschäft, stellte 
Handstickereifabrikation eingetragen. Zahlungen ein. 
München: Emma Auer, lnh. E. Holzer, eröffnete AuslamL 
Türkenstraße 53 ein Stickereigeschäft mit Vor- London: Thomas William Barry, 59 Greshamstreet, 
zeichnungsatelier, Hand- und Maschinenstickerei. Spitzenfabrikation, stellte Zahlungen ein.
        

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